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Gelogen, alles gelogen!

Im Internet kursieren immer mehr gefälschte Gewinnspiele, bei denen die Teilnehmer übers Ohr gehauen werden sollen. Doch Sie können sich davor schützen.

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Getty Images
28. Januar 2019

Er weiss genau, dass seine Versprechungen falsch sind. Seine Opfer wissen es leider nicht.

Es klang verlockend: Ein Gutschein von Coop für 750 Franken, und das nur für die telefonische Beantwortung weniger Fragen. Das zumindest versprach unlängst ein Wettbewerb auf Facebook. Doch wer die angegebene Nummer anrief, tappte in die Falle. Sage und schreibe 99 Rappen pro Minute kostete der Anruf nämlich – ohne dass die ahnungslosen Opfer davon etwas erfuhren.

Hinter der Abzocke steckte aber nicht Coop selbst, sondern laut Webseite eine Firma aus Holland. Dennoch wurde die Schweizer Detailhändlerin zur Zielscheibe wütender Gewinnspiel-Teilnehmer. Die Betrüger kopierten Coop-Logos und platzierten sie so auf Facebook, dass der Wettbewerb auf den ersten Blick täuschend echt aussah. Solche Gewinnspiele im Namen seriöser Firmen sind von diesen leider nicht zu verhindern.

Der geschilderte Fall ist nur einer von vielen, die in den letzten Jahren für rote Köpfe sorgten. Sogenannte Scams verbreiten sich vor allem bei Facebook und Whatsapp, aber auch in Gamer-Netzwerken wie dem Playstation Network. Die Masche ist immer ähnlich: Man bekommt eine Nachricht von Bekannten oder Unbekannten, in denen sagenhafte Preise versprochen werden. Das können Familieneintritte in einen Erlebnispark sein, Flugreisen, Gratis-Games oder eben Einkaufsgutscheine. Zu gewinnen gibt es bei den Scammern aber nichts, sie sind nur an Ihren Daten oder Ihrem Geld interessiert. Es sind auch Fälle bekannt, bei denen Teilnehmer ohne ihr Wissen einen Abovertrag abschlossen.

Auf Bauchgefühl hören

Die gute Nachricht: Sie können sich vor den Fake-Wettbewerben schützen. Die schlechte: Es gibt keinen Schutzschild ausser Verstand und Bauchgefühl. Es gibt einige Merkmale, bei denen Sie stutzig werden sollten. Ist etwa ein Link aufgeführt, lohnt sich ein Blick darauf. Oft gleicht der Link dem vermeintlichen Urheber des Wettbewerbs, doch bei genauem Hinsehen wurde ein Buchstabe verändert. Ein klarer Hinweis, dass mit dieser Internetadresse etwas faul ist.

Auch Aufforderungen, ein Gewinnspiel an eine genau definierte Anzahl an Freunde auf Facebook weiterzuleiten, deuten auf Betrug hin. Das ist ein Verstoss gegen die Nutzungsregeln des sozialen Netzwerks, seriöse Anbieter verlangen so etwas daher erst gar nicht.

Verzichten Sie im Zweifelsfall auf einen Wettbewerb. Wer dennoch mitmachen möchte, sollte die Teilnahmebedingungen genau anschauen. Eine Internetrecherche bringt eventuell mehr Licht ins Dunkel. Geben Sie auf Wettbewerbsformularen zudem nur so viel von sich preis wie für das Gewinnspiel nötig. Da häufig nach Telefonnummern oder Mailadressen gefragt wird, arbeiten Sie mit Wegwerfadressen (zum Beispiel www.trashmail.net) und einer Prepaid-SIM-Karte, die Sie nur für Wettbewerbe nutzen. Rufen Sie nicht unbekannte Nummern an – der Hauptgewinn ist dann wohl eher eine happige Telefonrechnung als eine Traumreise.