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Minicomputer am Handgelenk

Das Smartphone immer einsatzbereit am Handgelenk so stellen sich viele Konsumenten die ideale Smartwatch vor. Das könnte bald Wirklichkeit werden.

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FOTOS
Google Press, Nuance, Neptun Pine zVg
07. April 2014

Die Moto 360 ist eine von drei vielversprechenden neueren Smartwatch-Modellen. Neptune Pine Omate True Smart

Neptune Pine

Omate True Smart

Smartwatches

Die meisten Smartwatches haben einen grossen Nachteil: Sie sind rechteckig und nicht mehr als ein Bluetooth-Accessoire zum Smartphone. Sie funktionieren also nur, wenn man das Smartphone dabei hat. Damit ist jetzt Schluss: Drei neue Modelle weichen von diesem Muster ab.

Neptune Pine vorgestellt

(Englisch, Neptune Pine auf Kickstarter.com)

Die Neptune Pine, deren Macher sie über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter finanzierten, ist ein voll funktionsfähiges Smartphone im Kleinstformat. Sie besteht aus einem Mini-Smartphone (66 x 53,5 x 14,2 mm), das man auf ein Armband steckt. Mit der 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite lassen sich Fotos (mit Blitz) und Filme aufnehmen. Die ersten Exemplare sollten diesen Frühling ausgeliefert werden. Gemäss Herstellerinfo läuft sie mit Android 4.1 und soll mit den meisten Android-Apps kompatibel sein.

Technische Spezifikationen Neptune Pine

Omate True Smart erster Eindruck

(Englisch, Cnet auf Youtube)

Die Omate True Smart von Nuance ist wie die Neptune Pine eine Stand-Alone-Smartwatch. Auch Nuance holte sich die Anschubfinanzierung über Kickstarter. Das Gehäuse misst 45 x 45 x 15,2 mm (ohne gewölbtes Saphirglas). Die integrierte Kamera an der Seite der Uhr hat eine 5-Megapixel-Auflösung. Das Betriebssystem basiert auf Android 4.2.2 und sollte ebenfalls mit den meisten Apps aus dem Google Play Store kompatibel sein. Laut Nuance ist sie bis zu einem gewissen Grad wasserdicht. Die Omate lässt sich mit dem Smartphone synchronisieren, benötigt dazu aber eine extra App.

Benutzerhandbuch mit technischen Spezifikationen der Omate True Smart

Google Hangout-Talk über die Moto 360

(Englisch, Motorola Mobility auf Youtube)

Die Moto 360 ist Motorolas neuster Wurf und wird mit Googles neuem Betriebssystem Android für Wearables (Tragbare Technik) laufen. Noch hält sich Motorola ziemlich bedeckt, was konkrete Funktionen betrifft. Was jedoch jetzt schon bemerkenswert ist: Sie ist die erste Smartwatch, die vom Design einer klassischen runden Uhr nachempfunden wird; Entwicklungen von technischen Komponenten für intelligente Armbanduhren wurden bisher beinahe immer auf rechteckige Modelle ausgerichtet. Die Uhr soll in der endgültigen Version Sprachbefehle ausführen können, sodass man beispielsweise eine Nachricht diktieren kann und diese nicht auf dem Mini-Display eintippen muss.

Anspruchsvolles Gestalten

Eine der grossen Herausforderungen bei der Entwicklung von Smartwatches ist es, Akkus mit vertretbarer Betriebsdauer zu bauen; der Platz für den Akku ist beschränkt. Je mehr Funktionen jedoch eine Smartwatch hat und je grösser das Display und je höher dessen Auflösung, desto schneller ist der Akku leer. Um das Problem einzudämmen, haben einige Hersteller Smartwatches mit E-Ink-Display (passiv, schwarz-weiss) entwickelt. Damit ist der Energiebedarf relativ gering. Das geht jedoch zulasten des Funktionsumfangs. Stand-Alone-Smartwatches sind noch relativ klobig, weil grosse Komponenten verhindern, dass eine ansehnliche technische Ausstattung in ein kompaktes Gehäuse passen.

Android for Wearables

(Englisch, Android Developers auf Youtube)

Google kündete Mitte März sein Wearable-Betriebssystem Android Wear (ermöglicht Sprachbefehle) für Lower Tech Gadgets und damit auch eine Zusammenarbeit mit LG und Motorola bei den Smartwatch-Produkten an. Motorola gehört zwar seit Anfang 2014 nicht mehr Google, sondern Lenovo, nutzt aber dennoch das Betriebssystem Android seines früheren Mutterkonzerns.

Empfehlung

Unterstützung bei Demenz

Das speziell für Menschen mit Demenz kreierte System guard2me bietet diesen Unterstützung im Alltag. Es besteht aus einer Armbanduhr mit SIM-Karte und Webportal respektive einer App. Der Aufenthaltsort des Trägers wird über GPS ermittelt, auch wenn er sich in Gebäuden aufhält. Die Position wird über Mobilfunk an das Webportal oder die App übermittelt und gelangt von dort zum registrierten Nutzer. Über die Webseite lässt sich ein Sicherheitsbereich festlegen sobald der Träger diesen verlässt, wird ein Alarm ausgelöst. Die Uhr benachrichtigt die zuständige Person auch dann per Textnachricht, wenn der Träger der Uhr gestürzt ist und liegenbleibt. Es stehen fünf Empfindlichkeitsstufen zur Wahl. An der Uhr befindet sich auch ein SOS-Knopf.

guard2me ist bei Interdiscount für Fr. 599. erhältlich (SIM-Karte und Service-Gebühren für 12 Monate inbegriffen).

Zum Produkt bei Interdiscount

App-Tipp

Übersetzen

Die App Weltübersetzer der Jourist Verlags GmbH kann offline als Reisewörterbuch dienen. Hierzu müssen die benötigten Sprachen heruntergeladen werden. Die Gratisversion der App (Weltübersetzer Lite) umfasst 33 Sprachen mit je 270 Wörtern, die in Themen wie Begrüssung oder nach dem Weg fragen unterteilt sind. Die Wörter kann man sich vorsprechen lassen und unter den übersetzten Begriffen Favoriten setzen. Die Gratisversion ist nur unter Android und Windows verfügbar. Mittels In-App-Käufen kann man weitere Wortgruppen dazukaufen. Sowohl für iOS als auch Android und Windows gibt es eine Vollversion mit über 2200 Wörtern pro Sprache, je nach Betriebssystem weicht die Zahl leicht ab.

Der Weltübersetzer kostet für Android Fr. 9.99, für iOS Fr. 5. und für Windows Fr. 8.50.