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Surfen mit Gütesiegel

Mit der Domain «.swiss» existiert ein Label, das Datenklau, Identitätsdiebstahl und Co. im Internet erschwert. Welche Onlineplattformen diese Auszeichnung für Schweizer Qualität tragen dürfen, bestimmt der Bund.

08. Dezember 2019
Die Domain .swiss gibt Internetnutzern Sicherheit beim Surfen.

Die Domain .swiss gibt Internetnutzern Sicherheit beim Surfen.

Shopping-Touren auf Onlineplattformen oder Buchungen von Ferienreisen können oft zum bösen Erwachen führen. Sogenannte «Fake Shops» kassieren die Vorauszahlung und schicken minderwertige Ware. Gelegentlich wird das bestellte Produkt auch gar nicht geliefert – oder das gebuchte Hotel existiert nicht. Vorgetäuschte Lieferschwierigkeiten oder andere Ablenkungsmanöver sollen die Kunden daran hindern, rechtliche Schritte einzuleiten.

Gütesiegel vom Bund

In der Schweiz können solche Ärgernisse durch eine .swiss-Adresse vermieden werden. Alle Antragssteller werden vom Bund gründlich geprüft. Nur Unternehmen mit physischem Geschäftssitz und einem Handelsregistereintrag in der Schweiz können sich dafür registrieren und damit auftreten. Das macht .swiss immer stärker zum weltweit einfach verständlichen Gütesiegel für Produkte und Dienstleistungen von Schweizer Unternehmen und Organisationen.

Vor allem in puncto Marketing und Werbewirkung wird der Wertgewinn hoch eingestuft. René Dönni Kuoni (55), Vizedirektor des Bundesamts für Kommunikation (Bakom), sagt: «Der Bund hat .swiss aufgeschaltet, damit Firmen, Organisationen und die öffentliche Hand einen sicheren Ort finden und nutzen, an dem wir auch überprüfen können, wer dahintersteckt, und wo die Schweiz authentisch präsentiert wird.»

Lokal ist Trend

Diese Einschätzung wird von ausländischen Tendenzen gestützt. Je länger je mehr setzen grosse Metropolen in ihrer Positionierung auf Domains mit lokalgeografischer Endung. Beispiele sind London, Paris, New York, Berlin, Köln, Elsass, Korsika oder im japanischen Yokohama. Der Trend ist klar: Wichtige Destinationen sind im Internet mit ihren eigenen Endungen präsent und verstärken ihren Markenauftritt. Daran orientiert sich auch der Schweizer Bund. In einer «obligatorischen Empfehlung» hat er .swiss zu einer offiziellen Domain erklärt. So kommt man unter www.gov.swiss direkt auf die Seite des Bundesrates. Unter easygov.swiss erreicht man die Plattform, die Unternehmen eine schnelle Abwicklung der Behördengänge ermöglicht.

Im Bakom beobachtet man die Tendenz, dass bei medialen Nennungen der Domain die Gesuche für Adressen mit .swiss zunehmen. Auch der Zürcher Werber Frank Baumann (62) ist überzeugt: «Branchen, die die Notwendigkeit besitzen, mit der Schweiz in Verbindung gebracht zu werden, fahren mit .swiss sicher richtig.» Grosses Potenzial sieht er auch bei nationalen Berufs- und Sportverbänden. Damit spricht Baumann die grösste Strahlkraft der Domain an. Denn wer eine Internetseite mit der Endung .swiss anklickt, kann sicher sein: Wo Swiss draufsteht, ist auch Swiss drin. 

Der Weg zur Domain .swiss

  1. Prüfen Sie auf www.dot.swiss, ob Ihre Wunsch-Domain verfügbar ist und ob Sie die Kriterien für eine erfolgreiche Registrierung erfüllen.
  2. Bestellen Sie Ihren Wunsch-Domain-Namen beim Registrar oder Wiederverkäufer Ihrer Wahl.
  3. Das Bakom prüft, ob Ihr Gesuch die Kriterien für eine Registrierung erfüllt
  4. Die gegenwärtigen Marktpreise für (nicht-generische) .swiss-Domain-Namen liegen zwischen 115 und 170 Franken pro Jahr.
  5. Nach bestandener Vorprüfung durch das Bakom wird Ihr Registrierungsgesuch während 20 Tagen publiziert. In dieser Zeit können Konkurrenzgesuche eingereicht werden. 
  6. Ist die 20-tägige Frist ohne Konkurrenzgesuch oder Bemerkung abgelaufen, wird der Domain-Name in der Regel innert drei Tagen zugeteilt. Ihr Registrar wird darüber informiert, ob die Zuteilung erfolgreich war oder ob das Gesuch abgelehnt wurde.

Mehr unter: www.dot.swiss