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Entgiftet putzen

Draussen erwacht die Natur und damit steigt auch die Motivation für den Wohnungsputz. Hier kommen ein paar saubere Tipps.

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15. April 2019

 Der Umwelt zuliebe: Öko-Putzmittel verwenden und sparsam dosieren.

Vogelgezwitscher bei Sonnenaufgang und Krokusse, die aus dem Erdreich schiessen, sind untrügliche Zeichen: Es ist Frühling. Und damit erwacht bei vielen Menschen der Putzeifer. Denn jetzt ist Zeit, sich vom angestauten Winterdreck zu befreien. Gemäss einer Umfrage der Marke Durgol planen rund vier Fünftel der Schweizerinnen und Schweizer einen Frühlingsputz. Dabei spielen für die Mehrheit (82 Prozent) auch ökologische Aspekte eine Rolle. Ein Viertel der Schweizer legt sogar grossen Wert auf ökologische Reinigungsmittel. Diesen Trend stellt auch Matthias Juon, bei Coop verantwortlich für Reinigungsmittel, fest: «Gerade auch die Nachfrage nach unseren Oecoplan-Reinigungsmitteln, die nach strengen Richtlinien entwickelt und produziert werden, hat in den letzten Jahren stark zugenommen.»

Grün, grüner, öko

Wer seine Wohnung sauber machen will, ohne die Umwelt mit zu viel Chemie zu belasten, kann auf Grosis Putztricks zurückgreifen. Etwa mit einem Gemisch aus schwarzem Tee und Zitrone, das dem Putzwasser beigefügt wird, die Fenster putzen und zum Nachpolieren die Zeitung oder einen Nylonstrumpf verwenden. Oder mit rohen Kartoffelschalen die Armaturen von Kalk befreien. 

Grossmutters Hausmittelchen wie Essig, Kaffeesatz, Kernseife oder Soda, mit denen sie anno dazumal Verschmutztes wieder sauber oder zum Glänzen brachte, waren damals sicher top. Als Alternative zu diesen Hausmitteln gibt es mittlerweile aber eine Vielzahl an umweltschonenden Reinigungsmitteln, die auf Konservierungsstoffe, eine hohe Konzentration an Chemikalien und umweltschädliche Duftstoffe verzichten und biologisch gut abbaubar sind. In der Anwendung bewähren sich die meisten Öko-Produkte und putzen so hygienisch wie herkömmliche Reiniger. «Oecoplan-Produkte sollen die gleiche Leistung erbringen wie konventionelle», sagt Matthias Juon. Er verweist auch auf den ökologischen Mehrwert, den die Reiniger nebst den Inhaltsstoffen bieten: «Die Flaschen sind beispielsweise aus Recycling-Plastik und für viele Produkte gibt es Nachfüllpackungen.» Ein Pluspunkt in Zeiten des globalen Plastikmüll-Problems.

Viel hilft viel stimmt nicht

Putzen ist das Zusammenspiel aus Chemie (Reinigungsmittel), Temperatur (Wasser), Zeit (Einwirkzeit) und Mechanik (Muskelkraft, reiben, scheuern). Nur wenn alle vier Faktoren gut aufeinander abgestimmt sind, erzielt man das bestmögliche Resultat. Ein Beispiel: Je besser und wirksamer die Chemie, desto weniger Zeit, Temperatur und Kraft braucht es. Will man aber mit einem weniger stark konzentrierten Reiniger putzen, muss der mechanische Aufwand erhöht werden, sprich: Es braucht mehr Muskelkraft. Durch Mechanik kann also Chemie beziehungsweise Reinigungsmittel gespart werden, was nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie schont. 

 Mit ökologischen Reinigern zu putzen ist eine saubere Sache.

Putzmittel werden vielfach zu hoch dosiert; eine Überdosierung verbessert jedoch nicht die Sauberkeit, sondern bedeutet unerwünschte Wischspuren und Putzmittel-Rückstände, die mit zusätzlich viel Wasser entfernt werden müssen. Das wiederum erhöht die Abwasser- und damit die Umweltbelastung. Daher ist wichtig, sich an die Gebrauchsanweisung zu halten. 

Fett gegen Fett

In vielen Haushalten ist der Putzschrank zum Bersten voll. Für jedes Material und jeden Zweck gibt es mittlerweile Spezialreiniger. Das macht die Putzarbeit nicht unbedingt einfacher; oft weiss man nämlich nicht, welche Reiniger man wogegen benutzen soll und arbeitet mit den falschen Produkten. Dazu sagt Juon: «Reinigungsmittel sind auf die Schmutzarten, aber auch auf die entsprechenden Oberflächen und Anwendungsformen optimiert.» Verwendet man also nicht spezifisch für den Schmutz oder die Oberfläche erarbeitete Produkte, muss meist mehr Chemie eingesetzt werden, was unökologisch ist, oder der Schmutz wird nicht optimal entfernt. Hier ein paar Tipps: In der Küche beispielsweise ist ein basisches Putzmittel wie ein Fettreiniger ein wirksames Mittel gegen Fettrückstände. Im Bad wiederum sollte ein saurer Reiniger gegen Kalk, zum Beispiel ein Kalkreiniger, zum Einsatz kommen. Für die Reinigung der Toilette sind WC-Reiniger sinnvoll, da diese aufgrund ihrer Dickflüssigkeit an der WC-Schüssel länger haften bleiben und neben Kalk auch Urinstein entfernen. 

Sonne hat reinigende Kraft

Während die Grossmutter zu ihrer Zeit Baumwolltücher oder den erwähnten Nylonstrumpf zum Putzen verwendete, sind heute Mirkofasertücher unverzichtbar. Staub und Schmutz lassen sich damit trocken oder mit etwas Wasser, ganz ohne Reinigungsmittel, entfernen. Bei hartnäckigen Ablagerungen kann man dem lauwarmen Wasser wenige Tropfen Allzweckreiniger beimischen. Empfindliche, gestrichene, geölte oder offenporige Oberflächen sollten aber nicht mit diesen Tüchern geputzt werden, denn die feine, aufgeraute Gewebestruktur kann diese zerkratzen.

Für eine ökologische Reinigung ist auch die Sonne ein wirksames «Putzmittel». Die UV-Strahlung wirkt keimtötend und verhindert die Vermehrung von Bakterien und Viren. Matratze, Decke oder Kissen bei Schönwetter also einfach draussen gründlich durchlüften. Das machte auch schon das Grosi so … 


Praktische Helferlein

Mit Säure gegen Kalk und Urinstein
Coop Oecoplan WC-Reiniger Lemongrass* 750 ml, Fr. 2.95

Der Name ist Programm – reinigt fast alles
Coop Oecoplan Allzweckreiniger Lemongrass*, reinigt und löst Fett, Fr. 3.10/1 l

Basisches Putzmittel gegen Fett
Coop Oecoplan Küchen-Fettreiniger* 500 ml, Fr. 3.25