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Tadellose Spiegellose

Nach und nach verdrängen spiegellose Systemkameras die Spiegelreflexkameras – auch im oberen Leistungssegment. Ihre Vorteile sind zu offensichtlich.

FOTOS
Canon/Presse Center
14. Januar 2019

Neue spiegellose Kameras bringen Bewegung in den Fotomarkt.

Zu Beginn eine Begriffsklärung: Systemkameras sind Kameras mit austauschbaren Objektiven. Dies im Gegensatz zu Kompaktkameras, deren Objektive fest eingebaut sind. Innerhalb der Systemkameras unterscheidet man zwischen Spiegelreflexkameras – kurz: DSLR (Digital Single Lens Reflex) – und spiegellosen Kameras – kurz: DSLM (Digital Single Lens Mirrorless). Und um Letztere geht es hier.

Nachdem vorab Sony, Fuji, Panasonic oder Olympus bereits seit Längerem Vollgas gegeben und auch Spiegellose im mittleren bis oberen Preissegment präsentiert hatten, folgten nun endlich die Branchenleader Canon und Nikon.

Gründe für den Siegeszug der spiegellosen Systemkameras gibt es viele. So sind sie etwa handlicher als Spiegelreflexkameras mit vergleichbarer Bild- qualität. Dies aus zwei Gründen. Zum einen, weil die Spiegelkonstruktion zwischen Objektiv und Sensor entfällt, wodurch die Linsen der Objektive näher an den Fotosensor der Kamera rücken; zum andern, weil die Objektive selber dadurch mit weniger Glas und damit leichter gebaut werden können. Beides spart Platz, Gehäuse und Objektive fallen kleiner und leichter aus. Dadurch sind die Spiegellosen ideale Begleiter zum Beispiel auf Flugreisen oder längeren Wanderungen.

Da der Spiegel durch ein hochwertiges Display ersetzt wurde, sieht der Fotograf im elektronischen Sucher von DSLM-Modellen genau das, was er später aufnimmt. So lässt sich bereits vor dem Abdrücken erkennen, ob Belichtung und Farben stimmen.

Tempo bolzen ohne Spiegel

Auch im Serienbild-Modus sind die Spiegellosen im Vorteil: Im Gegensatz zu den DSLR-Kameras gibt es hier keinen Spiegel, der für jede einzelne Aufnahme zeitraubend hoch- und wieder heruntergeklappt werden muss. Und auch frühere Verzögerungen beim Autofokus gehören bei neuen DSLM-Kameras – insbesondere des mittleren bis höheren Preissegments – der Vergangenheit an.

Nicht nur Vorteile

Klar, die neue Leichtigkeit bringt auch das eine oder andere Problem mit sich – allerdings wohl nur vorübergehend. So können Umsteiger von einer Spiegelreflex- auf eine spiegellose Kamera ihre alten Objektive nur mit einem Adapter weiterverwenden. Zudem ist die Auswahl an Wechselobjektiven für Spiegellose noch nicht so reich. Und: DSLM-Kameras verbrauchen wegen des elek- tronischen Suchers mehr Strom. Dies wird zwar durch die dauernde Verbesserung der Akkus weitgehend kompensiert, die Anschaffung eines zusätzlichen Energieträgers ist aber sicher kein Fehler.

Man kann es aus nostalgischen Gründen bedauern, aber die Tage der Spiegelreflexkamera scheinen gezählt. Der technische Fortschritt macht den Spiegel schlicht und einfach überflüssig. 

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