Smart City | Coopzeitung
X

Beliebte Themen

Multimedia

Smart City

Intelligente Städte sind mehr als die Summe ihrer Apps und Sensoren. Eine eindeutige Definition, was sie ausmacht, gibt es allerdings nicht. Eine Vorstellung, wie eine Smart City aussehen könnte, liefert Panasonic in Japan.

FOTOS
Panasonic
07. Oktober 2019
Privatsphäre ade: So sieht die Modellstadt von Panasonic aus.

Privatsphäre ade: So sieht die Modellstadt von Panasonic aus.

London gehört dazu, genauso New York, Wien, Amsterdam und Singapur. Darüber, welche Stadt sich ganz vorne auf dem Weg zur Smart City befindet, sind sich die Rankings allerdings uneinig. Eine eindeutige Definition, was eine smarte Stadt ausmacht, gibt es bisher nämlich nicht.

Eine Idee vermittelt die von Panasonic geplante Modellstadt Fujisawa SST (Smart Sustainable Town) in Japan. Sie spart gegenüber herkömmlichen Städten 30 Prozent Wasser und Strom und 70 Prozent CO2. Alle Häuser sind vernetzt, mit Sensoren ausgerüstet und regulieren ihren Verbrauch selbst. Die Verwaltung ist eine Art Datenzentrale, die stets weiss, was sich auf Strassen und Grünflächen bewegt. Die Bewohner haben das so ausgesucht, profitieren dafür von grünen Begegnungszonen und umfangreichen Bildungsangeboten.

Smart heisst nicht bloss digital

Eine Smart City ist mehr als die Summe ihrer Apps und Sensoren. Nachhaltige Wirtschaft, durchdachte Mobilitätskonzepte, intelligente Verwaltung und einwohnerfreundliche Stadtgestaltung sollen zu hoher Lebensqualität führen. Von Bildung bis Verkehr ist fast jeder Lebensbereich betroffen. Smart heisst nicht, alles ist digitalisiert. Digitalisierung ist aber ein wesentlicher Teil.

Aussehen könnte das so: Wenn Sie morgens das Haus verlassen, regelt Ihr Zuhause die Heizung herunter. Eine App schlägt den aktuell besten Transportweg zur Arbeit vor. Sie nehmen das Velo, denn der E-Bus ist schon sehr voll und der Nachbar mit dem Elektroauto bereits weg. Gut so, denn das E-Health-Programm mahnt: Ihre Gesundheitswerte sind zurzeit nicht die besten. Die App fragt, ob Sie auf dem Rückweg ein Paket mitnehmen wollen oder ob die Lieferung per Velokurier angenehmer sei.

Teilprojekte gibt es bereits. Städte wie San Francisco, Kopenhagen und London sind bekannt für E-Mobilitätslösungen, modernes Energiemanagement oder eine effiziente digitale Verwaltung. Entscheidend ist es, alle diese Teile zu verbinden. Im Punkt «Governance» geben die Rankings Städten bisher aber eher schlechte Noten. Als vorbildlich gilt Wien, wo eine zentrale Stelle alle Projekte koordiniert – was alles andere als einfach ist. Millionenstädte, die nicht auf dem Reissbrett entstanden sind, haben es damit deutlich schwerer als Fujisawa mit 3000 Einwohnern.

Strassen verwandeln sich nicht ohne Weiteres in Grünzonen, und vieles ist mehr als eine Frage von Aufwand oder Technik. Eine Strassenlaterne, die gleichzeitig als Hotspot dient, die Luftqualität misst und die Strasse überwacht, ist eine Sache. Eine Wohnung, die die Verwaltung benachrichtigt, wenn sich dort für einige Tage nichts rührt, eine andere. Mit dem Internet der Dinge kommt dazu eine Geräteklasse in den Haushalten an, bei der es noch grosse Sicherheitsbedenken gibt. Und zu vielem gehen die Meinungen der Einwohner auseinander, beispielsweise ob sie sich von Kameras und Sensoren behütet oder bedroht fühlen. Mitwirkung und Integration, andererseits, gelten als Schlüssel für eine gute Lebensqualität.