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Lacrosse: Die mit dem Ball tanzen

Lacrosse ist das Hornussen der Kanadier. Doch hierzulande ist der Nationalsport der Nordamerikaner praktisch unbekannt. Mit dem Bewegungsanlass «Coop Andiamo» könnte sich das ändern.

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Yannick Andrea
05. August 2019

Die Sportart Lacrosse wird vor allem in Kanada und den USA gespielt. Und in Chur. Das ist deshalb nicht ganz unwichtig, weil die Churer Lacrosse-Damen ihre Sportart am 15. September präsentieren wollen. Dann nämlich findet in Chur der Bewegungsanlass «Coop Andiamo von schweiz.bewegt», so der offizielle Name, statt. Romina Cahenzli (24) und ihre Teamkolleginnen zeigen, wie man mit dem Schläger umgeht, und sie lassen die Besucher das Spiel auch ausprobieren.

Erklärt ist die Sportart schnell: Mit dem Stick, an dessen Ende ein Netz hängt, spielt man sich den Ball gegenseitig zu und versucht, ihn ins Tor der Gegnerinnen zu schiessen. Die Spielerinnen (bei den Männern ist es übrigens genauso) dürfen mit dem Ball im Netz auch laufen. Neben diesen Grundregeln gibt es eine Vielzahl von Regeln. So darf man zum Beispiel nicht aufs Tor schiessen, wenn eine Gegnerin davorsteht und die Gefahr besteht, dass diese vom Ball getroffen wird. Man darf sich mit dem Körper aber auch nicht in die Flugbahn des Balls bewegen. Passiert es trotzdem, dass eine Spielerin getroffen wird, so ist dies ein Foul der Angreiferin. Es liegt an den Schiedsrichterinnen, früh genug abzupfeifen, «was nicht immer einfach ist», sagt Cahenzli. Nicht zuletzt deshalb wird ein Lacrosse-Spiel von drei Unparteiischen geleitet.

 Romina Cahenzli ist Spielertrainerin der Churer Lacrosse-Damen.

Das Lacrosse-Spielgerät, der Stick, mit Ball.

Zum Vergleich: grosser Torwart-Stick und Spieler-Stick.

Das Lacrosse-Spielgerät, der Stick, mit Ball (Bild links). Nie fehlen darf der Mundschutz (Bild oben). Zum Vergleich: grosser Torwart-Stick und Spieler-Stick (Bild rechts).

Ein Team besteht übrigens aus zehn Akteuren. Gespielt wird auf einem Fussballfeld von 80 bis 90 Metern Länge und 50 bis 60 Metern Breite. Die Spieldauer beträgt vier Mal 15 Minuten, wobei die Uhr durchläuft.

Cahenzli ist Spielerin und Trainerin der Churer Damen, die zwischen 15 und 30 Jahre alt sind. Ihr gefällt Lacrosse, «weil es extrem schnell und weil es ein Mannschaftssport ist». In der Damenversion ist Lacrosse kein wirklich grober Sport, und doch kann es recht zur Sache gehen. Der Gegnerin den Ball aus dem Stick schlagen, ist erlaubt, auch Stossen und Rempeln gehören dazu. So manche hat schon eine blutende Nase davongetragen. Um gröbere Verletzungen zu verhindern, tragen alle einen Mundschutz.

Auswärtsspiele gehen ins Geld

HISTORISCH

Die ursprüngliche Variante des Lacrosse war eher rustikal

Lacrosse lässt sich im Gebiet des heutigen Kanadas bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Die indianischen Stämme spielten es auch, um Unstimmigkeiten auszutragen und Konflikte beizulegen. Das Spielfeld war mehrere Hundert Meter bis mehrere Kilometer lang, es konnten auch bis zu 1000 Spieler antreten, und eine Partie dauerte mehrere Tage. Und etwas rustikaler wurde auch gespielt damals. Dafür gab es vermutlich weniger Regeln.

Die Damen aus Chur spielen bereits seit zehn Jahren in der Schweizer Lacrosse-Meisterschaft erfolgreich mit. Wobei: Erfolg ist eine relative Sache. Romina Cahenzli sieht es mit einem Schuss Humor: Die Churer Damen spielen in der höchsten Spielklasse der Schweiz. Cahenzli dazu: «Es ist allerdings auch die einzige Spielklasse.» Und sie gehören dort zu den Top-5-Mannschaften. Cahenzli: «Die letzte Saison schlossen wir auf Rang 5 von 6 Mannschaften ab.»

Der Begeisterung tut dies keinen Abbruch: Zweimal pro Woche trainieren die Churerinnen, dazu kommen pro Halbjahr fünf Meisterschaftsspiele. Obschon nur sechs Teams mitspielen, werden in einer Saison nur ein Hin- und Rückspiel ausgetragen. «Lacrosse ist zwar kein teurer Sport, aber die Reisen zu den Auswärtsspielen müssen wir selber zahlen», sagt Romina Cahenzli.

COOP ANDIAMO

Sieben Mal Bewegung für Familie und Freunde

«Coop Andiamo von schweiz.bewegt» ist ein Bewegungsanlass für Familie und Freunde, den Coop als Titelsponsor mitfinanziert und den die Organisation «schweiz.bewegt» mit lokalen Partnern organisiert. Ziel ist es, Sport, Spiel und Spass miteinander zu verknüpfen. Auf dem Vertikal Bike können mutige Velofahrer zum Beispiel in den Himmel fahren und auf dem Pumptrack oder dem Kids-Parcours kann man die Geschicklichkeit testen! Spielzelte und eine Hüpfburg laden nebst der Fest- wirtschaft zum Verweilen ein. «Coop andiamo» findet an folgenden Orten statt:

  • 18. August: Grenchen SO
  • 25. August: Frauenfeld TG
  • 1. September: Rheinfelden AG
  • 8. September: Dielsdorf ZH
  • 15. September: Chur GR
  • 22. September: Emmen LU
  • 29. September: La Tour-de-Peilz VD