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Schimmel noch mal!

Schimmelbefall in der Wohnung kann der Gesundheit schaden. Und dem Portemonnaie des Mieters auch.

FOTOS
Illustration: Jens Bonnke
21. Januar 2019

Unsere Wohnung ist von Schimmel befallen. Besonders schlimm ist es hinter dem Wohnzimmerschrank, der an einer Aussenwand steht. Wir haben es der Verwaltung gemeldet. Darauf haben wir ein Merkblatt zugestellt erhalten, wie richtig gelüftet werden muss. Sonst ist nichts passiert. Wir sind in Sorge, dass der Schimmel uns schaden könnte. Was sollen wir tun?

Livio Z., Lommiswil

Daniel U. Walder

Rechtsanwalt

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Daniel U. Walder online

Lieber Herr Z.

Egal, ob Sie nun richtig gelüftet haben oder nicht, muss in Ihrem Fall schnell etwas passieren. Mit Schimmelbefall ist nicht zu spassen. Bei der Frage nach dem richtigen Lüften, also der Schuld für den Schimmelbefall, geht es letztlich nur darum, wer die Konsequenzen, insbesondere finanzieller Natur, zu tragen hat. Sie sollten der Verwaltung mittels eingeschriebenem Brief den Schimmelbefall erneut anzeigen und die sofortige Beseitigung des Schimmels fordern. Setzen Sie eine angemessene Frist von zwei Wochen, innerhalb derer man Sie verbindlich informieren soll, wie und bis wann der Schimmel beseitigt wird. Vergewissern Sie sich bis dahin, dass Sie tatsächlich richtig lüften. Das Merkblatt hilft sicher dabei.

Soweit nicht Sie als Mieter für den Schimmelbefall verantwortlich sind, verleiht Ihnen das Gesetz verschiedene Rechte. Sie können neben der kostenlosen Beseitigung des Schimmels eine Herabsetzung des Mietzinses für die Dauer verlangen, in der Sie in der Nutzung Ihrer Wohnung eingeschränkt sind, besonders während der Arbeiten zur Beseitigung des Schimmels. Auch kann Schadenersatz gefordert werden, wenn Sie vorübergehend ausziehen und woanders auch Mietzins bezahlen müssen. Wenn gar nichts passiert, können Sie den Mietzins auch bei der dafür zuständigen Stelle hinterlegen.

Handeln Sie aber nicht voreilig und lassen Sie sich beraten. Falsches Vorgehen könnte Sie den Mietvertrag oder zumindest viel Geld kosten. Diese Gefahr besteht beispielsweise, wenn man als Mieter ohne korrekte Hinterlegung einfach keinen oder einen reduzierten Mietzins bezahlt. Dadurch würden Sie mit dem Mietzins in Verzug geraten und der Vermieter könnte ausserordentlich kündigen. Oder man hat das Gefühl, ins Hotel ziehen zu dürfen, und bekommt dann die beträchtlichen Kosten nicht zurückerstattet.

Falls Ihr Schimmelproblem nicht bald gelöst werden kann, sollten Sie sich überlegen umzuziehen. Es lohnt sich nicht, ein gesundheitliches Risiko einzugehen und auszuharren, nur um Recht und allenfalls eine Entschädigung zu bekommen.