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Besuche im Grünen

Natürlich ist der eigene Garten der liebste. Doch fremde Privatgärten besuchen, kann sehr anregend sein. Und öffentliche Botanische Gärten wie jener im Tessin haben erst recht viel zu bieten.

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Getty Images, zVg
03. April 2017

Gartenpracht

Die Brissago-Inseln im Lago Maggiore (TI)

Die vielleicht berühmtesten Inseln der Schweiz sind ab Brissago, Ascona oder Locarno per Schiff erreichbar. Die schillernde Antoinette de St. Léger bot hier bis 1920 James Joyce, Giovanni Segantini und andere Herren Unterkunft und vertrieb so ihren Ehemann. Die grössere der Inseln beherbergt den um die Prachtvilla des Kaufhausbarons Max Emden herum angelegten Botanischen Garten des Kantons Tessin. An die 1700 mediterrane und subtropische Pflanzenarten wachsen hier, am wärmsten Ort der Schweiz, zwischen Azaleen, Palmen, Yucca, Akazien und Agaven. Ein Paradies, das trotz des gelegentlichen Besuchergedränges, ein herrliches Erlebnis inmitten des Langensees bietet.

www.brissago.ch

Die Gärten von Schloss Vullierens (VD)

Dieser Privatgarten mit herrlichem Blick auf die Alpen und den Mont Blanc präsentiert seinen Besuchern seit 1955 eine der modernsten Iris-Sammlungen Europas. Iris, auch Schwertlilien genannt, waren die Lieblingsblumen der ehemaligen Schlossherrin Doreen Bovet. Schloss und Gärten liegen im Waadtländer Dörfchen Vullierens bei Morges. Im Mai und Juni blühen dort 50000 Iris. An der 62. Blumenschau zwischen 6.Mai und 18.Juni gibt es zu den 400 Irisarten rund 50 moderne Skulpturen unter freiem Himmel zu bewundern. Ein Besuch lohnt sich!

www.jardindesiris.ch

Botanischer Garten Bern

Berns Botanischer Garten präsentiert diesen Frühling unter dem Titel Klimagarten die Pflanzenwelt unserer Zukunft ein Experiment. Auf einer Wiese beim Heilpflanzengarten können Interessierte mitverfolgen, wie Wiesen- und Nutzpflanzen auf den Klimawandel, also auf zunehmende Trockenheit und Temperaturerhöhungen reagieren.

Am 18. und 21. Mai wird der botanische Garten schon zu frühester Morgenstunde für ornithologische Führungen geöffnet. Erleben Sie so die erstaunliche Vogelvielfalt mitten in der Stadt.

Auch ohne spezielle Veranstaltung ist der Park am Aarehang mit seinen 5500 Pflanzenarten aus aller Welt ein idealer Ort zum Auftanken.

www.botanischergarten.ch

Schloss Wildegg (AG)

Die vom Kanton Aargau betriebene Schlossdomäne oberhalb des Dorfes Wildegg besteht aus einer gut erhaltenen mittelalterlichen Burg, einem Gutshof sowie Garten- und Parkanlagen. Auf der Terrasse wachsen 300 alte Kulturpflanzen, Gemüse, Getreide und Beeren sowie Kräuter. Die Setzlinge liefert die Stiftung ProSpecieRara, welche dort einmal pro Jahr einen Setzlingsmarkt organisiert. Dieses Jahr findet er am Wochenende vom 6. und 7. Mai statt. Führungen bringen Besuchern die verschiedenen Gemüsesorten näher.

ProSpecieRara organisiert auch anderswo Märkte, etwa in Wil/SG (13. Mai), Weggis (14. Mai) oder Chur (20. Mai) und in Bern (28. Mai).

www.prospecierara.ch/de/veranstaltungen

Offene Gärten

Letztes Jahr öffneten an der Aktion Offener Garten fast 150 Privatgärten ihre Tore. Einen fremden Garten besichtigen ist anregend, lehrreich und eine tolle Gelegenheit, mit anderen Interessierten Ideen auszutauschen. Gut also, dass auch 2017 Mitglieder von sechs Garten- und Pflanzvereinen sowie ProIgel mitmachen und Besucher willkommen heissen. Am Wochenende vom 17. und 18. Juni sind am meisten Gärten geöffnet. Aber auch an anderen Tagen können diverse Privatgärten besucht und bewundert werden.

Die laufend aktualisierte Liste ist online zu finden unter: www.offenergarten.ch

Der botanische Alpengarten Flore-Alpe (VS)

Dieser zauberhafte Garten befindet sich in Champex-Lac auf 1500 Höhe am Fusse des Catogne. Fast 4000 Pflanzenarten blühen auf über 6000 Quadratmetern, sowohl aus der heimischen Flora als auch aus den benachbarten Bergregionen Europas und der anderen Kontinente. Flore-Alpe ist einer der reichhaltigsten und bekanntesten botanischen Gärten der Alpen. Der Alpengarten nimmt am Festival der Natur und am Internationalen Museumstag vom 21. Mai sowie an der Botanica einer Initiative der Schweizer botanischen Gärten vom 17. Juni bis 16. Juli teil. Auf Anfrage werden auch Führungen organisiert.

www.flore-alpe.ch

Alter Gemüsegarten in Prangins (VD)

Im Schloss Prangins befindet sich der grösste alte Gemüsegarten der Westschweiz mit einer herrlichen Auswahl an alten Gemüse-, Früchte- und Blumensorten. Er kann ganzjährig besucht werden. Zwei Innovation erlauben es Gross und Klein, die im Schloss kultivierten Pflanzen wiederzuentdecken: ein Informationszentrum in der Dependance neben dem Garten und eine Audioguide in verschiedenen Sprachen

www.nationalmuseum.ch/d/prangins

Bonsaitage im Tessin

Zwei Tage im Zeichen von Bonsai: Am 13. und 14. Mai (von 10 bis 18 Uhr) rückt der Park San Grato in Carona die Miniaturbäume in den Mittelpunkt. Die Veranstaltung findet im Rahmen des 60-jährigen Jubiläums des botanischen Gartens statt. Auf zehn Ausstellungsflächen, die dem traditionellen japanischen tokonoma-Stil (für dekorative Zwecke vorgesehene Empfangszimmerbereiche) nachempfunden werden, werden unter anderem Bonsai-Kreationen heimischer Arten wie Kiefer und Buche präsentiert. Experten aus den teilnehmenden Verbänden werden die Fragen der Besucher beantworten und bei verschiedenen Vorführungen unter anderem zeigen, was beim Umpflanzen und Stützen von Bonsai-Bäumen zu beachten ist und wie die Gestaltung neuer Pflanzen geplant werden kann. Die Ausstellung und der dazugehörige Markt finden im Park erstmalig statt und sind Teil des Veranstaltungsprogramms, mit dem vom 6. Mai bis zum 21. Oktober das 60-jährige Bestehen des Parks gefeiert wird. Der Eintritt ist frei.

www.luganoturismo.ch