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RATGEBER TIER

Wackeldackel ohne Weh

Das Kopfwackeln verursacht der jungen Bulldogge keine Beschwerden. Untersucht werden sollte es dennoch.

28. Januar 2019

Unsere Französische Bulldogge (2) zeigt seit einigen Wochen ein wiederkehrendes und zunehmendes Kopfwackeln. Die Episoden dauern zehn Minuten oder länger und sie ist dabei ansprechbar. Es scheint sie nicht zu stören und sie verhält sich ansonsten völlig normal. Was könnte das sein? Andrea S., Ostermundigen

Liebe Frau S.

Philemon Karli

Neurologe, Dr. med. vet. dipl. ECVN

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Im Zusammenhang mit der Rasse und Ihrer Beschreibung handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen sogenannten idiopathischen Kopftremor. Diese Problematik sehen wir gehäuft bei jüngeren Bulldoggen aller Art und bei Dobermann-Pinschern. Die Symptome sind ein meist rhythmisches Kopfwackeln ohne Beeinträchtigung des Bewusstseins und ohne andere Symptome, die auf einen epileptischen Anfall hinweisen würden. Es gibt sowohl die Nein-Sager (horizontale Kopfbewegungen) als auch Ja-Sager (vertikales Kopfwackeln), wobei in meiner Erfahrung häufiger horizontale Kopfbewegungen zu sehen sind. Grundsätzlich kann es jede Hunderasse betreffen, wobei die oben genannten deutlich häufiger davon betroffen sind.

Die Grundursache für diese Art von Kopftremor ist nicht bekannt, weshalb wir es als idiopathisch bezeichnen. Es handelt sich vermutlich um eine sogenannte Bewegungsstörung.

Meistens tritt der Tremor in Ruhe oder gar im Schlaf auf, wobei das Tier dabei überhaupt nicht beeinträchtigt zu sein scheint. Es gibt keinen direkten Auslöser für das Kopfwackeln, wobei Stress als begünstigender Faktor gilt.

Wir empfehlen Ihnen, mehrere solche Episoden zu filmen und die Hündin einem Tierneurologen vorzustellen. Im Falle eines idiopathischen Kopftremors fällt der neurologische Untersuchungsgang normal aus. Eine MRT-Untersuchung des Schädels ist dann nicht zwingend notwendig. Gibt es neurologische Defizite, sollten weitere Untersuchungen durchgeführt werden, da es auch andere Ursachen gibt, die ernst genommen und behandelt werden müssen.

In der Hälfte der Fälle hört das Kopfwackeln irgendwann von selber wieder auf. Eine spezifische Therapie gibt es keine. Sollte das Kopfwackeln den Hund beim Fressen, Schlafen oder anderen Aktivitäten stören, kann versucht werden, die Episoden mit einem Antiepileptikum zu unterdrücken, wobei dies häufig keinen positiven Effekt hat. Dies erhärtet die Vermutung weiter, dass es sich dabei nicht um epileptische Anfälle handelt.

Solange Ihre Hündin das Kopfwackeln nicht stört, müssen Sie nichts dagegen tun und können hoffen, dass es eines Tages wieder verschwindet.