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Achtung Pollenflug!

Apps können den rund zwei Millionen Schweizer Heuschnupfenpatienten helfen, indem sie Allergiker vor Pollenflug warnen. Doch nicht jede App ist gleichermassen hilfreich.

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Fotolia, Alamy
21. Mai 2018

Auch mit der besten Pollen-App bleibt das Nastuch für Allergiker unverzichtbar.


Hilfe per App

Im Pollenflugkalender ist erst Halbzeit, einige der besonders quälenden Pollen kommen erst noch: Bis Mitte Mai fliegt der Blütenstaub der Eschen, Birken, Buchen und Eichen und wird dann durch die Gräser abgelöst. Der Peak wird Ende Mai/anfangs Juni erreicht und flacht bis anfangs August ab. Mitte Juli können Beifusspollen vor allem im Wallis Hauptursache für die Beschwerden sein. Ambrosiapollen werden in einzelnen Gebieten die Pollensaison abschliessen.

Apps können helfen, den Kontakt mit Pollen möglichst gering zu halten. Betroffene können sich daran orientieren und dank dieser Information schützen, indem sie rechtzeitig antiallergische Medikamente einnehmen, Sprays inhalieren und Tätigkeiten im Freien einschränken, sagt Allergologe Artur Helbling vom Inselspital Bern.

Ohne Messdaten kein Nutzen

Es gibt Dutzende solcher Apps, doch nur wenige berücksichtigen die geografischen Verhältnisse der Schweiz. Die App Pollen-News vom Allergiezentrum Schweiz AHA! bezieht ihre Daten vom nationalen Pollenmessnetz. Dieses wird von Meteo Schweiz betrieben und besteht aus 14 über die Schweiz verteilten Messstationen, welche die aktuelle Konzentration Dutzender verschiedener Pollenarten ermitteln. Die App zeigt für jede Station die aktuelle Belastung mit den 14 häufigsten Pollenarten. Zudem errechnen die Meteorologen die Belastungsprognose für den Folgetag.

Die App Pollen nutzt ebenso die Daten von Meteo Schweiz. Zusätzlich zur Pollenbelastung zeigt sie auf ihrer Startseite das individuelle Allergierisiko von niedrig bis sehr hoch am aktuellen Standort mit einem Ampelsystem.

Doppelten Nutzen bringt die vor Kurzem lancierte App Ally Science. Sie versorgt einen nicht nur mit den aufbereiteten Pollenprognosen von Meteo Schweiz, sondern erfragt auch in einer Art Tagebuch die allergischen Beschwerden des Nutzers. Anhand der anonymisierten Daten wollen Allergologen den Zusammenhang zwischen Pollenflug und gemeldeten Symptomen erkennen. Künftig könnten dann Frühwarnsysteme Betroffene auf ihrem Handy informieren. Einen groben Eindruck so einer App bietet der Pollenwarner, der den Nutzer per Mitteilung warnt, wenn für ihn allergische Pollen in der Luft sind.

Zwar zeigen die Messstationen recht zuverlässig die Pollenbelastung in einer grösseren Region. Für eine konkrete Vorhersage für einen bestimmten Ort, der zwischen den Pollenfallen liegt, reicht das jedoch nicht. Seit letztem Jahr nutzt Meteo Schweiz daher parallel zu den Stationen eine Kombination des Wetterprognosemodells Cosmo und des Pollenmoduls ART. So lassen sich der Blühbeginn und die Stärke der Pollenausschüttung verschiedener Pflanzen an konkreten Orten berechnen. Derzeit gibt es diese Prognose nur für die Pollen von Erle, Birke, Gräsern und Ambrosia. Abrufbar ist sie bislang einzig in der eigenen App von Meteo Schweiz MeteoSwiss.

Pollenmessnetz Meteo Schweiz

App-Tipp

Kalorien einfach zählen

Kalorienzähl-Apps helfen beim Abnehmen, erwarten aber exakte Angaben. Bei Evolve sagt der Nutzer per Spracherkennung, was er gegessen hat (2 Scheiben Brot mit Käse) die App addiert die durchschnittlichen Kalorien. Das ist zwar ungenauer (und derzeit nur auf Englisch), macht aber Spass und zeigt trotzdem eine Tendenz, ob zu viel konsumiert wird.

Evolve, in der Basisversion gratis für iOS und Android.