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Blaue Stunde

Blau ist ein Klassiker im Sommer. Wenn es wärmer wird, bringt diese Farbe eine optische Kühlung. Aber die alten Griechen wussten nicht, was Blau ist.

FOTOS
Beatrice Thommen-Stöckli, ZVG
20. Mai 2019

Blau und Weiss sind ein hübsches Paar. Und Akzente mit Holz machen Meer daraus.

Blaue Wunder

Mit einem Schuss Koralle

Grosses Bild:
Lowboard Monti, 201 × 45 × 65 cm, Fr. 749.–. Dekorationen aus der Serie Nordic, z. B. Kalender, Fr. 12.90. Alles von Livique.

Kleines Bild links:
Variation in Blau-Grün: Wohndecke Melissa, Fr. 129.–, Kissen Steff, Fr. 39.95, Livique.

Kleines Bild oben: 
Blau mag Koralle: Körbe, Dosen und Deko-Elemente zum Thema Meer gibt es auch in ausgewählten Coop Citys.

Ausgerechnet die alten Griechen! Dabei scheint es, als hätten sie die Farbe Blau erfunden. Denken Sie nur an die Wahrzeichen von Santorin, die blauen Kuppeln der Kirchen im Dorf Oia. Und die griechische Fahne flattert ja auch in Blau-Weiss. Doch Sprachexperten haben festgestellt: Die alten Griechen hatten kein Wort für Blau! Die Wissenschaftler meinen, dass sie die Farbe zwar sehen konnten, doch sie ordneten sie als Schattierung von Violett oder Grün ein. Dafür waren die alten Ägypter ganz auf Blau eingestellt. Sie hatten nicht nur ein Wort für diese Farbe, die Nuance «Ägyptisch Blau» ist auch nach ihnen benannt.

Ein Lieblingsblau für alle

Inzwischen hat Blau eine grosse Karriere hingelegt und sich zur beliebtesten Farbe Europas gemausert. Das ist doch Grund genug, die Wohnung in ein blaues Wunder zu verwandeln. Besonders im Sommer, denn diese Farbe gilt als kühl. Ihre Wirkung beruht auch auf Erfahrungswerten: Eis und Schnee schimmern oft bläulich, das verbinden wir mit eisigen Temperaturen. Nicht umsonst ist der Wasserhahn mit kaltem Wasser blau gekennzeichnet. Das versteht jeder, im Gegensatz zum italienischen «caldo», was eben nicht kalt, sondern heiss bedeutet. Eine Verwechslung, die schon für einige Brandblasen gesorgt hat.

Um mit der blauen Stunde anzufangen, eignet sich das Schlafzimmer im Sommer ganz besonders! Denn tropische Nächte sind leidvoll. Vor lauter Hitze verflüchtigt sich der Schlaf. Die kühle Ausstrahlung von Blau kann lindernd wirken. Edel wirds mit Silber.

Alle Töne des Wassers: Blau mag auch Nuancen in Türkis.

 

Das lässt sich alles Blau machen

Leuchtturm in Blau

Ein weites, halbhohes Glas mit ca. 3 cm Sand befüllen, mit Muscheln bedecken, eine blaue Kerze in der Mitte platzieren.

Das Blaue vom Himmel

Streichen Sie die Decke des Schlaf- zimmers in Nachtblau und pinseln Sie mit Silber oder Gold Sterne darauf.

Kunst kommt von einfach machen

Malen Sie irgendetwas in Blau auf eine weisse Leinwand, sieht immer gut aus. Sonst hilft der Satz: «Das muss so sein!»

Wer es maritim mag, setzt auf Blau-Weiss mit klassischen Streifen. Das muss aber nicht immer ein leuchtendes Ultramarinblau sein. Gedeckte Blautöne oder Türkis sehen genauso frisch aus. Dazu passen Meeresdekorationen wie Muscheln, Seile oder ausgebleichtes Holz. Als Akzent bietet sich zum Beispiel «Living Coral» an, die Pantonefarbe des Jahres. Und wenn Sie zu den Menschen gehören, die alles anders machen wollen, dann kombinieren Sie einfach Wüstenaccessoires zu Blau: Sukkulenten, Sand, grobe Steine, und ja, warum nicht ein Lama oder Kamel?

Ultramarin bedeutet übrigens «über das Meer». Denn diese Farbe kam im Mittelalter aus Afghanistan übers Meer zu den Europäern. Man stellte sie aus Lapis her, ein edler Stein, der auch heute seinen Preis hat. Kein Wunder, ging keiner verschwenderisch um mit Blau, aus-ser die ganz Reichen. Heute hingegen können wir so richtig Blau machen! Etwa mit einem hellblauen Gin aus Bombay – natürlich nicht zum Blauwerden, sondern nur, damit das Getränk in den Gläsern zu den blauen Kissen passt!