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Die Bank auf 6 Zoll

Eine Pizza bestellen, Kleider kaufen, Flüge buchen: Unser halbes Leben organisieren wir heute mit dem Smartphone. Ausser Bankgeschäfte. Doch auch das ändert.

05. August 2019

Bankfiliale und Schalterangestellte werden überflüssig: Bankgeschäfte via Smartphone erledigen.

Die traditionellen Banken sehen sich heute neuer Konkurrenz gegenüber: So- genannte Neo-Banken drängen auf den Markt, die nur noch digital arbeiten. Eine App genügt, und der Kunde kann seine Bankgeschäfte übers Smartphone erledigen. Er braucht keine Filiale und kein Bankpersonal mehr. Wollen traditionelle Banken bestehen, müssen sie den Kunden ebenfalls unkomplizierte und günstige Bankservices zur Verfügung stellen. Die Bank Cler ist Branchenpionierin in diesem Bereich und hat mit der App Zak vor einem Jahr die erste Schweizer Smartphone-Bank geschaffen.

Was zeichnet eine SmartphonBank aus?

Sie brauchen weder zur Kontoeröffnung noch für Bankgeschäfte in eine Bankfiliale zu gehen. Alles passiert online.

Jetzt wollen gerade traditionelle Banken durch ihren guten Kundenservice punkten. Das können Sie mit der Smartphone-Bank nicht mehr.

Doch. Die reinen Online-Banken sind gut, solange alles reibungslos läuft. Sobald aber Probleme auftauchen – Betrug, Missbrauch, Schadenfälle –, ist man als Kunde froh, wenn man einen persönlichen Ansprechpartner hat, der einen unterstützt. Das können traditionelle Banken viel besser leisten.

Ein Hauptargument für die Kunden, Zak zu nutzen, dürfte der Preis sein. Die Kontoführung ist gratis, ebenso die Maestro- und die Kreditkarte. Bleibt das so?

Zak ist in der Anfangsphase eine Investition. Im digitalen Bereich schreiben auch andere Bewerber keine schwarzen Zahlen. Das Interesse aber wächst. Wir haben in einem Jahr über 14 000 Kundinnen und Kunden gewinnen können, die Zak nutzen. So bauen wir eine Beziehung zu unseren Kunden auf, die später hoffentlich auch andere Dienstleistungen unserer Bank nutzen werden. Schon heute können die Nutzer von Zak zum Beispiel Geld für die Vorsorge anlegen.

Das machen die? Die Kundschaft ist ja zu zwei Dritteln jünger als 35.

Ja. Wir sprechen mit der App ein junges Publikum an und haben festgestellt, dass die Altersvorsorge bereits bei dieser Zielgruppe ein wichtiges Thema ist. Auch hier haben wir das Angebot bewusst einfach gehalten. Derzeit gibt es ein ganz normales Vorsorgekonto. In der zweiten Jahreshälfte kommt die Möglichkeit dazu, Vorsorge mittels Fonds zu tätigen. Hier wird es drei Risikokategorien geben – von höherem Risiko bis zu geringem Risiko. Die App soll maximal nutzerfreundlich bleiben.

Konkurrenzieren solche günstigen Angebote nicht andere Produkte des eigenen Unternehmens?

Nein. Es wird auch im traditionellen Bankgeschäft immer schwieriger, etwas für Dienstleistungen zu verlangen. Ein Weg könnte ein Abomodell bei Zak sein, das verschiedene weitere Leistungen umfasst. Es gibt bereits heute eine kostenpflichtige Version von Zak, bei der man die Möglichkeit hat, kostenlos bei Fremdautomaten oder auch viermal jährlich im Ausland Geld zu beziehen. Über ein solches Angebot machen wir uns derzeit Gedanken. Aber klar, das Gros der Kundinnen und Kunden nutzt noch die Gratisversion.

Sind Sie mit der Kunden- Entwicklung bei Zak zufrieden?

Ja. Die Entwicklung liegt über unseren Erwartungen. Ganz wichtig für uns ist zudem, dass etwa 90 Prozent der Zak-User Neukunden sind, die noch nicht bei der Bank Cler waren. Unser Ziel ist es, vor allem bei der jungen Zielgruppe zu wachsen, was uns gelungen ist. Diese Zielgruppe ist sehr digital affin und vergleicht die Angebote genau. Eine Banken-App muss sich für sie gut anfühlen, sie muss rasch und unkompliziert funktionieren und sie muss Spass machen. Dadurch, dass wir die App zusammen mit der Zielgruppe entwickeln, können wir diese Anforderungen einfliessen lassen. Das ist für uns eine sehr wertvolle Erfahrung.

Was dürfen wir in Zukunft von Smartphone-Banken erwarten?

Nicht mehr Zukunft, sondern bereits Gegenwart ist Mobile Payment bei Zak: Jetzt können Nutzer direkt mit ihrem Smartphone bezahlen. Sowohl ApplePay als auch SamsungPay und GooglePay lassen sich aktivieren. Das Smartphone funktioniert wie eine Prepaid-Karte. Sie laden Geld ab dem Zak-Konto auf die virtuelle Karte und zahlen via ApplePay, SamsungPay oder GooglePay.