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Stadt, Land, Focus

Den von Grund auf erneuerten Ford Focus gibt es seit dem Frühjahr auch als Crossover-Modell Focus Active. Die Aufwertung ist gelungen – und das nicht nur optisch.

FOTOS
zvg
08. April 2019

Im «Spassmodus» macht der Ford Focus Active auch Stadtkindern Lust auf eine Landpartie.

Aus einem biederen Wagen lässt sich mit kleinen Karosserie-Retuschen fast so etwas wie ein SUV machen. Grundsätzlich ist gegen ein wenig Schminke auch nichts einzuwenden: Wer auf den muskulösen Auftritt Wert legt, obwohl er so gut wie nie abseits der bestens geteerten Schweizer Strassen unterwegs ist, hinterlässt mit so einem Modell im Vergleich zu schweren Allradlern einen deutlich kleineren ökologischen Fuss- respektive Reifenabdruck. Auch der Ford Focus Active zeigt – neben anderen Design-Eigenheiten – die auffälligen äusseren Merkmale eines Cross­overs: schwarze Verkleidungen an den Radkästen. Zudem betonen grössere Felgen und eine Dachreling die um drei Zentimeter erhöhte Bodenfreiheit.

Ein ganz neues Auto

Ford Focus Active Stationwagon

Motor & Antrieb

  • 4 Zylinder-Turbodiesel
  • 2,0 Liter, 150 PS (110 kW)
  • 8-Stufen-Automat
  • Frontantrieb

Verbrauch und CO2

  • 4,6 l/100 km, 119 g/km CO2
  • Testverbrauch: 5,3 l/100 km
  • Partikelfilter, Euro 6d temp
  • Energieetikette B

Preis
34 900 Franken

Platzangebot 4 von 5
Komfort 5 von 5
Kosten/Nutzen 3 von 5

Erfreulicherweise ist in diesem Fall aber schon das Basismodell alles andere als ein biederer Wagen: Zum 20. Geburtstag dieser Baureihe hat Ford im vergangenen Jahr einen ganz neuen Focus an den Start gebracht, auf einer neuen Plattform, mit neuen Motoren und vielen serienmässigen Assistenzsystemen.

Gerade letztere machen den Focus auch in der Modellvariante Active zu einem Auto, mit dem sich die Abenteuer des urbanen Alltags besser und bequemer bestehen lassen. Der Zugriff auf Navigationssystem oder Handy-Funktionen per Sprachbefehl funktioniert auf Anhieb ohne Verständigungsprobleme. Bremsen und Gasgeben beim Stop-and-Go-Verkehr übernimmt der adaptive Tempomat mit Stau-Assistent – vorausgesetzt, man hat Getriebeautomatik und das «Technology Pack» mitbestellt.

Ein wandlungsfähiger Charakter

Das Fahrverhalten des Focus lässt sich per Knopfdruck von «Normal» auf «Eco» (weniger Verbrauch) oder «Sport» (direktere Lenkung und rasanteres Beschleunigen, dafür aber auch mehr Verbrauch) umschalten. Beim Focus Active stehen zwei zusätzliche Varianten zur Verfügung, eine mit verstärkter Traktionskontrolle für rutschige Strassen sowie die Variante «Trail»: Damit kann man unbesorgt auch einmal unbefestigte Wege einschlagen, ohne viel mehr zu riskieren als ein paar Schlammspritzer an den Flanken. Allerdings sollten solche Touren die Ausnahme sein – der Focus Active fühlt sich im Dschungel der Grossstadt eher heimisch. Und auch auf der Langstrecke zeichnet sich der Focus Active durch Komfort und Sicherheit aus: Selbst bei mehr als 100 km/h bleibt es im Innenraum angenehm ruhig. Die Sitze geben guten Halt, auch mit meinen 183 Zentimetern Körperlänge fühle ich mich hinter dem Lenkrad wohl. Die Anzeigen und Bedienelemente sind übersichtlich und gut erreichbar angeordnet. Der 8-Zoll-Touchscreen liegt hoch über der Mittelkonsole im Blickfeld, ohne von der Fahrbahn abzulenken. Spurhalte- und Notbremsassistent sowie Tempomat sind serienmässig. Auch auf der Rückbank sitzt man bequem, und der Kofferraum ist für einen Kombi der unteren Mittelklasse mit knapp 600 Litern ganz ordentlich. Bei komplett umgelegter Rückbank steigt das maximale Ladevolumen auf mehr als 1600 Liter.

«Trail»-Modus für unbefestigte Strassen, ein übersichtliches Cockpit und genügend Platz, auch im Kofferraum.

… ein übersichtliches Cockpit …

… und genügend Platz, auch im Kofferraum.

Mit dem 2-Liter-Diesel ist der Testwagen bestens motorisiert. Gleichmässiges Cruisen und vorausschauende Fahrweise halten den Verbrauch bei knapp über 4 l/100 km. Andererseits macht der Focus Active auch beim dynamischen Fahren eine gute Figur. Da ich zuweilen den «Sport»-Fahrmodus gewählt hatte (natürlich nur, um dem 16-jährigen Sohn Freude zu machen … – er nennt das den «Spassmodus») lag der Testverbrauch insgesamt leicht über 5 Liter (s. Box).

Darf es etwas mehr sein?

Was alle Mitfahrer beeindruckt hat, ist das gläserne Panorama-Schiebedach, das sich von den Sonnenblenden bis über die Rückbank erstreckt. Das gibt es nur gegen Aufpreis (Fr. 1350.–), und da der Testwagen auch sonst nahezu alles eingebaut hat, was an Optionen verfügbar ist, summieren sich die Extras auf knapp 8000 Franken. Darunter sind sinnvolle Dinge wie das «Winter Pack»: Heizung für Frontscheibe, Scheiben- waschdüsen, Vordersitze und Lenkrad – wer keine Garage hat, weiss das zu schätzen. Oder das «Park Pack», das zu den serienmässigen Sensoren vorne und hinten eine Rückfahrkamera beinhaltet sowie Türkantenschutz und – bei Automatikgetriebe – ein Assistenzsystem, welches das Parkieren fast übernimmt. Diese beiden Pakete kosten je 600 Franken. Auf die elektrische Heckklappe (nur in Verbindung mit dem «KeyFree»-System für Fr. 650.–), die Zwei-Zonen-Klimaautomatik (Fr. 45.–) oder die induktive Handy-Ladestation in der Mittelablage (Fr. 150.–) könnte ich dagegen gut verzichten.

Den Ford Focus Active gibt es schon für unter 30 000 Franken: Als Benziner mit 1-Liter-Dreizylinder (125 PS) und handgeschaltetem Sechsgang-Getriebe kostet der Fünftürer 26 650 Franken, der Stationwagon (Kombi) 2000 Franken mehr. Keine Frage, es gibt günstigere Modelle in der unteren Mittelklasse. Aber in Ausstattung, Fahrleistung und Optik kann der Focus Active die Mitbewerber übertrumpfen. In den vergangenen beiden Jahren hatte sich Ford in den Top Ten der Schweizer Neuzulassungen von Rang 8 auf 6 um zwei Plätze verbessert. Diese neue Focus-Modellvariante könnte die Marke in der Schweiz weiter voranbringen.