Oh du fröhliche | Coopzeitung
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Titelgeschichte

Oh du fröhliche

Es ist schon fast Heiligabend. Zur Einstimmung auf die Festtage schenken wir Ihnen einen ganz besonderen Adventskalender mit interessanten, lustigen und schrägen Facts rund um Weihnachten.

FOTOS
Illustrationen: Lukas Bischoff
20. Dezember 2019

Klopf, klopf, wer steht da vor der Tür? Es sind die Festtage, natürlich! Angenehm angeschwipst oder sinnlich besinnlich: Seid willkommen, ihr Weihnachtstage, rein mit euch in die gute Stube. Dafür, dass Sie unserer Zeitung und meinem Editorial ebenfalls ein Plätzchen bei Ihnen zu Hause an der Wärme anbieten, dafür bedanken wir uns ganz herzlich. Wir, das sind die Journalisten, Bildredaktoren, Layouter, Fotografen und alle anderen tollen Kolleginnen und Kollegen, die Woche für Woche im Einsatz für die Coopzeitung stehen. Ich hoffe, dass wir Sie dieses Jahr mehr an- als aufgeregt und auf viele gute Ideen und Gedanken gebracht haben.

Was wir im ablaufenden Jahr zusammen erleben durften, haben wir in unserer Coverumfrage für Sie zusammengetragen: alle Coopzeitung-Titelbilder des Jahres 2019. Vielleicht weckt das eine oder andere Bild Erinnerungen bei Ihnen: Wie Sie im Sommer mit der Interview-Ausgabe lästige Wespen verscheuchen. Oder im Herbst mit der Ausgabe zum Thema Licht die nassen Schuhe ausstopfen. Versuchen Sie das mal mit Ihrem Handy, Ihrem Tablet oder Ihrem PC ...

Danke, dass Sie uns auch in Zeiten der Digitalisierung noch auf Papier lesen. Und jetzt: Lassen Sie es krachen – ganz schöne Weihnachten!

Herzlich

1. Eine gute Idee

Der Adventskranz wurde im Jahr 1839 vom deutschen Theologen und Lehrer Johann Hinrich Wichern erfunden, weil ihn die Kinder immer wieder fragten, wann denn nun endlich Weihnachten sei. So nahm er ein Wagenrad und befestigte 19 kleine rote (für die normalen Tage) sowie vier dicke weisse Kerzen (für die Sonntage) daran. Damals zählte man die Adventstage nicht vom 1. Dezember bis Heiligabend, sondern vom ersten Adventssonntag an. Im Jahr 1839 waren es darum nur 23 Tage.

2. Verschieden und doch gleich

Weihnachtsmann oder Christkind? Beides! Denn der Weihnachtsmann wird bereits anno 1820 im «Deutschen Wörterbuch» als Synonym für das Christkind bezeichnet.

3. Zurück zu den Wurzeln

In einem neuen Buch erfährt man alles über die archaischen, heidnischen Wurzeln des Weihnachtsfests. Welche Rituale spielten eine Rolle? Woher kommen die typischen Weihnachtspflanzen und die Weihnachtsbräuche und was bedeuten sie? Und was haben Schamanismus, Hexenzauber, Dämonenverbannung, Fruchtbarkeits- und Opferriten damit zu tun? Spannendes und Interessantes, gepaart mit vielen Rezepten für Räucherungen, Spezereien oder Trünke. «Heidnische Weihnachten – Bräuche, Riten, Rituale», Christian Rätsch/Claudia Müller-Ebeling, AT Verlag.

4. Die Polizei, dein Freund und Helfer

Einen speziellen Einsatz gab es vergangene Weihnachten für die Polizei in der Südostschweiz: Sie musste vor einer Haustür vergessene Geschenke «retten». 

5. Megahit
Das berühmteste Weihnachtslied der Welt ist «Stille Nacht, heilige Nacht», welches vom Österreicher Franz Xaver Gruber (1787-1863) komponiert wurde und dessen Text vom Österreicher Joseph Mohr (1792-1848) stammt. Inzwischen gibt es den 1818 uraufgeführten Klassiker in über 300 Sprachen und Dialekten.

