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Sesam, öffne dich!

Intelligente Türschlösser öffnen und schliessen Wohnungstüren automatisch. Und das ist nicht mal ein Hexenwerk: Bei manchen Modellen ist die Montage in wenigen Minuten erledigt.

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Getty Images
18. Februar 2019

Stellen Sie sich vor: Sie schleppen sich nach dem Wocheneinkauf voll bepackt zu Ihrer Wohnungstür. Die erkennt Sie plötzlich automatisch und öffnet sich, ohne dass Sie den Schlüssel aus den Untiefen Ihrer Handtasche kramen müssen. Und wenn Sie die Wohnung wieder verlassen, schliesst die Türe automatisch hinter Ihnen. Möglich machen das sogenannte Smart Locks, also intelligente Schlösser, die alle Bewohner beispielsweise via Smartphone oder Funkschlüssel erkennen.

Besonders einfach sind Lösungen, die sich auf den bestehenden Schliesszylinder montieren lassen, wie etwa Nuki. Im Unterschied zu Alternativen, die einen Austausch des Zylinders erfordern, sind diese smarten Türschlösser sogar in Mietwohnungen problemlos einsetzbar.

Vor dem Kauf sollten Sie aber abklären, ob Ihr Schloss die Voraussetzungen erfüllt. Sollte es schwergängig sein oder ab und zu klemmen, reicht eventuell der Motor des Smart Locks nicht aus. Ausserdem muss der Schliesszylinder für die Montage innen um einige Millimeter herausragen. Das variiert je nach Modell, beim Nuki Smart Lock Combo sind es mindestens drei Millimeter. In diesem Paket ist auch das Zubehör vorhanden, um das Schloss mit dem Internet zu verbinden und nicht nur via Bluetooth zu nutzen. So kann es von überall auf der Welt gesteuert werden und Sie können dem Paketboten oder Monteur sogar vom Feriendomizil aus die Tür öffnen.

Die Montage ist sehr einfach und selbst für weniger begabte Handwerker innerhalb weniger Minuten machbar. Betrieben wird das Nuki mit gewöhnlichen AA-Batterien, die zugehörige App gibt es für Android und iOS.

Vergleichsweise sicher

Smart Locks sind verhältnismässig sicher, da sie von aussen nicht zu erkennen sind – ausser es handelt sich um Modelle mit Fingerabdrucksensor oder Code-Eingabegerät. Da die Funkverbindung nur über kurze Distanzen bis zu maximal zehn Metern erfolgt, reicht ein kurzer Rundumblick, um eventuelle Hacker zu entlarven. Wenn das Schloss aber mit dem Internet verbunden wird, könnten Hacker ihre Attacken theoretisch auch aus der Ferne ausführen. Die Netzanbindung erhöht dafür den Komfort enorm. So lassen sich einige Produkte etwa mit Google Assistant, Alexa oder Siri steuern.

Bei der Mobiliar, dem grössten Sachversicherer der Schweiz, ist bisher kein Fall gehackter Smart Locks bekannt. Nach ihrer Einschätzung würde so ein Fall nicht als Einbruch, sondern als einfacher Diebstahl gelten, weshalb etwa Geldwerte nicht versichert wären.

Bei komplexeren Lösungen kann die Montage kompliziert werden und unter Umständen einen Fachmann erfordern. Auch bei einfacheren Modellen empfiehlt sich zumindest für absolute Laien eine Beratung im Laden. 

Smart Locks gibt es auch für Fahrräder und Vorhängeschlösser