X

Beliebte Themen

Lifestyle

Online in Love: Partnersuche per Mausklick Neuer Look für die Liebe

Auf einer Internet-Plattform finde ich jemanden, der zu mir passt dachte Julia. Das klingt leichter, als es ist. Ein Happy End gibts trotzdem.

TEXT
FOTOS
Heiner H. Schmitt
09. Februar 2015

Ein Riesenglück: Julia fand ihren Mister Right doch noch. Im Sommer wird geheiratet.


Bericht

Ein Riesenglück: Julia fand ihren Mister Right doch noch. Im Sommer wird geheiratet.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet, schrieb Friedrich Schiller 1799. Um den passenden Partner zu finden, schickten die Leute früher Heiratsvermittler aus, die sich kundig machten, wer ein geeigneter Ehepartner sein könnte. In unseren Kulturkreisen dürften deren Auftragsbücher heute ziemlich leer sein. Die modernen Matchmaker agieren im Internet und heissen eDarling, Parship und Elite Partner.
Auch sie wenden das Prinzip der Übereinstimmung an, um Leute wie etwa Julia zu verkuppeln. Mehr von ihr später. Ähnlichkeit ist eine wichtige Voraussetzung, damit es zwischen zwei Menschen funkt. Wenn man den anderen ähnlich einschätzt wie sich selbst, macht ihn das sympathisch, sagt Rebekka Kuhn. Die Psychologin forscht an der Universität Zürich im Rahmen ihrer Doktorarbeit über Paare. Auch äusserliche Gleichartigkeit beeinflusst die Partnerwahl.
Weiter ist die sogenannte Reziprozität wichtig: Wir mögen Leute, die uns auch zu mögen scheinen, so Kuhn. Obwohl es auch vorkomme, dass wir von Personen angezogen werden, die anfangs eher reserviert erscheinen. Wenn es um eine Langzeitbeziehung geht, sind auch das Sicherheitsgefühl, das einem eine andere Person vermittelt, sowie gegenseitiges Vertrauen wichtig.

Im normalen Leben hat man nie so viele Kontakte.»

Julia (41) suchte online nach einem neuen Partner.

Kein Armutszeugnis mehr

Die Wahrnehmung der Partnersuche im Internet hat sich in den letzten Jahren verändert: Am Anfang galten Leute, die sich auf solchen Plattformen bewegten, als Nerds oder als sozial unfähig, weiss Kuhn. Und: Es ist keineswegs ein Armutszeugnis, im Internet einen Partner zu suchen. Gemäss einer gesamteuropäischen Studie der Universität Oxford lernten sich rund 17 Prozent der Paare in der Schweiz durch das Internet kennen. Online-Dating macht mit 57 Prozent den grössten Teil aus, neben Chatrooms und sozialen Netzwerken. Dennoch glauben in der Schweiz mehr Menschen, dass sie einen neuen Partner auf der Strasse finden würden als im World Wide Web (siehe Grafik unten).

Fragen über Fragen

Darauf wollte sich Julia aus der Nähe von Basel nicht verlassen. Sie entschied sich für die Partnersuche auf einer Online-Plattform. Für die dreifache Mutter war auch der organisatorische Faktor entscheidend: Ich konnte ja nicht ständig ausgehen mit drei Kindern, sagt die 41-Jährige. Auch hätte sie nach ihrer 12-jährigen Ehe gar nicht mehr gewusst, wo genau da draussen man eigentlich einen möglichen neuen Partner kennenlernen kann. Und: Im normalen Leben hat man nie so viele Kontakte. Das Anschauen der Profile und die erste Kontaktaufnahme via Chat war daher für sie eine gute Möglichkeit, Männer kennenzulernen. Die Direktionsassistentin registrierte sich auf einer Datingplattform in der Hoffnung, dort einen neuen Lebensgefährten zu finden, der zu ihr passt. Das Anmeldeprozedere ist sehr aufwendig, erinnert sie sich. Tonnenweise Fragen galt es es beim Ausfüllen des Profils zu beantworten Fragen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen: über sein Äusseres, Hobbys, Musik, Tiere, Kinder. Auch Bilder von sich lud sie in ihr Profil hoch. Kein unwichtiges Detail, denn: Man bewertet zuerst das, was man sieht. Das Aussehen ist für viele entscheidend, ob sie sich für den anderen interessieren oder nicht, erklärt Rebekka Kuhn.

