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Vorsicht ist besser als Nachsicht

Hunde und Katzen erkranken selten an Starrkrampf. Bei Verletzungen ist eine gute Wundpflege dennoch wichtig.

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Illustration Jens Bonnke
20. Dezember 2019

Ich habe mehrere Hunde, die öfters Verletzungen an den Pfoten haben. Nun habe ich von einem Bekannten, der Pferde hält, erfahren, dass auch Tiere an Starrkrampf erkranken können. Ich mache mir grosse Sorgen, kann ich meine Tiere dagegen impfen?

Karl T., Liestal BL

Philemon Karli

Neurologe, Dr. med. vet. dipl. ECVN

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Lieber Herr T.

Starrkrampf (Tetanus) ist eine Krankheit, die durch ein Gift eines Bakteriums ausgelöst wird. Dazu braucht es beim Tier eine Wunde, die mit diesem Bakterium besiedelt wird. Danach wird das in der Wunde produzierte Gift über die Nerven ins Gehirn und Rückenmark transportiert, was dann die schlimmen Krämpfe auslöst. Sowohl der Hund wie auch die Katze sind extrem resistent gegenüber dieser Erkrankung. Im Gegensatz dazu sind Pferde und Ziegen sehr viel anfälliger. Deshalb gibt es handelsübliche Impfstoffe bei Pferden und Nutztieren mit Impfempfehlung, um dieser Erkrankung vorzubeugen. Bei Hunden gab es einen registrierten Impfstoff, der inzwischen nicht mehr auf dem Markt ist.

Eine Impfung mit dem menschlichen Impfstoff wäre vermutlich möglich, ist aber grundsätzlich nicht dafür vorgesehen. Man riskiert unerwünschte Impf- reaktionen. Eine Impfung gegen diese Erkrankung bei Hunden und noch vielmehr bei Katzen wird daher nicht empfohlen.

Viel wichtiger sind eine Behandlung und ein Schutz der Wunde im Falle von Verletzungen bei Ihrem Haustier. Wenn eine Wunde von einem Tierarzt versorgt, bei Bedarf ein Antibiotikum verabreicht und die Wunde vor Verschmutzung mit einem Verband oder einem Pfotenschutz geschützt wird, ist die Gefahr einer Starrkrampferkrankung sehr gering.

Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass der Starrkrampf beim Hund heilbar ist. Jedoch sollte alles unternommen werden, dass diese Krankheit nicht ausbricht, denn sie ist in jedem Fall gefährlich und braucht eine lange und zeitintensive Behandlung.

Fazit: Vorbeugung mit Wundbehandlung und korrektem Verhalten beim Haustier ist wichtiger als die Impfung.Es gibt jedoch einige Impfungen, die unbedingt durchgeführt werden sollten. Falls Sie mit Ihrem Tier ins Ausland fahren, braucht es zwingend eine Tollwutimpfung. Auch die Impfung gegen Leptospirose ist in unseren Augen sehr wichtig. Denn ohne diese Impfung kann Ihr Haustier an einer schlimmen Infektion der inneren Organe (v. a. Niere) erkranken. Auch die Routineimpfungen gegen die gängigen Katzen- und Hunde erkrankungen sollten durchgeführt werden.