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Vom Büsi verlassen

Paare, die in glücklichen Tagen ein Haustier anschaffen, haben bei der Trennung ein Problem.

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Illustration: Jens Bonnke
27. Mai 2019

Ich wohne mit meiner Freundin zusammen, jedoch läuft es in unserer Beziehung nicht gut. Meine Freundin hat mir nun gesagt, dass sie auszieht und unseren Kater Bruno mitnimmt. Darf Sie das einfach so?

Max R., Olten

Daniel U. Walder

Rechtsanwalt

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Daniel U. Walder online

Lieber Herr R.

Haustiere spielen eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft und häufig auch in der Beziehung. Trennt sich ein Paar, stellt sich oft die Frage, wer das geliebte Haustier in Zukunft übernehmen soll oder darf.

Zunächst müssen die Eigentumsverhältnisse geklärt werden. Das wäre übrigens auch so, wenn Sie verheiratet wären. Zwar sind nach dem Zivilgesetzbuch Tiere keine Sachen, aber es finden dennoch die sachenrechtlichen Bestimmungen über das Eigentum Anwendung. Steht Kater Bruno rechtlich im Alleineigentum Ihrer Freundin, dann darf sie ihn mitnehmen.

Ich gehe davon aus, dass Sie mit Ihrer Freundin im sogenannten Konkubinat leben, sprich, einen gemeinsamen Haushalt führen. Auf nicht eheliche Lebensgemeinschaften werden grundsätzlich die Regeln der einfachen Gesellschaft angewendet. Wurde Kater Bruno aufgrund eines gemeinsamen Entscheides während des Zusammenlebens angeschafft, so kann also gemeinschaftliches Eigentum vorliegen.

Steht Kater Bruno im gemeinschaftlichen Eigentum (Miteigentum oder Gesamteigentum), sieht das Gesetz in Artikel 651a ZGB vor, dass Kater Bruno derjenigen Person zugesprochen wird, die in tierschützerischer Hinsicht dem Tier die bessere Unterbringung gewährleistet. Das Wohl des Tieres steht dabei also im Vordergrund. So wird kaum ein Richter eine Katze mit Freigang ohne besondere Not aus dem gewohnten Umfeld herausreissen.

Es kann im Rahmen der Zuteilung auch ein Besuchsrecht zugesprochen werden. Dies ist zwar vom Gesetz so explizit nicht vorgesehen, wird aber in der Praxis im Einzelfall angewendet.

Ihre Frage kann hier folglich nicht abschliessend beantwortet werden, da zuerst die Eigentumsverhältnisse geprüft werden müssen und dann erst beurteilt wird, wo Kater Bruno in Zukunft lebt. Ich empfehle Ihnen, sich mit Ihrer Freundin zusammenzusetzen und eine dem Wohl von Kater Bruno entsprechende Lösung zu finden. Grundsätzlich empfiehlt es sich, schon von Anfang an gemeinsam festzulegen, was mit dem Haustier im Falle einer Trennung passieren soll.