X

Beliebte Themen

Beauty

Kostbare Hülle schützen

Draussen kalt, drinnen warm – Winter bedeutet Stress für unsere Haut. Auch ein Jahreszeitenwechsel ist für sie eine Strapaze. Zeit für professionelle Antistress-Tipps.

TEXT
FOTOS
Getty Images, zvg,
25. Februar 2019

Das winterliche Klima kann der Haut ganz schön zusetzen: Sie verliert mehr Feuchtigkeit, weil die Umgebungsluft trockener ist, und wird dadurch trocken und spröde. Bei kalten Temperaturen verändert sich auch der Stoffwechsel der Haut. Sie produziert weniger Talg, wodurch es an wichtigem Fett mangelt, das die Haut eigentlich vor dem Austrocknen schützen sollte. Es gilt daher eine künstliche Schutzhülle aufzubauen.

«Gesicht und Hände brauchen im Winter eine Extraportion Zuwendung», erklärt Jolanda Kugler (52). Sie unterscheidet dabei zwischen einer Indoor- und Outdoor-Pflege. «Draussen schützt man die Haut vor der Kälte am besten mit einer reichhaltigen Creme mit höherem Fettanteil», so ihr Rat. «Aber keine Feuchtigkeitscreme», betont die eidgenössisch diplomierte Kosmetikerin HFP, die einige Jahre als Chefexpertin für die Kantone BS und BL an den eidgenössischen Lehrabschlussprüfungen mitwirkte. Eine Feuchtigkeitscreme entwickle schon bei niedrigen Plusgraden einen Gefriereffekt, der auf der Haut einen Kältebrand auslösen könne. «Am Abend kann dann die fehlende Feuchtigkeit mit einer Feuchtigkeitscreme und einem Serum ersetzt werden.»

Erfahrungsgemäss leiden die Hände am meisten unter der Kälte. Daher sollte man draussen immer Handschuhe tragen und die Hände zuvor mit einer leichten befeuchtenden Handcreme eincremen. Über Nacht rät Jolanda Kugler zu einer reichhaltigeren Handcreme. Ein Tipp ist, während einer Stunde Baumwollhandschuhe anzuziehen. «Wenn Sie dann auch noch ein warmes trockenes Tuch um jede Hand wickeln, kann das Produkt hervorragend einziehen und Sie erhalten samtig-weiche Hände», so die Expertin mit eigenem Kosmetikinstitut in Basel.

An Körper und Beinen empfiehlt sie zwei verschiedene Körpercremes anzuwenden. Zuerst eine Bodylotion, die leicht ist und somit viel Feuchtigkeit spendet. «Dadurch wird die Haut weich, entspannt und aufnahmefähig.» Danach eine reichhaltigere Creme oder ein (pflanzliches) Körperöl auftragen und einmassieren. Die pflegenden Fette machen die Haut geschmeidig und verhindern, dass die Feuchtigkeit aus der Haut gleich wieder verdunstet.

Umstellung der Beauty-Uhr

Mit den steigenden Temperaturen kommen auch bei der Haut so etwas wie Frühlingsgefühle auf. Zeit, die Pflege anzupassen und auf leichtere Präparate umzustellen. Wenn der Teint nach dem Winter fahl und müde wirkt, sollte der Zellstoffwechsel

angeregt werden – etwa mit Konzentraten, Ampullen-Kuren oder einer Kurbehandlung bei der Kosmetikerin. Haut, die gereizt und gerötet ist, gehört ebenfalls in fachliche Hände. «Selbst mit Produkten zu experimentieren kann das Hautbild noch verschlimmern.» Daher rät sie zu einer kosmetischen Behandlung mit einer Analyse des Hautzustandes, um die Pflege auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen.

Immer abschminken

Für Hautprobleme gibt es viele Ursachen. Ist etwa der Darm krank, zeigt sich das häufig auch am Hautbild. Meist ist das Problem aber einfach falsche Pflege. «Mangelhafte Produktequalität oder nicht zum Hautzustand passende Produkte führen ebenso zu Problemen wie zu viel oder zu wenig Pflege.» Eine gros- se Pflegesünde ist die ungenügende Reinigung der Haut am Abend – oder sich gar nicht abzuschminken. Auch Augen-Make-up werde leider oft mangelhaft entfernt, stellt Jolanda Kugler fest. Farbrückstände und Pigmente bleiben so auf der Haut und werden mit der Nacht- oder Augencreme vermischt und einmassiert. «Wenn man sich das bildlich vorstellt, bin ich überzeugt, dass man sich dann ab sofort konsequent vor dem Schlafengehen abschminkt.» Ein häufiger Fehler ist zudem die Verwendung von aggressiven Reinigungsprodukten, die den pH-Wert der Haut stören. Die Folge ist eine ausgetrocknete und feuchtigkeitsarme Haut.

«Die regelmässige Pflege am Morgen und am Abend bildet den besten Grundstein für eine schöne Haut», so Jolanda Kugler. Und auch wenn es schon mehrfach erwähnt wurde und fast zum Allgemeinwissen gehört: Viel Trinken (vorzugsweise Wasser) verhilft zu schöner Haut; dadurch bleibt sie straffer und Giftstoffe werden besser aus dem Körper befördert. Ebenfalls wichtig: ausreichend schlafen, sich abwechslungsreich ernähren und auf Nikotin verzichten, denn Rauchen lässt die Haut fahl aussehen und schneller altern. Bewegung an der frischen Luft und etwas Sonne tanken, das tut der Haut ebenfalls gut. «Im Frühling auch mal zehn Minuten ohne Sonnenschutz. Dies fördert die Bildung von Vitamin A und D und trainiert die Haut zur Bildung der natürlichen Lichtschwiele sprich den hauteigenen Sonnenschutz.»