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Gastbeitrag

Die Spielzeughelden sind zurück

Ein Blick hinter die Kulissen von «Toy Story 4»: In den Pixar Animation Studios in Kalifornien entstehen in jahrelanger Arbeit wahre Meisterwerke der Animation – auch dank des Schaffhausers Martin Senn (33).

FOTOS
The Walt Disney Company, Pixar/Deborah Coleman
12. August 2019

Als Pixar 1995 mit «Toy Story» den weltweit ersten vollständig computeranimierten Film produzierte, rechnete niemand damit, dass die Spielzeughelden auch 24 Jahre später noch auf den Kinoleinwänden erscheinen würden. Doch nun ist es tatsächlich so weit und die erfolgreiche Animationsreihe geht in die vierte Runde. Auch in «Toy Story 4» führen die Spielzeugcharaktere – Sheriff Woody, sein Astronautenfreund Buzz und ihre Spielzeug-Gang – ein heimliches Eigenleben. Zusammen entdecken die Freunde die Welt ausserhalb des Kinderzimmers und begeben sich auf einen wilden Roadtrip.

Ein Schweizer für die Wolken

Zu Beginn zählte Pixar 129 Mitarbeiter, mittlerweile sind es über 1000 Spezialisten, die drei bis sechs Jahre lang an einem Film-Projekt arbeiten. «Toy Story 4» wurde als bisher aufwendigstes Gesamtkunstwerk mit einem Team von 475 Mitarbeitern erschaffen. «Es ist faszinierend, wie viele Menschen ihren Beitrag zu einem Film leisten. Es sind so viele Kleinigkeiten, die da mit hineinspielen», schwärmt der Schweizer Martin Senn (33).

Die «Toy Story 4»-Helden Woody, Buzz und Jessie mit ihrem neu gewonnenen Freund Forky.

Er ist Teil des Teams und sorgt als «der Mann für die Wolken» für die richtige Stimmung im Film. Mit Skizzen, einer Wolken-Videothek und 3-D-Modellen gestaltet er den passenden Animations-Himmel für die jeweilige Szene. Vor acht Jahren wurde der Traum des jungen Schaffhausers wahr und er durfte Teil der Pixar-Familie werden; schon früh hatte er den Wunsch, einmal in der Computer-Animation zu arbeiten. Nach dem Kunstgymnasium studierte er an der ETH Zürich Computer Science mit Spezialisierung in Grafik. «Beim Erforschen einer neuen Animations-Technologie im Rahmen meiner Masterarbeit im Research Lab von Disney wurde ich von Pixar entdeckt und angefragt, ob ich nicht nach San Francisco kommen möchte. Das war wie Weihnachten für mich», erinnert sich der Filmliebhaber, der seit 2011 an jedem Pixar-Streifen mitarbeiten durfte.

«Die Anfrage von Pixar war für mich wie Weihnachten.»

Martin Senn (33)

«Mit jedem Film werden unsere Technologien besser und besser. Mittlerweile sieht alles viel realer und lebensechter aus», erklärt Regisseur Josh Cooley (39) stolz. «In diesem Film gibt es Szenen, die so atemberaubend echt aussehen, dass wir uns teilweise etwas zurücknehmen mussten, damit es nicht zu real aussieht.»

Der Schaffhauser Martin Senn lebt in den Pixar Studios seinen Traum.

 

Wie soll ein Wagen über den Boden rollen? Was passiert im Inneren eines Karussells? Wie sieht es hinter einem Schrank aus? Jedes noch so kleine Detail ist von Bedeutung. Ebenso wichtig ist es, einen Charakter genau zu kennen, bevor er animiert wird. Die Vorgeschichte des Spielzeugs, aus welchem Material es besteht und welche Stimme es am Ende bekommt – das alles beeinflusst den Entstehungsprozess stark und macht den Film sehr aufwendig. Kein Wunder, braucht es schnell ein ganzes Team, um einen einzelnen Spielzeughelden ins Leben zu rufen.

Mit einem bisherigen Einspielergebnis von über 900 Millionen Dollar ist «Toy Story 4» äusserst erfolgreich angelaufen. Dabei war der Film laut Regisseur Josh Cooley eigentlich gar nicht geplant. «Wie die meisten anderen auch nahm ich zuerst an, dass ‹Toy Story 3› das Ende der Geschichte sein würde. Doch wie im realen Leben bedeutet jedes Ende auch einen Neuanfang.»

In der Schweiz ist «Toy Story 4» ab dem 15. August in den Kinos zu sehen.

Im Kino

Toy Story 4

Woody geniesst sein ruhiges Cowboy-Dasein in seinem neuen Zuhause, Bonnies Kinderzimmer, bis ihm Bonnie einen neuen Mitbewohner präsentiert: Gabelmännchen Forky! Doch Forky hat eine schwere Identitätskrise und ist davon überzeugt, kein Spielzeug zu sein. Doch was ist er dann? Müll? Forky versucht auf halsbrecherische Art zu beweisen, dass er für etwas anderes bestimmt ist. Schon bald geht es auf in ein aussergewöhnliches Abenteuer zusammen mit Ducky und Bunny, vorlauten Jahrmarkt-Stofftieren, die mit einer grossen Klappe und einem noch grösseren Ego darauf warten, gewonnen zu werden. Zusammen mit alten und neuen Freunden erleben Forky und Woody den Roadtrip ihres Lebens.

Filmstart: 15. August 2019
Land: USA 2019
Länge: 102 Minuten
Besetzung (Stimmen): Patricia Arquette, Keanu Reeves, Tom Hanks
Regie: Josh Cooley