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Guerilla Gardening wie im Big Apple

Die heimliche Aussaat von Pflanzen verschönert Städte – weltweit. Angefangen hat das in New York und mit Saatkugeln. Heute können Sie solche bei Coop sammeln.

FOTOS
Getty Images, zvg
18. März 2019

Wenn die richtige Person zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, kann sie viel bewirken. Hier war es die Künstlerin Liz Christy (1945–1985). Sie hatte 1973 ihr Atelier in Manhattans heruntergekommener Lower East Side. New York war durch tiefe Steuereinnahmen fast bankrott. Abbruchhäuser und verlassene, zugemüllte Hinterhöfe dominierten das Stadtbild immer mehr. Wer konnte, zog raus aus dem Big Apple.

Als Christy eines Tages Zeugin wurde, wie ein kleiner Bub beim Spielen im Müll um ein Haar um­gekommen wäre, machte es Klick. Die damals 28-Jährige bot all ihre Freunde auf, organisierte Werkzeug und schrieb auf ein Schild, dass auf diesem Areal nun ein Garten entstehe. Zwar dauerte das ­Beseitigen des Abfalls nicht wie erhofft 24 Stunden, sondern drei Monate – aber es gelang.

Wichtig waren bei der Begrünung nebst dem herangekarrten Rossmist die Saatgut-Kugeln oder Samenbomben, die Christy selber fabrizierte, indem sie Kompost, Wasser und Pflanzensamen in Ballone stopfte. Solche Geschosse hatte sie schon früher auf brachliegenden Grundstücken explodieren lassen. Nun wurden sie zur Allzweckwaffe der «Green Guerillas». Heute werden Samenbomben übrigens meist aus Saatgut, Erde und Tonpulver hergestellt. Und man muss sie auch nicht mehr selber machen (siehe Box oben zur Coop-Sammelaktion).

Immer mehr Gärten entstanden

Zurück zu den New Yorker Behörden, die erst gar nicht angetan waren von Christys Aktion: Sie wollten den Garten niederwalzen. Doch als eine Zeitung darüber berichtete, verbreitete sich die Geschichte fast so nachhaltig wie die Samen aus den Bomben. In der Lower East Side entstand ein Garten nach dem anderen. Bald verpachteten die Behörden Hinterhöfe zu Hunderten für einen Dollar pro Monat. Aus der zündenden Initiative der Künstlerin entstand der bis heute bestehende erste New Yorker Gemeinschaftsgarten: «The Liz Christy Bowery Houston Garden».

Die Ideen der Guerilla-Gärtner strahlten vom nun wieder saftigen Big Apple aus auf andere US-Metropolen, auf europäische Städte wie London, Paris und Berlin und sogar bis Brasilien und Australien. Und etwas verzögert auch in die Schweiz.

«Bee Happy»

Sammeln Sie Samenkugeln!

Im Rahmen der neuen Coop-Sammelaktion werden bienenfreundliche, einheimische Blumen als Saatkugeln abgegeben. Diese sind vor allem dazu gedacht, dass Sie in Ihren eigenen Garten Farbe bringen. Auch auf dem Balkon können Sie mit den Malven und Margeriten, Korn-, Mohn-, Ringel- oder Sonnenblumen Bienen oder andere Insekten anlocken.

Pro Fr. 10.– Einkauf bei Coop erhalten Sie bis 20. April eine Sammelmarke. Für 20 Sammelmarken gibt es gratis eines von sechs Saatkugelsets. Alternativ können Sie für 40 Sammelmarken eine von drei Plüschbienen einlösen (bis 4. Mai).