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Die digitalen Sprücheklopfer

Nur was in bunten und bewegten Bildern daherkommt, hat im Internet Erfolg? Eine Schweizer App hält dagegen und setzt auf Buchstaben.

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FOTOS
Getty Images, zVg
30. Januar 2017

Typografen

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte dieses Sprichwort gab es schon, bevor Internet, Handykameras und Soziale Medien die Überflutung der Welt mit Party-Pics und Katzenvideos ermöglicht haben. Der Grund ist klar: Ein Bild kann jeder verstehen, auch wenn er nicht schreiben oder lesen kann.
Dennoch gab es zu allen Zeiten auch Wörter, die weite Verbreitung fanden. Etwa Zitate aus der klassischen Antike wie Cäsars veni, vidi, vici (kam, sah, siegte). Ebenso wurden Sprüche als Bestandteil der Populärkultur weitergereicht, als Graffiti auf Toilettenwände gekritzelt und in Schulbänke eingeritzt. Etwa so: Zeit ist Geld hier verlor ich Millionen.

Das Fettgedruckte

Wofür es in früheren Zeiten Filzstift oder Sackmesser brauchte, gibt es heute eine Gratis-App: Boldomatic heisst sie und konzipiert wurde sie vor fünf Jahren in der Zürcher Kreativagentur Nerves, als Reaktion auf die Dominanz der Bilder im Internet, sagt Steffen Schietinger, der sich die App ausgedacht hatte. Der Name setzt sich zusammen aus bold, dem englischen Wort für fett gedruckt, und automatic. Die damit erstellten digitalen Sprüche haben das quadratische Format eines Post-it-Zettels, eine einheitliche Schriftart SuisseBP sowie einen mehr oder weniger bunten Hintergrund die Palette reicht von Leuchtfarben bis zu Schwarz-Weiss. Boldomatic ist bereits in mehr als 170 Ländern aktiv, die meisten Nutzer schreiben Englisch, etwa 30 Prozent der geposteten Sprüche sind auf Deutsch, erklärt Steffen Schietinger.

macht Eindruck

Boldomatic ist werbefrei, hat aber doch einen kommerziellen Hintergrund: Wöchentlich gibt es auf der Plattform Wettbewerbe, bei denen die besten Sprüche prämiert werden. Diese Missions können von Unternehmen gesponsert werden, was derzeit Coop mit der Eigenmarke Karma tut. Über vier Wochen werden Fragen gestellt wie Was wagst du in diesem Jahr? oder Wie schmeckt Glück?, zu gewinnen sind 5000 Franken für eine Thailand-Reise. So lassen sich neue Slogans finden und die Marke ist in den Sozialen Medien präsent. Kein Wunder, findet das Format beim zunehmend werbemüden, jungen Publikum grossen Anklang.

Zur Karma-Mission

App-Tipp

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