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Frust nach dem Fressen

Futtermittel-Unverträglichkeiten kommen bei Hunden relativ häufig vor. Bei chronischen Beschwerden empfiehlt sich eine genaue Abklärung durch den Tierarzt.

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Illustration: Jens Bonnke
03. Juni 2019

Unser Border Collie (8) hat schlimme Verdauungsprobleme. Er isst nicht gerne, erbricht sehr häufig und verträgt kaum ein Futter. Die meisten Tiernahrungen führen dazu, dass er sich blutig kratzt. Ausserdem leidet er unter starker Verstopfung. Was sollen wir tun? Es betrübt uns sehr, unseren Hund so leiden zu sehen.

Urs R., Frauenfeld

Lieber Herr R.

Chronische Magen-Darm-Probleme sind beim Hund häufig anzutreffen. Bei andauernden Beschwerden rate ich stets dazu, einen Tierarzt aufzusuchen.

Die Ursachen von chronischem Erbrechen sind vielfältig. Hierzu gehören entzündliche Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, funktionelle Störungen und Krebserkrankungen. Diverse Erkrankungen anderer Organe (Bauchspeicheldrüse, Leber, Nieren) oder hormonelle Probleme können ebenfalls Erbrechen auslösen.

Da Ihr Hund schon als Welpe Erbrechen zeigte, auf einen Futterwechsel ansprach und zudem auch unter Juckreiz litt, könnte es sich bei ihm um eine Futtermittel-Unverträglichkeit handeln. Bei dieser Form der chronischen MagenDarm-Erkrankung handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose, das heisst, andere Ursachen von Erbrechen und Durchfall müssen zuerst ausgeschlossen werden. Zusätzlich ist in der Regel eine Blut- und Urin- sowie eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes notwendig. Anhand dieser Untersuchungen können Erkrankungen anderer Organe, die eine gezielte Therapie benötigen, ausgeschlossen werden. In gewissen Fällen kann auch eine Magen-Darm-Spiegelung notwendig sein.

Beim Futtermittel-Allergiker hilft die Ernährung mit hypoallergenem Futter. Diese Nahrung ist so hergestellt, dass Futtermittel-Allergiker nicht mehr reagieren können. Bringt die hypoallergene Ernährung keine Besserung, kommen Medikamente zur Kontrolle des Immunsystems zum Einsatz. Dies sollte jeweils unter Anleitung Ihres Tierarztes erfolgen.

Nun stellt sich noch die Frage, weshalb Ihr Hund ungern frisst. Hat er Schmerzen beim Schlucken oder könnte die Fressunlust im Zusammenhang mit Übelkeit stehen? Die starke Verstopfung kann, wie Sie bereits vermutet haben, durch die Nahrung bedingt sein. Gerade bei einem älteren, intakten Rüden sollte aber auch ein spezielles Augenmerk der Prostata gelten. Ebenso müssen Erkrankungen der Analbeutel und des Enddarmes sowie Schmerzen des Bewegungsapparates in Betracht gezogen werden.