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So gut wie neu

Statt alle paar Jahre einen neuen Laptop zu kaufen, kann man gebrauchte Geräte mit wenigen Handgriffen wieder flott machen. Das schont das Portemonnaie und die Umwelt.

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Getty Images
03. Juni 2019

1282 Tonnen Elektroschrott kamen in der Schweiz 2017 alleine durch Laptops zusammen. Kein Wunder: Die Technik ist schnell überholt und der Laptop kommt mit vielen Programmen nicht mehr klar. Doch das alte Notebook deshalb gleich entsorgen – das geht ins Geld und ist auch ökologisch wenig sinnvoll. Denn oft kann der Computer ziemlich einfach wieder flott gemacht werden.

Die häufigste Alterserscheinung: Der Laptop wird immer langsamer. Philipp Wilhelm (27), zuständig für PC-Zubehör bei Fust, rät in so einem Fall, eine neue Festplatte einzusetzen: «Damit läuft der Laptop wieder wie neu.» Festplatten kann man sich zum Beispiel in einer Fust-Filiale einbauen lassen – oder aber man erledigt das gleich selbst. Schwierig ist das im Prinzip nicht, ein Schraubenzieher reicht, und im Internet gibt es diverse Anleitungen. Allerdings müssen die Daten von der alten auf die neue Festplatte transferiert und allenfalls muss das Betriebssystem wieder installiert werden – schon etwas schwieriger. Und Vorsicht: Werkelt man am Laptop rum, verfällt die Garantie.

Die Preise purzeln

SSD-Festplatten bestehen aus Flash- Speichern, wie sie auch in USB-Sticks verbaut sind. Das macht sie schneller und robuster als die klassischen HDD- Festplatten, die noch mit Magnetscheiben und Leseköpfen funktionieren. «SSD-Festplatten werden immer günstiger», sagt Wilhelm. Mit 250 GB Speicherplatz sind sie schon ab rund 70 Franken erhältlich. Die grössten fassen 2 Terabyte. «Aber für den normalen Gebrauch reichen 500 GB.»

Geht es allerdings nur um den Speicherplatz, tun es auch eine externe Festplatte oder ein USB-Stick. Über den USB-Anschluss lassen sich noch weitere Probleme lösen: Ein defektes oder nicht vorhandenes DVD/CD-Laufwerk lässt sich ebenfalls mit einer externen Variante ersetzen. Ein Bluetooth-Adapter – ein kleiner, günstiger USB-Stecker – ermöglicht auch einem nicht Blue- tooth-fähigen Laptop oder einem mit veraltetem Bluetooth-Standard das Verbinden mit Mäusen, Tastaturen und anderen mit Bluetooth ausgestatteten Geräten. Verfügt der Laptop nicht über die gewünschten USB-Anschlüsse oder Slots für SD-Karten, gibt es auch dafür Adapter.

Wieder zum Schraubenzieher greifen muss man, um den Arbeitsspeicher zu erweitern – ebenfalls eine einfache und effektive Variante, den Laptop schneller zu machen. Je nach Technologie und Anzahl GB sind die Speicher ab rund 40 Franken erhältlich.

Mit anderen Umbauten innerhalb des Laptops hält man sich lieber zurück. Theoretisch lassen sich die meisten Komponenten austauschen. Der Platz im Laptop ist aber so knapp, dass viele Modelle nicht passen. «Und wer etwa für die neuesten Games immer die aktuellsten Komponenten braucht, ist mit einem neuen Gerät sowieso besser beraten», sagt Wilhelm. 

Wenn der Akku nicht mehr will

Das gleiche gilt laut dem Experten für einen schwächelnden Akku. Selber austauschen lassen sich meist nur Akkus, die sich herausnehmen lassen: «Ist der Akku eingebaut, müssen die meisten Notebooks für den fachgerechten Ersatz an den Hersteller eingeschickt werden. Insgesamt kostet das gut 600 Franken – für 300 Franken mehr kriegt man bereits ein gutes, neues Gerät.» Zu einem Neukauf rät er auch, wenn der Laptop immer lauter und heisser wird. Ratschläge, dass der Hauptverursacher dieser Beschwerden – der Staub – einfach mit einem Staubsauger entfernt werden sollte, sieht er skeptisch. «Das hilft nur vorübergehend», ist er überzeugt. «Ein paar Wochen später sind Sie wieder am selben Punkt.»


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