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Die goldene Mitte

Wie viele Gürtel braucht der Mensch? Und wie eng soll man ihn ziehen? Wie findet man die richtige Grösse? Stil-Expertin Fabienne Steffen gibt Tipps zu diesem oft vernachlässigten Accessoire.

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Kostas Maros
01. April 2019

Stil-Expertin Fabienne Steffen: «Mit Gürteln lassen sich Akzente setzen.»

Meistens ist er schwarz, aus Leder, drei bis vier Zentimeter breit, und er hat eine klassische Schnalle aus Metall. So sieht der Gürtel aus, den viele tragen. Das schlichte und klassische Design macht ihn praktisch, denn er passt zu fast allem und wirkt nicht zu aufdringlich. Perfekt für den Alltag.

Typ und Gürtel müssen passen

Ein wenig Variation schadet trotzdem nie. «Frauen können in diesem Bereich etwas mehr wagen, doch auch Männer dürfen mit Gürteln Akzente setzen», erklärt Fabienne Steffen (37). Die Visagistin, Stylistin und Stil-Expertin berät Persönlichkeiten, die in der Öffentlichkeit stehen, aber auch Privatpersonen, die einfach gut aussehen wollen. «Ich möchte keine endgültigen Regeln aufstellen», so Fabienne Steffen. «Jeder darf frei entscheiden, was er gerne anzieht.» Mit ihrer Beratung trägt sie jedoch dazu bei, dass jemand als Typ bestmöglich zur Geltung kommt und das ausstrahlen kann, was er verkörpert. Es gibt aber eine Sache, von der sie entschieden abraten würde: «Hosenträger und Gürtel sollten nicht zusammen getragen werden, ausser Sie möchten einen neuen, verrückten Trend starten.» 

Welcher Gürtel passt zu ­welcher Figur?

Bei einer zierlichen Figur entspricht ein zierlicher Gurt eher dem Gesamtbild – es sei denn, man möchte einen Kontrast bewirken. Wenn Sie eher kräftig und robust unterwegs sind, darf auch der Gürtel entsprechend robuster und breiter sein, damit es nicht unvorteilhaft aussieht, weil durch den zierlichen Gurt die kräftige Person noch kräftiger wirken kann.

Wie kaschiert man ein Bäuchlein?

Tragen Sie den Gürtel nicht zu eng. An­sonsten tut man seinem Wohle nichts Gutes und der Effekt des Bauches wirkt verstärkt. Platzieren Sie ihn etwas unterhalb der weitesten Stelle des Bauches oder je nach Wohlbefinden. Hier empfiehlt es sich, einen weniger auffälligen Gürtel zu wählen, damit der Blick nicht auf die Stelle gelenkt wird, die man kaschieren möchte. Zu grosse Gürtelschnallen sind unvorteilhaft, da diese einerseits auffallen und andererseits unangenehm drücken können.

Wo kann man Gürtel sonst noch tragen?

Um einen Mantel, Cardigan, oder um eine Bluse herum, damit die Kleider die gewünschte Taille bekommen oder als modischer Hingucker. Aktuell trägt man auch sogenannte Gürteltaschen. Ein Gürtel kann auch als Schultergurt für eine Tasche umfunktioniert werden, sofern die Tasche das zulässt. Zumindest einen Versuch wert, bevor die Tasche im Abfall landet, weil der Träger defekt ist. Oder man kann seine Picknick-Decke mit einem Gurt superschön «einpacken» und gut tragbar machen. Seien Sie kreativ.

Wie viele Gürtel braucht der Mensch?

Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Je vielseitiger eine ­Person ihren Stil lebt, desto mehr braucht sie verschiedene Gürtel zu den jeweiligen Outfits. Die Gürtel für das Business-Outfit oder die Freizeit unterscheiden sich, daher ist es sinnvoll, für jeden Bereich einen Gürtel zur Hand zu haben.

Wie viele Farben sind genug?

Basics wie ein schwarzer und ein brauner Gürtel sollten in jedem guten Kleiderschrank zu finden sein. Generell ist es ratsam, je einen Gürtel in den Hauptfarben seiner Kleidungsstücke und Schuhe zu haben oder komplett in einer anderen Farbe, um ein Highlight zu setzen. Oder Sie haben eine Lieblingsfarbe, die Ihnen jedoch nicht gut steht, dann können Sie diese Farbe als Gürtel tragen und ihre Lieblingsfarbe dennoch ausleben. Wenn der Gürtel in der gleichen Farbe wie das ganze Outfit getragen wird, wirkt ein Gürtel unauffällig und ist ein stiller Begleiter und Helfer, der keine Aufmerksamkeit auf sich zieht und keinem Kleidungsstück die Show stiehlt.

Was hilft bei Problemzonen?

Falls kaum Taille vorhanden ist, kann mit einem Gurt eine gezaubert werden. Tragen Sie den Gurt nicht an Ihrer breitesten Stelle, da diese ansonsten optisch noch verbreitert wird, oder bevorzugen Sie eine un­­auffällige Farbe und Form.

Welche Rolle spielt die Schnalle?

Nicht nur die Farbe, sondern auch das Material des Gürtels sowie die Schnalle sollten auf den Look abgestimmt sein, so entsteht ein harmonisches Bild. Die Gürtelschnalle ist das prägende Element und Herzstück des Gürtels und harmoniert zu den Accessoires, also etwa Gold zu Gold und Silber zu Silber. Das Material des Gürtels spiegelt sich in der Kleidung wider, so passt zu einem rauen Wollanzug ein Gürtel mit mehr Struktur optimal.

Wann braucht es einen Gürtel?

Wenn eine Hose Gürtelschlaufen hat, rät die Expertin zu einem Gürtel. Er empfiehlt sich besonders bei formeller Kleidung – für Herren gibt es als Alternative Hosenträger. Da sich Stoffe durch das Tragen ausweiten oder geschmeidiger werden, sind der Komfort und die Passform der Hose mit einem Gurt gewährleistet. Er hält die Hose an der richtigen Stelle. Ein Gürtel rundet ausserdem das Gesamtbild ab.

Wie lang muss er sein?

Das richtet sich nach dem Taillen- oder Hüftumfang, je nachdem, auf welcher Höhe der ­Gürtel getragen wird. Idealerweise kann die Schnalle ins mittlere der Löcher gesteckt werden. Die Grösse wird von der Spitze des Dorns bis zum mittleren Loch gemessen. Im Zweifelsfall lieber eine kleinere Grösse wählen, damit die Spitze nicht zu viel überhängt.

Wozu muss ein Gürtel passen?

Der Gürtel sollte vor allem zum Träger passen, in Farbe, Stil und Form, die einem angenehm ist. Ausserdem sollte er farblich zu den Schuhen passen, jedoch auch zu der Art des Materials, also zum Beispiel Lederschuhe und Ledergürtel, sowie zum Stil der Kleidung. Aber Vorsicht: Passt der Gürtel noch zur Tasche, kann dies auch zu sehr wie direkt aus einem Katalog wirken.