Beim Online-Dating besteht die Gefahr der Enttäuschung.»

Rebekka Kuhn, Psychologin

Ernüchternde Begegnungen

Frust! Manches Treffen war eine Enttäuschung.

Aufgrund ihres Profils wurden Julia dann andere Leute, die sich auf der Plattform befanden, vorgeschlagen. Die Matching-Punkte, ein Ratingsystem, welches eine Aussage über Gemeinsamkeiten machen soll, sagen aber nur wenig aus, findet sie. Denn am Schluss zähle der persönliche Kontakt. Ich habe bald angefangen, mich möglichst schnell zu verabreden. So steigert man sich nicht zu sehr in etwas rein, bloss weil einer etwas Nettes schreibt. Auch wolle man ja wissen, wie die Stimme des anderen klingt, ob er irgendwelche Ticks hat oder wie er riecht. Ob man wirklich zueinander passt, zeigt sich halt doch erst, wenn man es ausprobiert. Die Vorauswahl des Systems helfe einem dabei daher nur bedingt. Psychologin Kuhn bestätigt: Online-Dating birgt die Gefahr der Enttäuschung, wenn die Vorstellung, die man sich von jemandem macht, nicht mit der Realität übereinstimmt. Davon kann Julia ein Lied singen. Ihre Begegnungen fielen teilweise ernüchternd aus: Es gibt viele Männer, die einfach nur ein Abenteuer suchen, erzählt sie. Das habe sie am Anfang überrascht, weil ich damit nicht gerechnet hatte, gesteht sie. Immerhin bezeichne der Anbieter die Plattform als für Singles mit Niveau.
Wenn man Mühe bei der Partnersuche in der Öffentlichkeit hat, beginnt man vielleicht lieber übers Internet mit der Suche, sagt Rebekka Kuhn. Man bekommt so schnell einen ersten Eindruck des anderen. Wenn er Raucher ist und das für mich nicht infrage kommt, kann ich ihn schon mal ausschliessen, so die Psychologin. Die Gefahr ist allerdings, dass man in ein rationales Abwägen kommt und sich nicht fragt, wie sich etwas anfühlt. Die emotionale Seite kommt zu kurz, gibt sie zu bedenken. Andererseits zeige sich, dass die lll lll Kommunikation beim Online-Dating schneller auf eine persönliche Ebene gehe.

Die Wahl kann zur Qual werden

So effizient das klingt, war es aber nicht. Es gibt eine Angebotsflut, die man aussortieren muss, berichtet Julia. Das sei zeitaufwendig und birgt Gefahren. Da man mit mehreren Männern gleichzeitig chattet, kann es passieren, dass sich ohne dass man es will zwei ernstere Beziehungen parallel entwickeln. In solch einem Fall sollte man mit offenen Karten spielen und einer Person absagen, findet Julia. Man selbst möchte ja auch nicht auf der Herdplatte warm gehalten werden. Auch vom wissenschaftlichen Standpunkt her ist die grosse Auswahl nicht unproblematisch. Forschungen in der Psychologie haben ergeben, dass der Mensch mit mehr Auswahl letztendlich unglücklicher ist. Man fragt sich, was wohl passiert wäre, wenn man anders entschieden hätte.

Für Julia war die Zeit des Filterns und Ausprobierens intensiv. Nach einem Jahr hatte sie genug von Dates mit Männern, die nicht das Gleiche wollten wie sie. Man legt viel Hoffnung in diese Versuche. Wenn es dann nicht funktioniert, ist das schon enttäuschend. Sie hatte daher nicht vor, ihr Abo bei der Dating-Plattform zu verlängern. Doch da passierte es: Julia lernte ihren jetzigen Partner kennen. Dieser hatte sich eben erst registriert. Ein Riesenglück also, dass wir uns noch begegnet sind, sagt sie. Im Sommer wollen die beiden heiraten.

Wo würden Sie Ihn/Sie finden wollen?

