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Unter Druck geraten

Drücken, kneten, strecken, dehnen. Mit viel Handarbeit verhilft die japanische Yumeiho-Massage zu mehr Wohlbefinden und bringt erst noch den Bewegungsapparat ins Lot.

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Getty Images
28. Oktober 2019
Die Yumeiho-Therapie gehört in geschulte Hände.

Die Yumeiho-Therapie gehört in geschulte Hände.

Man nehme osteopathische Elemente, Komponenten des Shiatsu, der Lymphdrainage, der Bindegewebsmassage, der Reflexzonenmassage sowie Streckungs- und Dehnungssequenzen, kombiniere diese neu – und erhalte «die göttliche Massage». So jedenfalls wird die Yumeiho-Massage genannt, welche 1981 von Saionji Masayuki (1943–2005) entwickelt wurde, nachdem er sich zuvor viele Jahre in verschiedenen Heiltechniken hatte ausbilden lassen. Die Methode vereint das Wissen der fernöstlichen Heilkunde der letzten 4000 Jahre mit Erkenntnissen der modernen Medizin. 1987 gründete Masayuki zudem in Tokio das «Internationale Institut der praktischen Präventivmedizin», das er bis zu seinem Unfalltod im Jahr 2005 leitete. Yumeiho ist in Japan extrem populär und hat auch den Weg nach Europa gefunden.

Die Wurzel des Übels

Im Yumeiho-Konzept bildet das Becken die Basis der Wirbelsäule. Nackenpro- bleme, Rückenweh, Hüftbeschwerden, Schmerzen und Verspannungen des Bewegungsapparats sowie allgemeine Probleme wie Stress und Unausgeglichenheit werden auf eine Reihe von Fehlhaltungen des Körpers zurückgeführt.

Die von Masayuki entwickelte Therapie umfasst fein abgestimmte und sorgfältig durchgeführte Druck-, Knet-, Streck- und Dehnungselemente, die den Energiefluss anregen und die Körperhaltung korrigieren sollen. Die ungefähr 100 Griffe zielen darauf ab, den bei vielen Menschen vorhandenen Beckenschiefstand festzustellen und zu behandeln. Dieser beeinträchtigt auch die Statik der Wirbelsäule und wird zur oft unerkannten Ursache diverser organischer Folgeerkrankungen. Steht das Becken schief, gilt es, dies zu korrigieren. Erst dann kann die Heilung des gesamten Bewegungsapparates in Angriff genommen werden. Vorrangiges Ziel der Yumeiho- Therapie ist die Wiederherstellung des körperlichen Gleichgewichts mittels der Korrektur von Becken, Wirbelsäule und Gelenken, worauf eine umfassende Entspannung der Muskulatur folgt. Zudem lösen sich Blockaden und Immunsystem, Lymphfluss, Stoffwechsel und die inneren Organe profitieren ebenfalls.

Es gibt zwei Yumeiho-Massagen: die präventive Wellnessbehandlung sowie die medizinisch fundierte Yumeiho- Therapie bei bestehenden Beschwerden. Beide finden sowohl im Sitzen als auch im Liegen statt. Eine Therapiesitzung dauert in der Regel 30 bis 90 Minuten.

Massage ist nicht gleich Gymnastik

Seine Methode erklärt Saionji Masayuki im Buch «Yumeiho – Therapie und Gymnastik». Achtung: Die Massage sollten nur Fachleute durchführen oder Laien, die einen Yumeiho-Kurs besucht haben. Anders ist das bei der von Masayuki ausgetüftelten Yumeiho-Gymnastik, welche 50 Übungen umfasst, die einem Beckenschiefstand vorbeugen sowie das Gewebe festigen. Diese Übungen können gefahrlos Menschen jeden Alters durchführen.

Nicht geeignet ist Yumeiho hingegen für Personen mit Thrombosen, Tumorleiden, Osteoporose, Myositis (entzündliche Muskelerkrankung), Hypermobi- lität (übermässige Beweglichkeit von Gelenken und Bändern), akutem Bandscheibenvorfall, künstlichem Hüftgelenk, Alkoholabhängigkeit oder Diabetes. Auch für Kleinkinder unter zwei Jahren und Personen über 60 ist die Massage nicht unbedingt geeignet.