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Teure Datenwolke

Der US-Clouddienst Dropbox schränkt seinen Gratis-Service ein und möchte seinen Kunden so ein Bezahlabo schmackhaft machen. Doch es gibt günstigere Alternativen.

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Getty images, ZVG
16. September 2019

Nicht nur den Kopf, sondern auch alle Dateien in den Wolken haben ? das geht auch günstig.

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Clouddienste

Harte Zeiten für Dropbox-Nutzer: Der populäre Onlinespeicher-Anbieter schränkte unlängst die Anzahl der Geräte, die im kostenlosen Basic-Abo auf die Daten zugreifen können, auf drei ein. Wer mehr möchte, muss auf die kostenpflichtigen Varianten umsteigen. Das geht allerdings ins Geld: Die Bezahl-Abos beginnen ab 9.99 Euro monatlich (je nach Wechselkurs circa 11 Franken). Wer deshalb umsteigen möchte, findet günstigere Alternativen. Allen voran die beiden Gratis-Angebote der IT- Grössen Microsoft und Google, One- Drive und Google Drive. OneDrive bietet seinen Nutzern fünf Gigabyte Speicherplatz, also mehr als doppelt so viel wie Dropbox. Wenn Sie mehr benötigen, können Sie den kostenlosen Account ab 1.95 Franken aufstocken. Konkurrent Google Drive bietet gleich 15 Gigabyte Speicherplatz. Auch hier gibt es natürlich grössere Varianten, die im Abo ab 2 Franken monatlich erhältlich sind.

Beide US-Dienste allerdings sind vielen Nutzern spätestens seit den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden suspekt, da das amerikanische Datenschutzgesetz bei Weitem nicht mit dem der europäischen Länder mithalten kann. Viele Menschen befürchten daher, dass die amerikanischen Geheimdienste in ihren Daten herumschnüffeln könnten. Eine valable Alternative ist der neuseeländische Cloudservice Mega mit 50 kostenlosen Gigabytes. Allerdings kann es hier manchmal dauern, bis neue Daten synchronisiert sind und somit auf allen Geräten zur Verfügung stehen – in unserem Test vor allem beim Upload von Handy-Fotos. Nichts für Ungeduldige!

Die Cloud aus der Heimat

Mit myCloud bietet auch der Schweizer Telekom-Riese Swisscom ein Gratis-Abo an, das in der Light-Variante 10 Gigabyte bietet (Abonnenten von InOne, Infinity oder Vivo erhalten satte 250 Gigabyte kostenlos). Ausgerechnet hier passierte im Sommer aber eine schwere Panne: Plötzlich waren die Daten von unzähligen Kunden verschwunden und konnten nicht wiederhergestellt werden. Dieser Vorfall zeigt: Die absolute Sicherheit gibt es nirgends. Daher sollte man sich gut überlegen, welche Dateien man der Cloud anvertraut und bei welchen eine verschlüsselte Partition auf dem PC und der externen Festplatte oder dem verschlüsselten USB-Stick der bessere Platz ist.

Wer die Sicherheit in seiner Datenwolke aber zumindest deutlich erhöhen möchte, kann das mit wenigen Handgriffen tun. Das deutsche Verschlüsselungsprogramm Cryptomator (PC, Mac, Linux, Android, iOS) lässt sich einfach in die gängigen Onlinespeicherdienste integrieren und erstellt dort einen verschlüsselten Ordner. Wird eine Datei an diesen Ort verschoben, wird sie automatisch verschlüsselt. So können die Betreiber der Cloudservices Ihre Daten nicht mehr lesen. Und das erst noch zum fairen Preis: Bezahlen kann jeder, was er möchte.