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Wild und vielfältig

Seit 20 Jahren leben Bangerters in Hinterkappelen BE, direkt am Wohlensee. Eigentlich haben sie damals in erster Linie einen Bootssteg und einen Garten gekauft.

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FOTOS
Eva Nydegger
03. April 2017

Die Bernerin Beatrice Bangerter in ihrem Garten in Hinterkappelen.


Am Wasser

Nicht das Haus, sondern dessen Lage gab den Ausschlag, in den Berner Vorort zu ziehen. Beatrice Bangerters Ehemann Hannes liebt es, vom Garten aus ins Boot zu steigen und Flora und Fauna zu beobachten und zu fotografieren, während sie den Garten geniesst. Da dieser gross und vielschichtig ist, gibt es immer etwas zu tun. Anfangs zog sie für den Gemüseanbau Gartenbücher zu Rate. Doch nun sind die vier Kinder ausgeflogen und sie pflanzt hauptsächlich Blumen an. Blumen haben gern Morgensonne, davon gibt es hier mehr als in unserem früheren Stadtgarten, berichtet sie und zeigt Fotos von üppigen Rosensträuchern vom Vorjahr. Sie erzählt, dass sie für jeden Enkel, der auf die Welt kommt, eine Pflanze setze.

Sie könnte nicht ohne Garten leben, meint sie, der Garten ersetze ihr gar den Psychiater: Wenn ich wütend bin, grabe ich ein Beet um und dann gehts wieder!. Beatrice Bangerter schätzt es auch, dass das Gärtnern ihr Grenzen aufzeige, indem nicht immer alles so wächst, wie sie es sich vorstellt. Im Leben hat man nicht immer alles im Griff, hat sie auch mithilfe des Gartens gelernt. So herrscht hier ein philosophisch angehauchtes Laissez-faire, es ist nicht alles perfekt gejätet, die Primeln dürfen über die Beete hinaus in die Wege wachsen. Das macht das Ganze nur noch schöner. Gerade blühen die Forsythien. Das sei ihr Lieblingsbusch, sagt die 73-jährige Bernerin: Das intensive Gelb motiviert mich jeden Frühling erneut, mit Gärtnern richtig loszulegen.