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Eine Auszeit dank der Reka-Ferienhilfe

Jedes Jahr offeriert die Reka rund 1000 Familien, die in Armut leben, günstige Ferien. Hinter solchen Zahlen verbergen sich immer Schicksale.

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David Birri
11. Februar 2019

Unbeschwerte Ferien im Schnee in der Lenk. Für Gaby K. und ihre Kinder ist das nur dank der Reka-Ferienhilfe möglich.

Es sind Geschichten wie die von Gaby K. (38). Das Leben ist für sie nicht immer gradlinig verlaufen. Bis 30 kannte die heute alleinerziehende Mutter keine Geldsorgen, genoss das volle Leben: «Ich hatte einen Job als kaufmännische Angestellte, ein gutes Einkommen, konnte zweimal im Jahr Ferien machen.» Die Familienplanung war für sie, obschon verheiratet, kein Thema, nachdem ihr die Ärzte versicherten, dass sie auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen könne. Dann kam Manuel (heute 8 Jahre).

Gaby K. kündigte und war fortan Mutter – klassische Familienorganisation. Doch die Ehe ging in die Brüche. Aus einer anderen Beziehung ist Tochter Nancy (heute 3 Jahre). Auch diese Beziehung hielt nicht. Plötzlich stand Gaby K. allein da, mit zwei Kindern, ohne Job und ohne Geld. «Unsere Arbeitswelt ist nicht gemacht für Alleinerziehende», muss sie feststellen. «Wir gelten als unflexibel, und wenn ein Kind krank ist, fallen wir ganz aus.» Heute lebt sie von der Sozialhilfe, von Alimentenzahlungen der beiden Kindesväter und von einem Minipensum von 10 Prozent, bei dem sie die Buchhaltung einer kleinen Firma macht.

Jede Zehnernote zählt

Das sind alles keine Voraussetzungen für grosse Sprünge. Abstriche müssten sie vor allem bei den Ferien und in der Freizeitgestaltung machen. Ferien kann sich die Familie keine leisten, aus- ser eben jene, welche die Reka-Ferienhilfe offeriert. «An einem schönen Tag eislaufen? Liegt nicht drin», sagt Gaby K. «Der Eintritt für mich und die Kinder, dazu die Miete der Schlittschuhe, da sind 60 oder 70 Franken schnell weg.» Damit kaufe sie Essen für eine ganze Woche.

Im Reka-Feriendorf Lenk werden Ferienwohnungen mit 1 bis 4 ½ Zimmern vermietet.

Es sind Familien wie die von Gaby K., denen die Reka-Ferienhilfe ein paar erholsame Tage ermöglicht. Dieses Jahr verbringt die Kleinfamilie Skiferien in Lenk im Berner Oberland. Vor zwei Jahren profitierte sie bereits ein- mal von der Reka-Ferienhilfe und durf- te Sommerferien in Lenk machen. 200 Franken kostet sie die Miete der Ferienwohnung im Reka-Feriendorf, das kann sie sich gerade noch leisten. Der Normalpreis der Wohnung liegt bei rund 800 Franken für eine Woche.

Trotz der günstigen Wohnung hat sich die Familie auch diese Skiferien ersparen müssen. «Jede Zehnernote, die irgendwo übrig blieb, kam in die Ferienkasse. Die Skischule für Manuel, die Skipässe, das kommt alles hinzu.»

Beim Fitness tobt sie sich aus

Dass sie ihre Geschichte so offen erzählen kann, hat mehrere Gründe: «Da steckt eine lange Entwicklung dahinter», sagt Gaby K. Eine, die auch viel mit Selbstbewusstsein zu tun hat, das sie im Sport gefunden hat. Viermal pro Woche schwitzt sie im Fitnesscenter und betreibt gezielt Muskelaufbau. «Das sind meine Pufferzonen, in denen ich mich voll austoben kann.» Manuel ist dann in der Schule, seine kleine Schwester in der Kinderkrippe des Fitnesscenters.

Ansonsten ist sie 7 Tage die Woche 24 Stunden lang alleinerziehend. Die Väter übernehmen die Kinder nicht für einzelne Tage oder Wochenenden. Aber Gaby K. hat ein Ziel: finanziell unabhängig werden. Sie will so viel arbeiten und Geld verdienen, dass sie nicht mehr auf die Sozialhilfe angewiesen ist. Dafür lernt sie momentan und bildet sich zur Fitnesstrainerin weiter.

www.reka.ch/sozialangebote

Die Bedingungen

Reka-Ferienhilfe 2019

  • Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem Kind bis 16 Jahre.
  • Familien, die im Jahr 2018 keine Reka-Ferienhilfe erhalten haben.
  • Schweizer Bürger oder Ausländer mit Ausweis C (Niederlassung).
  • Maximales Jahreseinkommen (Nettolohn) von Fr. 60 000.— (Zweielternfamilien) beziehungsweise Fr. 50 000.— (Alleinerziehende). Ab dem zweiten Kind erhöht sich der Betrag um Fr. 5000.— pro Kind.
  • Vermögenswerte sind ebenfalls entscheidend.
  • Das Angebot gilt nicht für Studierende.
  • Familien, die die Bedingungen erfüllen und ihr Glück versuchen wollen, bewerben sich mit unten stehendem Talon. Wer eine Familie kennt, die sich keine Ferien leisten kann, darf das Angebot gerne weiterempfehlen.
Weitere Informationen hier: https://www.reka.ch