Dieses Resultat ergab eine Umfrage, welche im Jahr 2014 von LINK/510 durchgeführt wurde:


Experte

Die Dos und Donts bei der digitalen Partnersuche

Das Nutzer-Profil auf einer Dating-Plattform ist die Visitenkarte, die man den anderen Nutzern zeigt. Sich beim Ausfüllen Zeit zu nehmen, lohnt sich daher.

Yvan Vuignier, Betreiber der Schweizer Dating-Plattform Swissfriends, sagt, was man bei der Online-Partnersuche beachten sollte und wo Vorsicht geboten ist.

Yvan Vuignier (52) betreibt die Dating-Plattform Swissfriends.

Wer sollte sich auf einer Dating-Plattform anmelden?
Singles, die ihren Bekanntenkreis erweitern möchten, um sich innerhalb einer begrenzten Zeit möglichst viele Chancen für schöne Begegnungen zu eröffnen. Die Dating-Plattform ist ein wunderbarer Beziehungsbeschleuniger.

Ist es sinnvoll, sich auf speziellen Plattformen anzumelden, zum Beispiel Single mit Kind?
Weshalb nicht wenn das von der Plattform für die Zielgruppe verwendete Kriterium ausschlaggebend ist für die Wahl des zukünftigen Partners. Die so geschaffene Community ist allerdings oft kleiner und dementsprechend beschränkt ist auch die Auswahl. Man findet auch auf allgemeinen Plattformen Singles, die dem einen oder anderen Kriterium der spezialisierten Plattformen entsprechen, aber auch andere Singles, die einen interessieren könnten.

Was sollte man beim Ausfüllen des Profils beachten?
Das Profil ist Ihre Visitenkarte. Es muss attraktiv, aber trotzdem ehrlich sein. Ein vollständiges Profil vermittelt dem Besucher einen ersten Eindruck Ihrer Persönlichkeit. Ein Foto darf nicht fehlen, denn damit erhöht man die Anzahl der Kontakte erheblich. Nehmen Sie sich Zeit, Ihr Profil zu verfassen. Es darf nicht zu kurz, aber auch nicht zu lang sein. Es sollte die Neugier wecken, aber auch genügend Informationen enthalten. Eine Prise Humor kann helfen, Ihre Schwächen in Stärken zu verwandeln. Und Sie sollten das Ziel der Suche klar definieren. Die meisten Plattformen stützen sich beim Vorschlag von geeigneten Profilen auf diese Kriterien. Dadurch sparen Sie viel Zeit.

Welche Kriterien gelten für ein gutes Profilfoto?
Es muss von guter Qualität sein und Sie von Ihrer besten Seite zeigen. Am besten zeigt es Sie, wie Sie sind. Und vergessen Sie nicht zu lächeln!

Wie viele Profilfotos sollte man zeigen?
Es ist nicht nötig, Ihr ganzes Familienalbum aufzuschalten, aber einige gut gewählte Fotos sorgen für Erfolg. Vervollständigen Sie Ihr Profil mit Fotos, die Ihre Welt und Ihre Hobbys zeigen. Das Wichtigste sind Sie!

Wo sollte man vorsichtig sein?
Dating-Plattformen sind ein Spiegelbild unserer Gesellschaft: Meist macht man nette Bekanntschaften, aber manchmal trifft man auch auf unangenehme Leute. Wichtig ist, dass man erst aus der Anonymität der Plattform tritt, wenn man sich ein zuverlässiges Bild von seinem Gesprächspartner gemacht hat. Daher: Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder andere persönliche Informationen erst bekannt, wenn Sie sich über die guten Absichten Ihres Kontakts sicher sind. Und: Auf einer Dating-Plattform geht es nie um Geld. Wenn Sie also jemand um finanzielle Hilfe bittet, brechen Sie den Kontakt ab.

Wann sollte man sich verabreden?
Das hängt von der eigenen Persönlichkeit ab. Es ist jedoch wichtig, die Vorsichtsmassnahmen zu beachten, die man beim Treffen mit einem Unbekannten anwenden würde. Wählen Sie für das erste Treffen einen öffentlichen Ort. So können Sie sich in aller Ruhe und gefahrlos ein Bild der betreffenden Person machen.

