X

Beliebte Themen

Lifestyle

Mann, oh Mann! Sind Kurzarmhemden ein No-Go? Hier die Antwort Wie viel Schmuck ist für Herren im

Das klassische Männerbild hat Risse bekommen. Im Gegensatz zu früher, als seine Rolle klar definiert war, sieht sich der Mann heute mit unzähligen Ansprüchen und Wünschen konfronitiert.

TEXT
FOTOS
Heiner H. Schmitt
02. November 2015

Welcher Typ sind Sie?

Sind Sie romantisch? Oder doch eher wild und unabhängig? Machen Sie hier den Test und finden Sie raus, welcher Männertyp Sie sind!

PS: Selbstverständlich ist dieser Test nicht wissenschaftlich belegt und eher etwas zum Schmunzeln.

Männer mit Stil!

Ton in Ton Sakko Italo-Style Anzug
Preppy
Casual Shorts

Sind Kurzarmhemden
ein No-Go?
Hier die Antwort

Wie viel Schmuck ist für Herren im Geschäftsalltag angemessen?
Hier die Antwort

Soll man(n) sich erheben, wenn eine Dame den Tisch verlässt?

Hier die Antwort

Anzug + Mokassins ohne Socken = businesstauglich?
Hier die Antwort

Zeitungsartikel

Männer haben eine kürzere Lebenserwartung als Frauen, kümmern sich weniger um ihre Gesundheit, trinken mehr Alkohol und setzen sich öfters riskanten Situationen aus. Und: Die Männer sind in gewissen Bereichen gegenüber den Frauen benachteiligt. So gibt es in den meisten Ländern nur für die Männer eine Wehrpflicht, oft ziehen sie bei Sorgerechtsstreitigkeiten den Kürzeren und zumindest in der Schweiz ist ein Vaterschaftsurlaub noch Zukunftsmusik. Auf all diese Probleme möchte der Weltmännertag hinweisen, der seit dem Jahr 2000 jeweils am 3. November stattfindet. Doch geht es dem Mann wirklich so schlecht, wie es die Initianten des Weltmännertags darstellen? Werden die Sorgen und Probleme der Männer zu wenig ernst genommen? Steckt der Mann in einer Krise?

Unsere Frage an die Experten:Frauen haben sich emanzipiert wo bleiben die Männer?»

Die Antworten finden Sie in den Boxen, welche auf dieser Seite verteilt sind (Beispiel unten: Marco Caimi).

Wann ist ein Mann ein Mann?

Fakt ist: Das traditionelle Männerbild wankt. Wie sich Mann-Sein, Männlich-Sein in der heutigen Gesellschaft definiert, lässt sich nicht mehr so einfach auf einen Nenner bringen. Wann ist ein Mann ein Mann?, sang der deutsche Sänger Herbert Grönemeyer 1984. Und er singt den Song heute, über 30 Jahre später, immer noch. Denn die Frage ist berechtigt und sie ist aktueller denn je.

Dr Füfer und sWeggli

Es gab eine Zeit, da war das alles ein bisschen einfacher. Früher hatte ein Mann stark zu sein, furchtlos und allwissend. Doch dann kamen die Frauen, kämpften um ihre Rechte, drangen in Felder vor, die bislang den Männern vorbehalten waren. Und vor allem: Die Frauen forderten, dass auch die Männer sich veränderten. Dass sie Gefühle zeigten, ihren Anteil in der Kinderbetreuung übernahmen. Und dass sie trotz allem echte Männer blieben. Eben keine Softies, die beim Anblick von Eisbärbabys gleich in Tränen ausbrachen. Die Verwirrung bei den Männern war perfekt. Ja, was wollten die Frauen denn nun? Macho oder Softie? Hausmann oder Ernährer? Frauen wollen den Fünfer und das Weggli davon sind viele Männer überzeugt. Einen Mann der einen angesehenen Job hat, viel Geld nach Hause bringt und gleichzeitig zu Hause präsent ist, den Kochlöffel schwingt, mit den Kindern spielt und Staub wischt.

Kein Wunder, schüttelt da manch einer den Kopf und wünscht sich das alte Rollenmodell zurück, in dem er sich nach einem strengen Arbeitstag zu Hause einfach nur ausruhen könnte. Manche Männer scheinen allerdings weniger ein Problem zu haben mit der sich verändernden Gesellschaft. Das Baby im Tragetuch umgebunden, spazieren sie durch die Stadt, arbeiten auch mal Teilzeit und verdienen vielleicht sogar weniger als ihre Lebenspartnerin. Heute gibt es mehrere Rollenmodelle für Männer, sagte auch der Soziologe Walter Hollstein (76) kürzlich in einem Interview mit der Südostschweiz. Dennoch: Wenn ein Mann Karriere machen wolle, werde er schnell wieder in klassische Männlichkeitsmuster zurückgedrängt. Also Leistung, Erfolg, Ehrgeiz und Konkurrenz.

Des Pudels Kern

Vielleicht ist ja das grösste Problem der heutigen Männer, dass sie gar nicht erkennen, was da genau im Argen liegt. Einzugestehen, dass ihnen manche Dinge womöglich schwerfallen, dass der Druck, den Strauss an Ansprüchen zu erfüllen, den die Gesellschaft und vielleicht auch sie selber an sie setzt, oft zu gross ist. Sie sind schweigsamer, sprechen weniger über ihre Schwierigkeiten und Empfindungen und geben sich häufig nicht das Recht, fair behandelt zu werden, beobachtet etwa die Genfer Anwältin Anne Reiser (56), die spezialisiert ist auf Familienrecht. Männer reden also nicht gerne über Probleme. Und genau dies ist offenbar ihr Problem. Während Frauen eine starke Lobby haben, die für ihre Anliegen kämpft , werden jene Männer, die sich für Männeranliegen einsetzen, gerne mal schräg angeschaut.

Ihnen wird unterstellt, nach einer Scheidung frustriert über die Frauenwelt zu sein, ein geringes Selbstwertgefühl zu haben oder noch schlimmer ein Waschlappen oder ein Jammeri zu sein. Einer von denen, die sich für die Männer stark machen, ist Markus Theunert (42), der Präsident von Männer.ch, einer Vereinigung mehrerer Männerverbände. Gerade Männer haben so viel zu gewinnen, wenn sie das Korse sprengen, in das sie sich als allzeit leistungsstarke Ernährer drängen und drängen lassen. Da ist es doch auch logisch, dass wir gemeinsam mit Frauen gegen diese Normen ankämpfen, sagt er.

Erfindet euch neu!

Ja, der Mann ist in der Krise. Vielleicht ist es sogar eine ähnliche Krise, die auch die Frauen durchmachten oder noch immer durchmachen.

Doch Emanzipation heisst laut Duden nichts anderes als sich aus einer Abhängigkeit lösen oder sich selbstständig, unabhängig machen. In einer emanzipierten Gesellscha kann im Idealfall also jeder für sich selbst entscheiden, wie er sein möchte. Denn so abgedroschen es auch klingt: Diese Krise birgt eine Chance für den Mann. Die Chance, sich zu lösen von alten Mustern und Rollenvorstellungen. Die Chance, sich neu zu erfi nden. Eben so, wie es ihn glücklich macht.