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Fitness von der Stange

Die Ballettstange ist etwas für Mädchen im Tutu. Nicht nur, denn an der Stange lässt sich auch ordentlich fitten. Möglich macht dies das Barre-Concept.

22. Oktober 2018

«Es war schwierig, mit ihr zu leben, aber sie verfügte über eine solche Schönheit, ein solches Charisma, Talent und Intelligenz, dass ich sie vergötterte», sagt Esther Fairfax (84) über ihre Mutter Lotte Berk (1913–2003). Die aus Köln D stammende Berk ist die Begründerin einer Fitness-Methode, die gegenwärtig für Furore sorgt: das Barre-Concept.

Berk hatte es in den 1950er-Jahren entwickelt, weil sie nach einem Unfall wieder fit werden wollte. Die ausgebildete Tänzerin arbeitete hierfür mit einem Osteopathen zusammen und kombinierte Ballettübungen wie Arabesque, Attitude und Grand-plié mit Fitnessübungen. Gewissen Übungen gab sie so eigenwillige Namen wie «Die Prostituierte», «Der pinkelnde Hund» oder «Das französische WC». Dem Erfolg ihrer nur für Frauen gedachten Studios und ihrer Methode tat dies jedoch keinen Abbruch. Selbst Stars wie Joan Collins oder Barbra Streisand gehörten zu ihren Kundinnen.

Über ihre Methode sagte Lotte Berk einmal: «Wenn du eine jugendliche Figur behalten willst, dann kannst du das. Um dies zu erreichen, musst du einen entsprechenden Lebensstil haben und jeden Tag, jede Woche, jeden Monat des Jahres üben. (...) Ein durchtrainierter Körper, der gut läuft, den die Kleider wunderschön umschmeicheln, ein Körper voller Vitalität, mit dem du dich glücklich fühlst am Leben zu sein, ist ein bisschen harte Arbeit wert.» Lotte Berk ist seit fast 25 Jahren tot, ihre Studios gibt es aber auch heute noch in New York, Rom, London, Mallorca – und in Zürich.

Die zweite Welle

Das ist wahrlich kein alter Hut, denn unter dem Namen Barre-Concept ist Berks Methode jetzt gerade wieder total angesagt. «Barre» steht dabei für den Ballettbarren, der ins Training eingebaut wird. In der modernen Version des Programms werden Ballettübungen mit Yoga, Pilates und funktionellem Training kombiniert. Dabei werden Körperfett verbrannt, Muskelmasse aufgebaut – und immer wieder ein zünftiger Muskelkater produziert. Der Lohn für die Strapazen sind schön geformte Beine, ein Knackpo, schlanke Hüften sowie grössere Beweglichkeit, ein besseres Gleichgewichtsgefühl sowie eine gute Körperspannung.

Diese sozusagen zweite Welle kam dieses Mal aus den USA zu uns hinübergeschwappt. Dort haben Stars wie Schauspielerin Drew Barrymore (43) oder Model Miranda Kerr (35) die Methode wieder populär gemacht.

Eine Trainingsstunde beginnt mit Aufwärmübungen, gefolgt von einem Workout für den Oberkörper. An der Stange werden danach Waden, Oberschenkel und Po gestählt. Natürlich gehen auch die Bauchmuskeln nicht vergessen. Zur Steigerung der Effizienz kommen auch Hilfsmittel wie leichte Gewichte, Therabänder oder Faszienrollen zum Einsatz. Abschluss jeder Einheit sind Dehnübungen.

Haltung bewahren

Wer nun das Gefühl hat, das Barre-Concept sei nur was für junge, fitte Frauen, verschätzt sich gewaltig, denn die Methode eignet sich für alle – unabhängig von Fitnesszustand, Alter oder Geschlecht. Noch etwas: Das Barre-Concept vermittelt eine bessere Haltung. Und wer Haltung bewahrt, leidet seltener an Muskelverspannungen oder Rückenschmerzen.