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Wer krank ist, sollte wenigstens beim Temperaturmessen nicht auch noch leiden. Wir haben fünf Fieberthermometer getestet: Wie angenehm, schnell und genau sind sie?

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Getty Images, zvg
11. November 2019

Zum Start der Grippesaison haben wir fünf Fiebermesser getestet: zwei digitale Stabthermometer, Medisana FTC und Omron Flex Temp Smart, das smarte Thermometer Nokia SCT01, das Ohrthermometer Thermo Scan IRT6020 von Braun und das Ohr- sowie Infrarotthermometer FT 65 von Beurer.

Besonders angenehm ist die Messung mit Stirnthermometern. Sie erledigen ihren Job, ohne den Körper überhaupt berühren zu müssen. Allerdings liefern sie auch die ungenausten Resultate. Die grösste Abweichung zwischen verschiedenen Messungen haben wir in unserem Test mit 0,5 Grad zwischen dem tiefsten und dem höchsten gemessenen Resultat beim Nokia SCT01 festgestellt. Es ist schwierig, den Fiebermesser bei jeder Messung ähnlich vor die Stirn zu halten. Experten warnen zudem, dass die Temperaturmessungen an der Schläfe bei Fieber oft zu tief ausfallen. Dafür sind sie besonders hygienisch: Weil sie nicht mit Körperflüssigkeiten in Berührung kommen, kann dasselbe Gerät für die ganze Familie verwendet werden – bei Kleinkindern und Babys sogar unbemerkt im Schlaf.

Der Professionelle - Ärzte schwören auf Ohrmesser. Die richtige Anwendung will aber geübt sein.

Der Angenehme - Die weiche und bewegliche Spitze zeichnet diesen Fiebermesser aus.

Der Genaue - So wenig Abweichung gab es in unserem Test bei keinem anderen Fiebermesser.

Verwendet man den Beurer FT 65 als Stirnthermometer, berührt man die Schläfe anders als bei Nokia tatsächlich. Auch das ist relativ angenehm. Dafür sind konstante Messungen auch hier schwierig. Als einziges Modell im Test kann der FT 65 auch die Temperatur von Objekten erfassen – dann allerdings mit Abweichungen von gut 1,5 Grad.

Genauere Resultate lieferte der FT 65 in der Ohrthermometer-Version. In unserem Test betrug die Differenz zwischen zwei Messungen maximal 0,2 Grad. Das gilt auch für das Modell von Braun. Ärzte messen meist mit solchen Ohrmessern, da sie zuverlässige Resultate liefern. Damit die Messung im Ohr richtig funktioniert, muss dieses erst etwas zurechtgezogen werden. Das will geübt sein und kann sich unangenehm anfühlen – dafür ist es schnell vorbei.

Vergleichbar genaue Resultate lieferte im Test die orale Messung mit den Stabmessern von Omron und Medisana. Gar keine Abweichung ergab sich mit beiden Stabthermometern bei der (axillaren) Messung in der Achselhöhle. Dabei fühlt sich das Omron-Modell dank flexibler Spitze angenehmer an. Dafür hinterlässt dessen Material – zumindest in neuem Zustand – einen etwas unangenehmen Geschmack im Mund.

Schnelle Sache

Am schnellsten gelingt die Messung mit den Modellen von Beurer und Nokia, die nach ein bis zwei Sekunden bereits das Resultat liefern. Knapp dahinter mit rund fünf Sekunden folgt der Fiebermesser von Braun. Jener von Medisana benötigt rund eine Minute, der von Omron je nach Messort zwischen zehn und 25 Sekunden. Alle Modelle geben mit einem Signalton oder im Fall von Nokia durch Vibration an, wenn die Messung fertig ist. Der Flex Temp Smart misst auch nach diesem Signalton noch weiter. Wer ein genaues Resultat will, sollte bei der axillaren Messung deshalb nach Ertönen des Signaltons noch rund eine Minute weiter ausharren.

Der Wandelbare - Stirnmesser, Ohrmesser, Objekt- messer - dieses Fieberthermometer ist alles in einem.

Der Smarte - In der Handy-App speichert der SCT01 Messresultate samt Notizen für die ganze Familie.

Achtung, Fieber!

Beim Medisana-Fiebermesser ertönt bei zu hoher Körpertemperatur ein Alarm. Beurer, Nokia und Braun informieren per LED mit Ampelsystem, ob die Körpertemperatur zu hoch ist. Weil diese Grenzwerte bei Babys und Kleinkindern anders sind, stimmt Nokia seine Warnungen auf die Speicherdaten der jeweiligen Nutzer ab. Keine Warnungen gibt es bei Omron.

Die Fiebermesser von Medisana, Omron und Braun zeigen beim Start jeweils die zuletzt gemessene Temperatur an. Der Beurer FT 65 speichert sogar die letzten zehn Messungen. Das Nokia-Modell ist mit einer App auf dem Handy verbunden. In dieser können alle Familienmitglieder hinterlegt und jede Messung der entsprechenden Person zugewiesen werden. Alle Resultate werden als Fieberkurve in der App gespeichert, wo sie mit Notizen, etwa zu Symptomen und Medikamenten, versehen werden können. Praktisch – bei manchen dürfte dies aber Datenschutzbedenken auslösen.

Da der Beurer FT 65 mehrere Resultate speichert, vielseitig einsetzbar und schnell ist sowie relativ genaue Messresultate liefert – und dies zu einem sehr guten Preis –, ist er unser Testsieger. Falsch machen kann man aber mit allen fünf Testmodellen nichts.