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Da hilft auch keine Brille

Der Graue Star ist eine bei Hunden häufig auftretende Erkrankung. Eine Operation ist die einzige wirksame Therapie.

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Illustration: Jens Bonnke
03. Dezember 2018

Mein Hund hat den Grauen Star und sieht kaum mehr etwas. Kann ich etwas dagegen tun und ist es gefährlich, abzuwarten?

Elsbeth N., Liestal BL

Ladina Walser-Reinhardt

Dr. med. vet.Dipl. ECVO - Ladina Walser-Reinhardt ist Spezilistin für Ophthalmolgie an der Überweisungsklinik VET Zentrum in Pfungen ZH.

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Liebe Frau N.

Mit dem Begriff Grauer Star (Katarakt) wird eine Trübung der Linse im Auge bezeichnet. Die Aufgabe der Linse besteht darin, einfallende Lichtstrahlen zu brechen, um ein präzises Bild auf die Netzhaut zu projizieren.

Unterschiedliche Gründe führen zu einer Linsentrübung. Nebst den altersbedingten Linsentrübungen bestehen auch angeborene oder vererbte Formen. Zudem kann der Graue Star ebenfalls durch Verletzungen und Entzündungen des Auges entstehen. Allgemeinerkrankungen wie zum Beispiel die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) können ebenfalls zu einer kompletten Trübung der Linse und zur Erblindung des Hundes führen.

Die Zeitspanne zwischen Beginn der Eintrübung und kompletter Trübung der Linse variiert zwischen Wochen, Monaten bis Jahren.

Bei einem nicht behandelten Katarakt besteht das Risiko, dass die Linsenkapsel mit der Zeit brüchig und porös wird und deshalb Linseneiweiss in das Innere des Auges gelangen kann. Das austretende Linseneiweiss stellt einen Fremdkörper dar und kann schwere Entzündungen des Augeninneren verursachen. Des Weiteren besteht die Gefahr einer Loslösung der Linse (Linsenluxation) und damit einer Erhöhung des Augeninnendrucks (grüner Star/Glaukom). Im Extremfall muss ein solch schmerzhaftes Auge entfernt werden.

Es gibt leider keine Medikamente, mit denen der Graue Star therapiert werden kann. Die einzige Option stellt die operative Entfernung der getrübten Linse dar. Vor einem geplanten chirurgischen Eingriff ist eine Untersuchung der Nervenzellen der Netzhaut mittels Elektroretinogramm (ERG) zwingend notwendig, um zu sehen, ob das Auge an sich noch funktioniert. Besagte Untersuchung erfolgt in einer Kurznarkose.

Die eigentliche Operation, eine Phakoemulsifikation, wird in einem zweiten Schritt in Vollnarkose durchgeführt. Dabei wird die Hornhaut eröffnet, der Linseninhalt zerkleinert und abgesaugt. In den verbleibenden Kapselsack kann eine Kunstlinse implantiert werden.

Eine intensive Vor- und Nachbehandlung der Hunde mit Augentropfen und oralen Medikamenten ist nötig. Die Tiere müssen zwingend zwei bis drei Wochen ruhig gehalten werden, um Blutungen oder Entzündungen im Auge vorzubeugen. 

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