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Gebrochenes Herz

Der erste Liebeskummer ist oft der schlimmste. Eltern können ihre Kinder in dieser schweren Zeit liebevoll begleiten.

14. Januar 2019

Unser Sohn (14) wurde vor vier Monaten von seiner ersten Freundin verlassen und leidet seither unter starkem Liebeskummer. Er ist sehr traurig, kapselt sich ab und will auch nichts mit Freunden unternehmen. Wir machen uns ernsthafte Sorgen um ihn. Natürlich haben wir ihm schon gesagt, dass es irgendwann vorbei geht, aber er ist beinahe in schlimmerer Verfassung als am Anfang. Wie können wir ihn erreichen und ihm helfen? Helena Z., Bern

Liebe Frau Z.

«The first cut is the deepest», wie schon im Klassiker aus den Sechzigern besungen wird. Das erste gebrochene Herz wiegt tonnenschwer und die Lage wirkt aussichtslos, weil man noch nicht weiss, dass die Zeit tatsächlich Wunden heilt und es irgendwann besser wird. Es ist auch völlig in Ordnung, sich erst mal im Elend und in herzzerreissenden Balladen zu suhlen, zu weinen, zu leiden.

Nadja Zimmermann

Hello-
Family-
Bloggerin und Mutter von zwei Kindern.

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Solche Erfahrungen sind wertvoll, daran wachsen wir, sie machen uns stärker, widerstandsfähiger, klären unsere Gedanken. Das wissen wir Erwachsenen. Nur Ihr Sohn weiss das noch nicht. Und vielleicht fällt es ihm auch schwer loszulassen, weil er seiner Exfreundin immer wieder über den Weg läuft.

Da er nicht selbst aus seinem Loch krabbeln kann, können Sie ihn unterstützen, indem Sie nach wie vor ein offenes Ohr für ihn haben. Fragen Sie ihn, wie er weiterfahren möchte, erwarten Sie hier hartnäckig eine Antwort. Einen neuen Blickwinkel eröffnen vielleicht Filme, Bücher, Kurzgeschichten von Leuten, die nicht an einer Liebe zerbrachen, Geschichten, die zeigen, dass es weitergeht. Schauen Sie sich in Buchhandlungen nach Büchern um, die Mut machen. Erzählen Sie oder eine andere Bezugsperson von Ihrer ersten Liebe, erläutern Sie, wie es damals weiterging, teilen Sie Ihre Erfahrungen.

Er wird erst nicht glauben, dass es besser wird, aber er wird sich vielleicht besser fühlen wollen. Er kann die äusseren Umstände nicht ändern, machen Sie ihm das klar. Daher muss er in erster Linie an sich arbeiten. Das ist die Essenz. Er muss zu sich kommen, indem er sich um sich selbst kümmert, seine Wunden leckt, sich pflegt. Was tut ihm gut? Was macht er gern? Was macht ihm Freude? Appellieren Sie an dieses Gefühl. Geben Sie ihm keine Ratschläge, verharmlosen Sie nicht, zeigen Sie Verständnis. Lassen Sie ihn eine Liste mit Dingen erstellen, die er gerne tun möchte, diese darf er abarbeiten. Schärfen Sie seinen Fokus auf sich selbst und auf das Gute im Alltag und lassen Sie nicht locker. Entwerfen Sie so gemeinsam mit Ihrem Sohn einen Schlachtplan, wie er selbst wieder mehr in sein Zentrum rückt.