Speed-Dating

Der erste Eindruck ist wichtig: Chic machen für das Date ist angesagt.

Speed-Dating ist eine Form der Partnersuche, bei der sich Personen in einem festgelegten Rahmen treffen, sich kurz unterhalten und dann zur nächsten Person wechseln. Alle weiblichen und alle männlichen Teilnehmer lernen nacheinander alle Teilnehmer des anderen Geschlechts kennen. Nach dem Speed-Dating können die Singles entscheiden, ob sie jemanden wiedersehen möchten. Kommt es zu einer Übereinstimmung, werden die Kontaktdaten ausgetauscht.
Viele Speed-Dating-Events werden in Bars oder Restaurants durchgeführt. Oft wird ein ungefähres Alter angegeben, das die Teilnehmer haben müssen. Immer wieder entstehen aber auch neue Ideen. Im Dezember schickte ein Sessellift im Skigebiet Arosa-Lenzerheide Singles zusammen den Berg hoch. In Basel gibt es auf der Klingentalfähre Speed-Dating-Anlässe: Die Teilnehmer haben eine Überfahrt lang Zeit, sich zu unterhalten und kennenzulernen. Am anderen Ufer wechselt das Gegenüber.

Speed-Dating scheint mir persönlich eine gute Möglichkeit des Kennenlernens neuer Leute zu sein, sagt Psychologin Rebekka Kuhn. Man bekomme in dem kurzen Gespräch einen ersten Eindruck des anderen in der Wirklichkeit. Gleichzeitig hat man den klaren Kontext des Datings. Speed-Dating verbindet somit die Möglichkeit, schnell jemanden kennenzulernen, mit Spass, so Kuhn. Voraussetzung dafür sei aber, dass man mutig ist und sich auch traut zu sprechen. Allzu introvertiert sollte man also nicht sein.

Einige Webseiten zum Thema:

http://www.faehri-date.ch

http://www.partner-treffpunkt.ch

http://www.bar-dating.ch

Produkte

Für dich!: Kleine Liebeszeichen

Wie wäre es mal wieder mit einem Strauss Blumen oder mit einer süssen Aufmerksamkeit für Ihren Liebsten oder ihre Liebste? Hier einige Vorschläge.

Blumenpracht
Ein Strauss Rosen in diversen Farben kommt immer gut an. Sie stammen aus Ostafrika und sind mit dem Max-Havelaar-Label zertifiziert. In grösseren Coop-Verkaufsstelle für Fr. 13.95.

Von Herzen
Das Kristallherz von Lindt ist mit Swarovski-Steinen besetzt und feinen Milch-Kugeln gefüllt. Für Fr. 14.95 für 212 Gramm (ab 2 Stück für Fr. 11.95*) erhältlich in allen Coop-Supermärkten.

* Aktion läuft bis 21.Februar.

Betörend
Die Komposition rund um die Orangenblüte verleiht dem Duft Code Femme von Giorgio Armani ein mediterranes Flair. Eau de Parfum, Spray à 30 ml. Erhältlich für Fr. 69.90 bei Import Parfumerie.



Süsse Verführung
Nach einem guten Essen gehört ein feines Dessert dazu. Eine Auswahl von sechs Leckereien bietet die assortierte Mini-Patisserie. Erhältlich in grösseren Coop-Läden für Fr. 6.95/125 g.

Verbunden
Wir gehören zusammen. Die Freundschaftsringe aus Silber lassen daran keinen Zweifel. Auf dem Damenring funkelt ein Zirkonia. Erhältlich bei Christ Uhren&Schmuck für Fr. 158. pro Paar.

Make-over

Am Samstag, 14.Februar, also am Valentinstag, offeriert The Body Shop seinen Kundinnen ein gratis Make-over. In allen Filialen in der Schweiz können sich die Kundinnen für das Valentins-Date kostenlos schminken lassen. Die Farben kann man selber wählen beispielsweise die neuen Frühlingsfarben von The Body Shop. So wird das Valentins-Date mit Sicherheit ein Erfolg! Termine können im Vorfeld direkt in der Filiale vereinbart werden.

Sämtliche Filialen finden Sie hier

Neuer Look für die Liebe