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Titelgeschichte

Sommer, Sonne und Sause satt

Die Tage sind länger, also will man möglichst viel davon outdoor verbringen. Und das bitte in guter Gesellschaft. Die Mitarbeitenden der Coopzeitung zeigen gleich selber, wie der Spass für alle garantiert ist.

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Heiner H. Schmitt
17. Juni 2019

Ein lauschiger Sommerabend, essen und trinken unter freiem Himmel, einfach ein bisschen sein – keine andere Jahreszeit animiert so sehr zum gemütlichen Zusammensein. Doch damit das Sommerfest zum Erfolg wird, damit die wundervolle Atmosphäre Bestand hat und nicht Hektik und Stress das Zepter übernehmen, ist die richtige Vorbereitung das A und O.

Als Gastgeber müssen Sie sich zuächst die Frage stellen: Wie viel wollen Sie selber machen? Oder konkret: Wie viel Zeit und Geld möchten Sie in das Fest investieren? Es gibt Leute, die voll und ganz in ihrer Gastgeberrolle aufgehen. Die schon Wochen vor dem grossen Tag Gerichte planen, den passenden Wein aussuchen und eine Playlist mit den perfekten Sommersongs zusammenstellen. Die tagelang in der Küche schnipseln und werkeln.

Daniel Holliger (Art Director, 50) offeriert Jasmina Slacanin (Redaktorin, 39) ein Gläsli Weisswein. Zuvor musste der Gastgeber beim Flaschenöffnen helfen.

Wünsche deutlich äussern

Andere lassen sich von ihren Gästen entlasten – und das ist absolut in Ordnung. Ein wenig Koordination ist aber auch hier wichtig: Sie müssen Ihren Gästen nicht gerade vorschreiben, welchen Wein sie mitbringen müssen. Ein wenig Absprache beim Salat- und Dessertbuffet hingegen hat noch niemandem geschadet. Seien Sie mutig und schlagen Sie Alternativen vor, wenn Ihre Gäste den dritten Pastasalat oder den fünften Schoggikuchen ankündigen. Trotzdem muss Ihnen bewusst sein, dass Sie einen Teil der Kontrolle abgeben. Denn welcher Gast hört schon gerne: «Du bist zwar eingeladen, aber bring bitte deinen eigenen Wein, einen selbst gemachten Krustenkranz und eine Pannacotta mit.»

Eine Hand wäscht die andere

Und was, wenn Sie selber eingeladen sind und den Gastgeber entlasten möchten? Dann überlegen Sie im Voraus, wie Sie dies am besten tun können. Den Tisch decken ohne zu wissen, wo Teller und Besteck sind? Keine gute Idee! Ungefragt einen Wurstsalat mitbringen, um dann festzustellen, dass die Mehrheit der Gäste Vegetarier sind? Ebenfalls nicht. Dankbar hingegen wird jeder Gastgeber sein, wenn Sie beim Abwasch helfen oder sich darum kümmern, dass die Gläser jeweils gut gefüllt sind.

Wie Sie hierfür die Getränke-Menge berechnen, wie Sie sich Nachbarn gegenüber verhalten sollten und wie Sie dem Ungeziefer den Kampf ansagen, erfahren Sie auf den folgenden sechs Seiten.

Bettina Lea Toffol (Stv. Leiterin Editorial Design, 49), Fabian Kern (Redaktor, 44) und Morgane Roth (Mediamatikerin, 26) haben sichtlich Freude beim Fotoshooting und am reichhaltigen Buffet.

Geschirr: Umweltfreundlich gewinnt

Eine Feier gibts nicht jeden Tag. Dementsprechend fehlen oftmals Teller, um eine grosse Gästeschar zu verpflegen. Daran scheitert, dank Einweg-Geschirr, heute kein Fest mehr. Eine Prise tropisches Gefühl in hiesigen Gärten zaubert zum Beispiel das Oecoplan-Palmblattgeschirr, hergestellt aus abgeworfenen Palmblättern. Weil jedes Palmblatt eine eigene Maserung aufweist, ist jeder Teller ein Unikat. Die Produkte sind backofenfest, lebensmittelecht und weisen Fett und Wasser ab. Und die Teller lassen sich nach Gebrauch kompostieren.

Nicht zu viel, nicht zu wenig

Die Krux jeder Vorbereitung: Wie viel Wasser, Wein und Bier sollen es bitte sein? Das hängt von diversen Faktoren ab: Wie viele Gäste kommen vorbei? Haben die eher viel, normal oder wenig Durst? Sind auch Kinder darunter? Wie ist das Wetter? Wie lange soll die Sause gehen? Wenn all diese Fragen geklärt sind, können Sie mithilfe von Getränkerechnern online die benötigte Menge berechnen. Oder selber grob schätzen: Ungefähr ein Getränk pro Person und Stunde gilt als Faustregel. Im Zweifelsfall besser aufrunden, denn der nächste Grill-Abend kommt bestimmt.

Für die richtige Abkühlung

Vergessen Sie das Kühlen der Getränke nicht! Am besten landet alles bereits am Morgen im Kühlschrank. Während der Party können Sie die Getränke in einen Kühler – oder zur Not in eine Babybadewanne – gefüllt mit Wasser, Eis und Salz stellen. So bleiben sie schön frisch. Die Bowle können Sie gut alkoholfrei machen – also das Ganze mit Mineralwasser oder Rimuss aufgiessen. Dann können sie alle Gäste geniessen. Aufmerksame Gastgeber stellen eine Flasche Rum oder Wodka neben die Bowle, dann können die Gäste sie nach Lust und Laune aufmotzen.