6. Samichlaus, du liebe Maa

In der Schweiz gibt es 384 registrierte Chlaus-Gesellschaften. Zertifizierte Chläuse müssen eine Samichlaus-Schulung besuchen, bevor sie mit Sack, Rute und eventuell auch Schmutzli losziehen dürfen.

7. Konkurrenzdenken

Der Reformator Martin Luther (1483-1546) ernannte anno 1535 den «Heiligen Christ» zum Geschenkebringer, weil ihm die katholische Verehrung des heiligen St. Nikolaus ein Dorn im Auge war. Darum verschob Luther die Bescherung ausserdem auf den 25. Dezember.

8. Inseldasein

Die Weihnachtsinseln gibt es gleich in zweifacher Ausführung. Wer den Begriff «Christmas Island» googelt, findet einerseits Kiritimati, ein zum Inselstaat Kiribati gehörendes Atoll der Linieninseln. 
Kiritimati bedeutet in der lokalen Sprache «Weihnachten». Entdeckt wurde das Eiland am 24. Dezember 1777 vom englischen Seefahrer James Cook (1718-1779). Die zu Australien gehörende Weihnachtsinsel im Indischen Ozean wurde am 25. Dezember 1643 von William Mynors von der britischen Ostindien-Kompanie entdeckt.

9. Dümmer als die Polizei erlaubt

Am Weihnachtsmorgen 1997 überraschte die Polizei in Chevy Chase im US-Bundesstaat Maryland in einem Haus einen Einbrecher: Der 23-jährige Roger Augusto Sosa hatte die Beamten nicht kommen hören, weil er voller Begeisterung daran gewesen war, in aller Ruhe die Geschenke der Besitzer-Familie Kane auszupacken.

10. Die richtige Adresse

Der Weihnachtsmann hat am Nordpol eine eigene Adresse: Santa Claus Nordpolen, Julemandens Postkontor, 3900 Nuuk, Dänemark. Dorthin kann man seine Wunschliste schicken. Ob allerdings alle Wünsche erfüllt werden, ist eine andere Sache ...

11. Weihnachten in Japan

Viele japanische Familien besuchen an Weihnachten ein Restaurant von «Kentucky Fried Chicken» (KFC) und essen dort frittiertes Pouletfleisch. Schuld daran ist eine aufwendige Werbekampagne, welche die amerikanische Fast-Food-Kette in Japan für Weihnachten 1974 lancierte. Seither findet bei KFC in Japan zwischen dem 23. und dem 25. Dezember ohne Reservation niemand Platz.

12. Gibt es ihn wirklich?

Ende der 1990er-Jahre befasste sich eine Publikation mit der Frage, ob der Weihnachtsmann wirklich existiert. Die Antwort lautete klar nein. Begründung: Mithilfe statistischer Zahlen wurde berechnet, dass er zum Verteilen der Geschenke fast mit Überschallgeschwindigkeit unterwegs sein müsste, nämlich mit 1040 Stundenkilometern.

13. Verkehrte Welt

Früher standen die Weihnachtsbäume nicht im Raum, sondern sie hingen an der Decke. Das hat vermutlich eher nicht mit dem Wunsch, Platz zu sparen, zu tun. Diese Tradition stammt wohl aus der Zeit, als man grüne Zweige aufhängte, um böse Geister zu vertreiben.

14. Namensgeber

Die Begriffe «Weihnachten» und «Heiligabend» verdanken wir den Germanen. Der Wortteil «weih» leitet sich von germanisch «wizja» oder «wiha» ab, was «heilig» bedeutet. «Weihnachten» lässt sich also als «heilige Nacht» oder «heilige Nächte» übersetzen.

