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Fertig gezofft!

Streit unter Geschwistern ist normal. Stört er den Familienfrieden, helfen Gespräche.

18. März 2019

Unsere Söhne (13 und 9) streiten die ganze Zeit. Sie sind charakterlich sehr verschieden. Der jüngere sucht zwar immer wieder die Nähe des grossen Bruders, wird aber meistens abgewiesen, was zu neuen Konflikten führt. Uns tut es weh, wenn wir sehen, dass sie so grob miteinander umgehen und sich auch körperlich nichts schenken. Ist das unter Buben einfach so? Was können wir für ein friedliches Miteinander tun?

Fabienne K., Rapperswil

Nadja Zimmermann

Hello-
Family-
Bloggerin und Mutter von zwei Kindern.

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Hier finden Sie weitere Tipps von Nadja Zimmermann

Liebe Frau K.

Wenn die Kinder stets aneinander geraten, ist das für die ganze Familie anstrengend, es beeinflusst die Familiendynamik negativ und dämpft die Stim- mung aller. Und dennoch ist es normal, dass sich Geschwister streiten. Mehrmals am Tag. Und dies nicht nur unter Jungs. Geschwister streiten und lernen dabei auch viel über das Thema Sozialkompetenz. Sie lernen, sich durchzusetzen, auch mal eine andere Meinung anzunehmen oder einander zu vergeben. In der Familie kann man sich austoben, da läuft einem in der Regel niemand davon, diese Sicherheit wird manchmal auch etwas ausgenutzt. Doch dieses Bewusstsein nützt wenig und hilft auch nicht, die familiäre Harmonie auf ein annehmbares Level zu heben.

Wenn die Konflikte meist von Ihrem grösseren Sohn ausgehen: Sprechen Sie erst mal in einem ruhigen Moment mit ihm. Fragen Sie ihn, wie er für seinen Bruder empfindet und warum. Ihr Sohn war vier Jahre lang Einzelkind, die zwangsläufige Entthronung kann Spuren hinterlassen haben, die sich heute noch auf das Zusammenspiel der beiden auswirken. Fragen Sie ihn, was ihm selbst dabei helfen könnte, dass die Situation nicht immer eskaliert. Bitten Sie ihn um Vorschläge. Und was erwartet er von Ihnen? Was könnten Sie dazu beitragen? Sprechen Sie auch mit dem kleinen Bruder, erörtern Sie seine Sicht und sprechen Sie anschliessend auch mit beiden zusammen. Was denken die beiden über die Situation? Wie fühlen sie sich dabei? Was führt aus beider Sicht immer wieder zum Streit? Wo kommen sie nicht mehr weiter? Bitten Sie Ihre Söhne, sich gemeinsam eine Strategie zu überlegen, damit das Zusammenleben wieder ins Gleichgewicht kommt. Wichtig ist, dass die Ideen von Ihren Söhnen kommen, bleiben Sie hartnäckig. Machen Sie keine Vorschläge, geben Sie keine Ratschläge. Fragen Sie lediglich so lange nach, bis sich alle einig sind.

Natürlich wird ein einziges Gespräch kein Wunder bewirken, diese Gespräche werden Sie wohl wiederholen müssen, und es wird auch dann immer wieder mal knallen. Aber bleiben Sie dran. Konfrontieren Sie die Söhne immer wieder, ganz in Ruhe. Der Aufwand ist es wert.