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Smartphone stört Familienfrieden

Was tun, wenn das Kind sich nicht an die vereinbarten Regeln hält?

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Illustration: Jens Bonnke
07. Mai 2018

Liebe Frau Zimmermann

Unser Sohn (12) hat nach langem Betteln ein Smartphone erhalten. Wir haben zwar Regeln für den Gebrauch festgelegt, aber er hält sich nicht daran und nimmt das Gerät auch, wenn eigentlich Ruhezeit wäre. Streitereien deswegen sind bei uns an der Tagesordnung. Wir fragen uns, wie wir die Situation entschärfen können.

Annabelle S., Chur

Nadja Zimmermann

Hello-
Family-
Bloggerin und Mutter von zwei Kindern.

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Liebe Frau S.

Mit den heutigen Handys wird ja nicht mehr nur telefoniert und es werden auch nicht nur soziale Kontakte mittels Whatsapp gepflegt, man kann damit auch Musik hören, Videos schneiden, fotografieren, Fotos bearbeiten oder sich im Netz Informationen für die Schule besorgen (theoretisch!). So gesehen eigentlich eine prima Sache.

Der oftmals überhöhte Handykonsum der Kinder und Jugendlichen wird allerdings und da muss man sich auch ehrlich auf die eigenen Finger klopfen durch das eigene Verhalten beeinflusst. Den kindlichen Handykonsum einschränken zu wollen, gestaltet sich schwierig, wenn man das Gerät auch selbst kaum aus der Hand legt. Wie bei so vielem, sind die Eltern hier Vorbild. Ist nun das Kind sehr jung und teilt es sich seine Handyzeit noch eher suboptimal ein, so könnte man auch im Nachhinein noch Regeln vereinbaren. Am besten, indem man einen Vertrag aufsetzt. Das mag nun sehr trocken klingen, aber eine solche schriftliche Übereinkunft treffen beide Parteien gemeinsam. Das Kind kann dabei mitreden und man hat bei Unstimmigkeiten etwas Schriftliches zur Hand. Werden gemeinsam Regeln und auch Konsequenzen vereinbart, welche bei fortschreitendem Alter des Kindes angepasst werden können, ist die Chance grösser, dass sich das Kind an die Vereinbarungen hält. Ansonsten kommen die Konsequenzen zu ihrem Einsatz. Das könnte zum Beispiel eine längere Handypause sein.

Natürlich haben die Eltern im Alltag anderes im Kopf, als rund um die Uhr den Handykonsum des Sprösslings zu kontrollieren. Eine getroffene Vereinbarung sollte somit in erster Linie auf Vertrauen beruhen.

Nützt aber auch alle liebevolle Verhandlung nichts mehr, so gibt es Apps, die entweder die Nutzungsdetails exakt auflisten, sodass man diese stets im Blick hat, was auch für das Kind hilfreich bei der eigenen Kontrolle sein kann, oder Apps, die das Handy gnadenlos sperren, wenn die vereinbarte WLAN-Nutzungszeit überschritten ist. Das ist die etwas härtere Variante, aber sehr effektiv.

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