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Instagrambar: Ist es fotogen oder essen wir woanders?

Das Auge isst mit, und inzwischen tut es auch die Handy-Kamera: In den USA setzen darum Lokale auf spezielles Instagram-Design.

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FOTOS
Alamy, ZVG
02. Januar 2018

Soziale Medien als Trendsetter: Der Erfolg eines Lokals hängt heute auch davon ab, wie oft Bilder auf Instagram gepostet werden.


Durchgestylt

Schon kurz nach der Eröffnung tauchte der florale Fliesenboden eines Restaurants in San Francisco vielfach in den Instagram-Accounts der Gäste auf.

Das Wandbild einer Champagnerflasche an der Aussenfassade einer Bar wurde zum beliebten Hintergrund für Selfies.

Zwei Beispiele für eine Entwicklung, die zum neuen Einrichtungstrend werden könnte: Was bisher eher ein Nebeneffekt war, wird inzwischen ganz bewusst bei der Raumgestaltung berücksichtigt.

Optische Ansprüche

Lokale aller Art geben viel Geld aus, um ihre Etablissements instagrammable und damit anziehend zu gestalten. Ein Restaurant investierte dafür sogar in die Beleuchtungsanlage: Das Licht an der Bar ist verstellbar, damit das Ambiente für das Erinnerungsfoto passt.

Auch das, was auf den Teller und ins Glas kommt, wird durchgestylt: Burger mit violetter Randensauce und weisser Mayonnaise, Drinks in Regenbogenfarben ansprechend arrangierte Gerichte, bei denen die Farbkomposition stimmt, kommen besser an als graue Eintöpfe.

Ganz neu ist das natürlich nicht. Restaurants und Cafés ebenso wie Boutiquen haben immer schon auf die Ausstattung geachtet, um Kunden anzuziehen. Bei der Instagrammability geht es aber um eine andere Art des Wohlfühlens: Die Gäste wollen Bilder machen, mit denen sie in den sozialen Medien auffallen, und daran orientiert sich das Design. Diese Art der Gestaltung ist vor allem in US-Metropolen bereits verbreitet, und grosse Ketten verfolgen eine klar definierte Social-Media-Strategie. Um zu definieren, wie fotogen ein Lokal aussehen muss, engagieren manche sogar Berater.

Ein neuer Beruf

Und ja, davon kann man leben: Die New Yorker Designerin Laureen Moyal landete ihren ersten Erfolg bei einem Café in der Nachbarschaft, dessen mit fantasievollen Sprüchen versehene Zuckertütchen zum Instagram-Hit wurden. Das Café hat heute fünf- bis zehnmal mehr Follower als die Konkurrenz, und Moyals Firma Paperwhite inzwischen sieben Angestellte. Urchige Beizen mit gedämpftem Licht haben in dieser Hinsicht nicht die besten Aussichten auf Erfolg. Bunt, gut ausgeleuchtet und mit vielen fotogenen Details so kommen Lokale besser auf Instagram an.

Design-Klau

Schwarz-Weiss geht auch: Das wirkt klassisch und weniger trendy. Denn auch bei der neuen Gestaltungswelle muss man sehr aufpassen, nicht zu veralten. In den Sozialen Medien auffallende Details werden gerne kopiert und Unternehmen in den USA klagen, dass man ihnen besonders fotogene Design-Ideen geklaut habe. Da bleibt nur der Trost: Wenn das Essen nicht nur gut aussieht, sondern auch gut schmeckt, freut das die Kunden sicher auch.

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