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Fit & Happy

Jetzt ist genug!

Hier ein Guetzli, da ein Raclette, ein Braten und natürlich noch mehr Guetzli, Schokolade und Lebkuchen. Der Dezember hält viele Leckereien für uns bereit. Wenn nur der Magen nicht so klein und langsam wäre.

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Getty images
10. Dezember 2018

Die festliche Völlerei mit Guetzli und Co. ist eine exzessive Bauchzeit.

Vom Weihnachtsmarkt direkt ans Firmenessen, am Adventssonntag folgt nach dem Zvieri-Panettone die vorgezogene Familienfeier bei der lieben Tante und während den Festtagen beginnt kurz nach dem Brunch bereits die Weihnachtsfeier mit den Liebsten. Im Dezember herrscht Festtags- statt Alltagsroutine für den Magen.

Kein Wunder, meldet sich dieser irgendwann. Der Bauch scheint mit Steinen gefüllt, es drückt und zwickt. Dabei geht es auch ohne Völlegefühl – zumindest fast. Hier ein paar Tipps:

1. Geniessen statt stopfen!

Wer das Festessen schnell in sich hineinstopft, überfüllt den Magen, bevor sich dieser meldet. Denn das Sättigungsgefühl stellt sich jeweils mit 15 bis 20 Minuten Verspätung ein. Für das gute Essen sollte man sich deshalb Zeit nehmen. Mit etwas Glück haben so die anderen auch schon ein zweites Mal geschöpft, während Sie noch immer am geniessen sind. Denn: «Der Magen kann sich von einer Faustgrösse auf etwa das Vier- bis Fünffache ausdehnen», verbildlicht Diana Studerus (31), studierte Ernährungsberaterin und Mitglied des Schweizerischen Verbandes für Ernährungsberater/innen. Bei einem Vier- bis Fünfgangmenü kann man sich also ausrechnen, wie gross jede Portion sein sollte. Exklusiv Flüssigkeiten – die gehen schneller durch.

2. Pause machen

Zwischen den Mahlzeiten ist Pausieren angesagt. «Erst nach vier Stunden leeren sich Magen und Dünndarm einmal komplett», so Diana Studerus. Um den Magen nicht zu überfordern, gibt man ihm am besten diese vier Stunden Ruhezeit, bevor von oben schon die nächste Herausforderung kommt. Also nichts mit Guetzli oder Lebkuchen zwischendurch. Und auch keinen Apfel: «Denn Fruchtzucker kann Blähungen verursachen, was nicht förderlich ist.»

«Wichtig ist, dass der überfüllte Magen nicht zum Dauerzustand wird.»

 

3. Weniger blähende Speisen essen

Tatsächlich ist oft auch ein geblähter Darm für das Völlegefühl verantwortlich. «Dieser drückt von unten auf den Magen und sorgt für weniger Platz, ähnlich wie in einer Schwangerschaft.» Also besser sparsam mit Zwiebeln und Rotkraut sein. Aber auch mit der Rahmsauce zum Weihnachtsbraten.

Denn Milchzucker sorgt ebenfalls für Blähungen. An Fleisch beziehungsweise allgemein eiweisshaltigem Essen hat der Verdauungstrakt ausserdem besonders lange zu arbeiten. Das heisst nicht, dass das Festessen nur noch aus Salat bestehen darf. Aber vielleicht reicht eine statt mehrere Scheiben Braten? Und zu Beginn etwas Chicorée oder Rucola ist gar keine so schlechte Idee. Die Bitterstoffe bringen schon mal die Verdauungssäfte in Schwung.

4. Espresso statt Schnaps

Wie mancher Salat kann auch der richtige Drink zum Apéro die Verdauung animieren, zum Beispiel der bittere Cynar. Der Verdauungsschnaps nach dem Essen gehört jedoch in die Welt der Mythen. Dieser lockert zwar die Magenmuskulatur und schafft kurzfristig Abhilfe. Der Alkohol verlangsamt die Verdauungsbewegung jedoch. Übrigens auch in Form von Wein. Dann doch lieber einen Espresso zum Schluss. Koffein regt bekanntlich die Verdauung an.

5. Bewegung hilft!

Ein kurzes Verdauungsschläfchen wäre so verlockend. Blöd nur, dass beim Liegen der Druck auf den Schliessmuskel des überfüllten Magens zunimmt. Und schon gelangt Mageninhalt zurück in die Speiseröhre, inklusive brennender Säure. Da wir ja nicht auch noch Magenbrennen möchten, raffen wir uns besser auf: «In Bewegung bleiben», rät auch die Basler Ernährungsberaterin. Schon der Abwasch hilft verdauen – wobei die berühmten tausend Schritte an der frischen Luft ein vermutlich grösseres Vergnügen sind. Sport ist jedoch nicht angesagt; das Blut gehört jetzt in die Verdauungsmuskulatur und in keine andere.

Klar ist aber auch: Der kulinarische Genuss in der Weihnachtszeit mit Familie und Freunden macht Spass – und ein bisschen Spass muss ja bekanntlich sein. Deshalb gibt Diana Studerus zum Schluss noch Entwarnung: «Kaputt macht man im Magen-Darm-Trakt nichts, nur weil man einmal ein paar Tage zu viel isst.» Der Körper sei noch aus den Urzeiten darauf ausgerichtet, viel Nahrung aufzunehmen, wenn sie verfügbar ist. «Das kann nach dem Völlegefühl sogar zu kurzfristig mehr Energie führen.» Wichtig ist einzig, dass der überfüllte Magen nicht zum Dauerzustand wird. Gut also, dass irgendwann Januar ist.