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Red Bull 400

Beim Red Bull 400 am 15. Juni in Einsiedeln SZ sind Weicheier komplett fehl am Platz. Couchpotatoes rennen keine Skisprungschanze hinauf.

FOTOS
Dean Treml / Red Bull Content Pool
03. Juni 2019

Wettbewerb

Startplätze für den härtesten 400-Meter-Lauf der Welt zu gewinnen

Bei einer Steigung von bis zu 37 Grad ist Maximalpuls angesagt.

Wollen Sie gratis beim härtesten 400-Meter-Lauf der Welt teilnehmen? Einer von über 1000 Teilnehmern sein, der sich die Andreas-Küttel-Schanze hochkämpft? Wir verlosen 10 Einzelkämpfertickets für den Red Bull 400-Event vom 15. Juni 2019 in Einsiedeln. 

«Ich wollte einfach einmal etwas anderes machen», begründet Judith Wyder (30) ihre letztjährige Teilnahme beim Red Bull 400. Die sechsfache Welt- und fünffache Europameisterin im Orientierungslauf spurtete 2018 in 3 Minuten und 39 Sekunden die Andreas-Küttel-Schanze in Einsiedeln empor – Rekord! Eine Vorgabe, bei der sich die Konkurrenz die Zähne ausbiss. Im Durchschnitt benötigten die «Normalos» fast doppelt so lange. Das Format ist nichts für Weicheier. Denn beim «härtesten 400- Meter-Rennen der Welt» (so die Organisatoren) gilt es mit rund 800 Schritten die gut 120 Höhenmeter einer Skisprungschanze zu bewältigen. Aber umgekehrt! Also von unten nach oben und gegen die Flugrichtung von Simon Ammann und Co. Bei einer Steigung von bis zu 37 Grad. Ein Gitternetz aus Seilen hilft den Teilnehmern, dass sie den Halt nicht verlieren. Judith Wyder war mit ihrer Zeit die schnellste Frau der Saison – weltweit. So umfasst das Format mittlerweile 20 Events rund um den Globus.

Die Menschen in der heutigen Zeit sehnen sich nach Abenteuer – zumindest jene, die das Glück haben, in einem Industrieland zu leben. Denn die tägliche Routine dominiert unser Leben: schlafen, essen, arbeiten, essen, schlafen. Dazwischen auf YouTube ein paar Likes verteilen und auf Facebook zwei, drei Freunde adden. Bleibt dann noch etwas Zeit übrig, gibts noch eine Jog- gingrunde durch den Wald oder eine High-Intense-Einheit in der Muckibude. Doch hält sich dabei der Adrenalinkick weitestgehend in Grenzen.

Schon vor über 30 Jahren sangen die Toten Hosen in ihrem Kultsong «Hier kommt Alex» treffend: «In einer Welt, in der man nur noch lebt, damit man täglich roboten geht, ist die grösste Aufregung, die es noch gibt, das allabendliche Fernsehbild.»

Rund 800 Schritte braucht es, um die 120 Höhenmeter zu bewältigen.

Wenn Leiden Spass macht

Kein Wunder also, dass die sogenannten Obstacle-Races – dazu gehört auch das Red Bull 400 – voll im Trend liegen. Bei diesen Extrem-Hindernisläufen gilt es vor allem den inneren Schweinehund zu überwinden und die Grenzen der eigenen Leidensfähigkeit mit den Komponenten Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Geschicklichkeit, Balance und Koordination zu paaren. Ihren Ursprung haben diese «Quälparcours» in der militärischen Ausbildung – in der Schweiz als sogenannte «Kampfbahn» bekannt. Der erste zivile Wettkampf, der «Tough Guy», fand 1987 in Perton (UK) statt und traf damit den Zeitgeist: das Bedürfnis nach einer nicht alltäglichen Herausforderung. Waren es zu Beginn eine Handvoll Verrückter, nahmen 2016 gemäss einer Studie der Universität Boston (USA) schon über vier Millionen Personen in über 40 Ländern an verschiedensten Obstacle-Races teil.

Eine willkommene Abwechslung

«Als Leistungssportler ist man immer im gleichen Fahrwasser, ein solcher Anlass ist daher eine willkommene Abwechslung, dem Trainingsalltag zu entfliehen», sagt Wyder und bedauert, dass sie dieses Jahr aufgrund der Berg- lauf-Europameisterschaften beim Red Bull 400 in Einsiedeln nicht dabei sein kann. Mit Tipps für die Athleten hält sie sich jedoch nicht zurück. «Es lohnt sich, im Vorfeld einige Bergläufe zu absolvieren.» Bei der Technik appelliert sie an die eigene Intuition: «Da muss jeder Teilnehmer selber rausfinden, was für ihn passt.» Komplett Untrainierten rät sie von der Teilnahme ab: «Im letzten Jahr gab es einige, die danach kaum noch die Treppe runtersteigen konnten.»

Bei einer Steigung von bis zu 37 Grad ist Maximalpuls angesagt.