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Tik Tok gibt Takt an

Mit dem Handy zum Singstar, auch ohne gute Stimme. Das ist mit der App Tik Tok möglich. Die chinesische Playback-App eroberte das Internet im Sturm und macht Teenager zu Videostars. Es ist jedoch Vorsicht geboten.

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Tiktok
11. März 2019

In den 1990er-Jahren gab es die Mini Playback Show, heute verwenden Kinder und Jugendliche lieber Tik Tok. Mit der chinesischen App können sie auf dem Handy oder Tablet kurze Playback-Videos drehen und sich damit wie kleine Musikstars fühlen. Danach stellen sie ihre Aufnahmen online und geben sich gegenseitig Herzchen.

Die Herzen der Teenies eroberte Tik Tok weltweit im Sturm. Ende Februar feierte die chinesische App eine Milliarde Downloads. In den Schweizer Downloadcharts hält sich die App bereits seit mehreren Monaten in den Top 50.

Um einen 15 Sekunden langen Videoclip zu erstellen, sucht man sich als Erstes einen passenden Song. Egal, ob Rihanna, Helene Fischer oder Lo & Leduc, die App bietet eine riesige Auswahl und trifft jeden Geschmack.

Nach der Songauswahl entscheiden die User, ob sie im Video die Lippen synchron zum Musiktext bewegen oder tanzen. Beides zusammen klappt auch. Sehr beliebt sind sogenannte Challenges. Die Nutzer fordern sich gegenseitig auf, einen bekannten Tanz zu üben, zum selben Lied zu singen oder sich als Popsternchen zu verkleiden. Wer mehr Herzchen bekommt, gewinnt.

Für den perfekten Feinschliff stehen zusätzlich noch lustige Filter oder Schönheitseffekte zur Verfügung. Ausserdem können die User ihre Videos in Slow-Motion aufnehmen. So wird die Musik beim Aufnehmen langsamer und das synchrone Mitsingen ist einfacher. Das fertige Video ist dann wieder in der normalen Geschwindigkeit.

Früh übt sich

Wer Tik Tok verwenden möchte, muss zwar zuerst bestätigen, dass er mindestens 13 Jahre alt ist. Nichtsdestotrotz tummeln sich auf der Musik-App auch Kinder im Primarschulalter. Sie toben sich mit ihrem Smartphone kreativ aus und studieren ganze Choreografien mit ihren Freunden ein. Die Kinder haben sichtlich Spass, wissen aber nicht, welche Folgen Tik Tok haben kann.

Der Datenschutz des chinesischen App-Anbieters ist besonders für Kinder nicht sehr hoch. Die App darf nämlich, ohne den User um Erlaubnis zu fragen, die Videos für Werbung oder andere Zwecke verwenden. Bei einem öffentlichen Profil können sogar fremde Menschen die Aufnahmen ohne Konsequenzen herunterladen und weiterverbreiten. Für den nachlässigen Umgang mit Daten von Kindern zahlte Tik Tok im Februar nun aber eine Busse von fast sechs Millionen US-Dollar.

Wer sich besser schützen möchte, kann sein Profil auf Privat stellen. So entscheidet der User selber, wer seine Videos sehen darf und wer nicht. Ausserdem gibt es mit der Funktion «Digital Wellbeing» eine Kindersicherung. Eltern können die Ansicht von Videos nach Altersgruppe einschränken und die Nutzungszeit der App auf maximal zwei Stunden täglich begrenzen.