Musik: Es soll ein wenig plätschern

Die einen lieben Punkrock, andere begeistern sich für Debussy. Wenn Sie es wirklich jedem recht machen wollen, kreieren Sie eine so vielfältige Playlist wie möglich. Das macht aber viel Arbeit. Sie können im Internet auch nach Stichworten wie Lounge, Dub, Ambient Chill Out oder Easy Listening suchen. Bei iTunes gibt es zum Beispiel das Album Best Chillout & Lounge Music 2014 mit 200 (!) Songs schon für 4 Franken. Café Del Mar bietet ebenfalls entspannte Musik auf der gleichnamigen Webseite, auf Youtube oder Spotify. Auch Gitarrenklänge kommen meist gut an.

Bei Salat und Chips lässt es sich locker mit dem Chef pläuscheln: Michael Adams (Creative Director, 54) und Natalia Ferroni (Stv. Chefredaktorin der Tessiner Ausgabe der Coopzeitung, 52) mit Patrick Wehrli (Verleger, 50) .

Wespen, Mücken und Co.

Es könnte so schön sein. Doch wo Speisen und Menschen im Freien sind, sind Wespen und Mücken nicht weit. Die Speisen konsequent abzudecken und die Getränke im Auge zu behalten, ist das Einzige, was hilft. Eine separate Wespenmahlzeit hilft nur bedingt. Und die Theorie, wonach das Kupfer in den 5-Rappen-Münzen die Wespen vertreiben soll, gehört ins Reich der Mythen. Abends helfen Citronella-Kerzen nicht nur gegen Mücken, sondern schaffen auch eine schöne Stimmung. Ein guter Gastgeber bietet Anti-Mückenspray an.

Gesetzliches: Mit Nachbar auf Du

Wie schön wäre das Leben ohne nervige Nachbarn! Doch es wäre auch einsam ohne sie. Informieren Sie sie im Vorfeld mit einem netten Brief und allenfalls einem kleinen Bestechungsgeschenk. Oder noch besser: Laden Sie sie doch einfach zu Ihrem Sommerfest ein. Generell gilt: Rücksichtnahme ist ein Zeichen von Intelligenz und Kultiviertheit – Toleranz ebenfalls. Und es gibt rechtliche Grundlagen, nämlich das Nachbarrecht im Zivilgesetzbuch. Die Nachtruhe beginnt spätestens um 22 Uhr.

Salate: Tradition und Mut zu Neuem

Bei Salaten und Dips können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Klar, Wurst- und Käsesalat, Pasta- und Kartoffelsalat sind Klassiker und dürfen auf keinen Fall fehlen. Aber bieten Sie doch auch etwas Ungewohntes, wie beispielsweise einen Quinoasalat, an! Dafür die mit Bouillon gekochte und abgekühlte Quinoa mit Avocado, Peperoni und etwas fein geschnittener Frühlingszwiebel mischen. Mit Salz, Pfeffer, etwas Limettensaft, Balsamicoessig und Olivenöl abschmecken. Der Salat ist auch für Veganer geeignet.

Blumen und Deko: Hauptsache bunt!

Unkompliziert ist perfekt und ein bunter Mix macht fröhlich. Kombinieren Sie deshalb auf dem Tisch viele Farben miteinander – wie auf einer Blumenwiese. Achten Sie bei den Arrangements darauf, dass sich die Gäste über die Dekoration hinweg noch sehen. Girlanden und Lichterketten lassen sich aufhängen und auf dem Tisch drapieren, etwa eingedreht in Tüll. Für Licht am Abend sorgen Kerzen in hübschen Windlichtern.

Wie zwei Honigkuchenpferde strahlen Svenja Marocchini (Praktikantin Coopzeitung, 21) und Daniele Turini (Online-Koordinator, 34) über die Wähe, die Olivia Lauper (Schnupper-Praktikantin, 17) zum Fest beisteuert.

Wetter: Sommer, Sonne, alles super!

Ein Sommerfest im Regen ist nicht wirklich lustig. Die Gäste werden sich sicher freuen, wenn Sie bei schlechtem Wetter eine geschützte Alternative bieten. Ein Partyzelt zum Beispiel, wenn es nicht zu windig ist. Sonst ist ein Gebäude besser und sicherer. Zu Wetterfragen gibt es Apps, die weiterhelfen. Meteoblue, Meteoschweiz oder Meteoradar etwa liefern nützliche Informationen. Auf ihnen lassen sich aktuelle Gewitter und Regengebiete verfolgen. Bei Gewittern gilt: Kein Risiko eingehen und lieber ins Haus zügeln.

Verletzung: Wenn der Funke springt

Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen kann es beim Grillieren zu Verbrennungen kommen. Kühlen Sie die betroffene Stelle sofort während 10 bis 15 Minuten mit fliessendem, lauwarmem Wasser (15 bis 20 Grad). Dies lindert den Schmerz und verhindert, dass die Brandwunde in tiefere Gewebeschichten dringt. Kein Eiswasser verwenden, da dies mehr Schaden verursacht. Bei groben Verletzungen sollten Sie die Notfallnummer 144 wählen und den Verletzten warm halten, bis Hilfe naht. Nie selber verbrannte Kleidung vom Körper entfernen.

Reste: Eine Party, zwei Mal Essen

Salat, Chips, Brot und Grillgut: Nicht selten bleiben nach einer Fete Reste übrig. Das ist kein Problem, denn diese lassen sich leicht verwerten. Das Brot können Sie rasch zu Croûtons verarbeiten. Hierfür das Brot in Würfel schneiden und in Öl mit Kräutern anbraten. Luftdicht verpackt sind diese eine Woche haltbar. Fleischreste sollten Sie noch einmal durchbraten, bevor Sie sie klein geschnitten in Salate oder Sandwiches packen. Und die Chips sind wohl schneller vertilgt, als es Ihnen lieb ist.