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Wohnen

Schlicht und wild

Ein Bad aus längst vergangenen Zeiten kann sehr schön sein! Wenn es zum Beispiel aus der Epoche des Jugendstils stammt. Die 70er- und 80er-Jahre hingegen stossen auf weniger Begeisterung.

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ZVG
26. März 2018

Erleichterung beim reinigen

Immer wieder entrümpeln
Weniger Besitz generiert weniger Putzaufwand. Geübte Entrümpler machen diese Erfahrung immer wieder.

Auch mal Neues probieren
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Recycling beim Putzen
Storen putzen kann wahnsinnig machen. Einfacher gehts mit einer alten Socke über die Hand gestreift.

Wie sieht ein Horror-Badezimmer aus, das alle vor Schreck erstarren lässt? Meistens wird es als Bad aus den 1970er-Jahren beschrieben. Die Farbe der Kacheln variiert, etwa von Olivgrün über Senfgelb bis zu einem sehr braunen Dunkelbraun mit orangen Mustern. Und der Boden besteht vorzugsweise aus einem undefinierbaren Plastikbelag.

Für Mieter ist das schwierig, denn sie tragen ein gewisses Risiko. Man kann in die eigene Tasche greifen, alles neu machen um dann vom Vermieter zu hören, dass er den alten Zustand des Bades wiederhaben will. Das Olivgrün sei doch so toll gewesen. Oder man bittet die Verwaltung um eine Renovation und nimmt dafür Mieterhöhungen in Kauf.

Weiss war nicht immer beliebt

In den 70er- und 80er-Jahren galt Weiss als zu steril, farbige Plättli hingegen als edel. Erst in den 90ern trat Weiss im Bad seinen Siegeszug an. Bis sich in den letzten Jahren ein neuer Trend etabliert hat: mehr Natur und Sinnlichkeit. Die Plättli sehen jetzt täuschend echt nach Holz aus oder imitieren Steinstrukturen, so- dass man meint, in einer echten Höhle zu stehen. Passend dazu sind die Farben nun steingrau, dezent brauntönig, oder cremig. In sind auch Mosaikfliesen, die sich bezüglich Flecken ebenfalls sehr gut machen. Oder man lässt die Plättli weg und montiert wasserabweisende Wände. Genauso praktisch.

Und was macht man nun als Mieter mit so einem Bad aus den 70er-Jahren? Sie können zum Beispiel ein Fläschchen Schnaps am Eingang platzieren und jedes Mal einen kräftigen Schluck nehmen, wenn Sie Ihr Bad betreten, zur Beruhigung. Oder Sie warten einfach ab und hoffen, dass Sie sich daran gewöhnen. Oder Sie tragen farbig getönte Sonnenbrillen.

Meistens hilft aber die mutige Flucht nach vorn am besten: Dekorieren Sie das Bad mit edlen Accessoires und verabschieden Sie sich von der Perfektion. Senfgelb können Sie zum Beispiel mit seiner Komplementärfarbe aufwerten: Das wäre ein bläuliches Dunkelviolett. Hübsch sieht dazu auch ein dunkles, gedecktes Rosa oder Pink aus. Oder Dunkelrot. Sehr dezent ist Steingrau. Investieren Sie auch in eine dekorative Lampe! Warum nicht ein Kronleuchter? Das macht viel her und vieles besser.

Eigentümer können natürlich umbauen wie es ihnen gefällt. Wer das Bad renovieren will und zur Miete wohnt, dem möchte ich einen schlichten Stil ans Herz legen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass ein Vermieter die handgemalten, röhrenden Hirsche auf den Plättli oder die mit Messing und Glitzersteinen liebevoll dekorierten Armaturen gerne akzeptiert, die wird eher klein sein.