15. Ein ganz besonderer Banküberfall

In Fröndenberg im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen klauten im Dezember 2015 zwei Weihnachtsmänner einen geschmückten Tannenbaum aus einer Bankfiliale. «Sie kamen rein mit Bart und Kutte. Es hat keine zehn Sekunden gedauert und der Baum war weg», so die Filialleiterin. Die Polizei nahm den Überfall mit Humor und teilte mit: «Ob sie draussen einen Schlitten als Fluchtwagen stehen hatten, wissen wir nicht.»

16. Weihnächtliche Folgen

Nach Weihnachten verdoppeln sich im Internet jeweils die Suchen nach den Themen «Scheidungsrecht» und «Unterhaltsrechner». Allerdings werden während der Festtage auch die meisten Kinder gezeugt.

17. Mamas Einfall

Den Adventskalender in seiner heutigen Form erschuf 1904 der Buchhändler und Verleger Gerhard Lang (1881-1974) aus dem baden-württem-bergischen Maulbronn. Die zündende Idee kam ihm als Erwachsener, als er sich daran erinnerte, wie seine Mutter ihm als Kind die Wartezeit bis Weihnachten verkürzt hatte: Sie hatte ihm 24 kleine Gebäckstücke auf einen Karton mit nummerierten Feldern gelegt.

18. Kunstfigur

Richtig bekannt ist der Weihnachtsmann erst seit knapp 90 Jahren. Geschaffen wurde er 1931 vom US-Zeichner Haddon «Sunny» Sundblom (1899-1976), der die Figur für die Weihnachts-Werbekampagne des Jahres 1932 von Coca-Cola schuf. Die rot-weisse Kluft von Santa Claus passt zu den Farben des Getränke-Konzerns.

19. Schwergewicht

Laut einer Studie des amerikanischen National Institutes of Health nimmt jede und jeder von uns während der Festtage 370 Gramm zu.

20. Die beliebtesten Geschenke in der Schweiz

Was liegt dieses Jahr unter Schweizer Weihnachtsbäumen? Laut einer Studie der Online-Marktforscher Marketagent Schweiz wollen 24 Prozent der Frauen und Männer weniger Geld für Geschenke ausgeben als 2018, 70 Prozent gleich viel und 6 Prozent weniger als im Vorjahr. Die beliebtesten Geschenke sind Esswaren, Spielzeug, Parfum, Körperpflege-Artikel, Bekleidung und Bargeld.

21. Gross, grösser, am grössten

Der grösste traditionelle Weihnachtsbaum aller Zeiten war eine 1950 in Seattle (USA) aufgestellte, 67,4 Meter hohe Douglas-Tanne. Noch höher hinaus ging es am 20. Dezember 1999 im Styx Forest in Tasmanien (Australien), als ein 80 Meter hoher Eukalyptusbaum geschmückt wurde. Der grösste schwimmende Christbaum war 2014 auf dem Rodrigo-de-Freitas-See in Rio de Janeiro (Brasilien) zu bewundern: Die 542 Tonne schwere Stahlkonstruktion war 85 Meter hoch und mit 3,3 Millionen Glühlampen bestückt. Und in der italienischen Gemeinde Gubbio wird gleich ein ganzer Berghang zum Weihnachtsbaum umfunktioniert: Am Monte Ingono entsteht seit 1981 jedes Jahr ein 800 Meter hoher und 400 Meter breiter Baum aus 450 farbigen Lichtern, der sogar aus 50 Kilometern Entfernung zu sehen ist.

22. Ein Lama am Weihnachtsbaum?

Warum heissen die Glitzerfäden am Baum eigentlich Lametta? Der Begriff ist vom italienischen Wort «Lama» abgeleitet und bedeutet Metallblatt. Mit dem gleichnamigen Tier hat es nichts zu tun ...

23. Empfindliche Verluste

 Sage und schreibe 400 000  Nadeln hat ein zwei Meter grosser Weihnachtsbaum durchschnittlich. Bis Silvester liegt in der Regel gut die Hälfte davon am Boden.

24. Heiligs Blechle!

An Heiligabend 2009 wurde das Ortsschild eines 1400-Seelen-Dorfes im Allgäu (D) gestohlen. Der Name der Gemeinde: Bethlehem.